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Behörden sollen nach Brand über Gensunger Schrottplatz entscheiden

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Von: Manfred Schaake

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Verbrannter Schrott: Es stinkt immer noch bestialisch an der Brandstelle auf dem Schrottplatz in Gensungen. So sah es gestern Vormittag aus. Zur Klärung der Brandursache bittet die Polizei um Hinweise.
Verbrannter Schrott: Es stinkt immer noch bestialisch an der Brandstelle auf dem Schrottplatz in Gensungen. So sah es gestern Vormittag aus. Zur Klärung der Brandursache bittet die Polizei um Hinweise. © Manfred Schaake

Am Mittwoch brannte es auf dem Gensunger Schrottplatz. Nachdem im Vorfeld viele Beschwerden unbeantwortet blieben, plant Bürgermeister Steinmetz nun ein Treffen der zuständigen Behörden.

Gensungen – „Der Schrottplatz muss endlich geschlossen und endgültig geräumt werden.“ Solche und ähnliche Forderungen waren gestern immer wieder in Gensungen zu hören nach dem Brand vom Mittwochnachmittag.

Bürgermeister Volker Steinmetz hat gestern auf Nachfrage der HNA einen Ortstermin aller zuständigen Behörden angekündigt mit dem Ziel, dass alle gesetzlichen Auflagen erfüllt werden müssen. Zur Klärung der Brandursache bittet die Polizei um Hinweise.

Feuer drohte, auf angrenzende Grundstücke überzuspringen

Auf einem Schrottplatz an der Homberger Straße (wir berichteten) hatten unter anderem alte Elektrogeräte und Reifen gebrannt. Eine riesige schwarze Wolke stand über dem Schrottplatz. Das Feuer griff auch auf einen angrenzenden Baumbestand, die Holzverschalung des Eingangstores und einen Holzzaun über.

In der Bevölkerung wird unter anderem darüber diskutiert, dass auch eine Gefahr für ein angrenzendes Mineralöl-Lager auf der anderen Straßenseite bestanden habe. Außerdem führt die Main-Weser-Bahn direkt an dem Schrottplatz vorbei. Die Bahnlinie war am Mittwoch vorübergehend gesperrt.

Behörden sollen aktuelle Lage prüfen und beurteilen

„Der jetzige Zustand ist so nicht mehr duldbar und nicht hinnehmbar“, sagte Bürgermeister Steinmetz gegenüber der HNA. Zu dem Termin werde er das Bauaufsichtsamt des Landkreises, das gemeinsame Ordnungsamt und das Regierungspräsidium einladen. Alle sollen die aktuelle Lage prüfen und beurteilen, sagte er.

Eigentümer des Geländes ist ein heimisches Unternehmen. Das hat den Platz an einen Felsberger verpachtet, der dort laut Aufkleber auf einem Bagger einen Metall-An- und Verkauf betreibt.

Steinmetz erklärte, der Pächter sei „schon vor Jahren“ aufgefordert worden, „die Fläche so ordnungsgemäß zu betreiben, dass keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht – das ist jetzt passiert.“

Er spricht auch im Zusammenhang mit dem Mineralöl-Lager von einem „gefährdeten Bereich“. Außerdem gebe es in der Nähe ein großes Papier- und Holzlager eines Entsorgungsunternehmens.

Ortsbeirat musste schon einmal beim Schrottplatz eingreifen

Die vom Ortsbeirat Gensungen beanstandeten Mängel sind nach Ansicht des Bürgermeisters berechtigt. Der städtische Bauhof habe bereits einmal Entsorgungsarbeiten ausgeführt, weil „Gefahr im Verzug“ gewesen sei.

Steinmetz: „Alle gewerblichen Auflagen müssen erfüllt werden, wenn das nicht der Fall ist, bleibt die Möglichkeit, den Betrieb zu schließen. Das müssen dann die Behörden entscheiden.“

Die rufe er nun so schnell wie möglich zusammen, betont der Bürgermeister. Auch das Holzlager werde besichtigt. Auf dem Schrottplatz könne es weitere Brände geben, sagt Steinmetz. Deshalb müsse nun „alles gesichtet und notfalls zumindest teilgeräumt werden“.

Anwohner beschweren sich schon länger über schlimme Zustände

„Die Sammelstelle entwickelte sich im Laufe der Jahre immer mehr zur Schrotthalde“ – so beurteilt Uwe Fischer die Situation, der in unmittelbarer Nähe des Platzes wohnt.

Und: „Hinweise von Anwohnern an die Stadt auf Vermüllung, Umweltverschmutzung, FCKW aus Kühlgeräten, Unterschlupf für Ungeziefer, Ratten und Waschbären blieben unbeantwortet und wurden ignoriert.“

Eine einmalige Aktion des städtischen Bauhofes habe zwar stattgefunden, so Fischer, „machte aber nur Platz, um weiteren Schrott über den Zaun zu werfen“.

Die Kriminalpolizei Homberg hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, teilte die Polizeidirektion gestern mit.

Hinweise werden unter Tel. 0 56 81/77 40 erbeten. (Manfred Schaake)

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