Wahlen im Oktober

Bürgermeisterwahl in Felsberg: Warum es keinen Gegenkandidaten gibt

Im Oktober steht die Wahl für den Chefsessel m Felsberger Rathaus an: nur Bürgermeister Volker Steinmetz stellt sich zur Wahl. Archivfoto: Christine thiery

Felsberg – Bürgermeister Volker Steinmetz (parteilos) ist der einzige Kandidat für die kommende Bürgermeisterwahl in Felsberg. Wir haben uns bei den Parteien umgehört. 

Am 27. Oktober können die Felsberger ihren Rathauschef in seinem Amt bestätigen oder nicht. Einen Gegenkandidaten haben die Parteien nicht gestellt. Wir haben uns umgehört.

Werner RippelFDP, Felsberg

Werner Rippel von der FDP erklärt: „Grundsätzlich ist es so, dass ein unabhängiger Kandidat, der ohnehin schon seit vielen Jahren im Amt ist, gute Chancen hat, auch wiedergewählt zu werden.“ Die Chance hingegen, einen ebenso guten Kandidaten zu finden, sei aus Sicht der FDP sehr gering gewesen. Deshalb entschieden sie sich, keinen Kandidaten zu stellen. Eine Empfehlung der FDP-Fraktion für Bürgermeister Steinmetz werde es aber auch nicht geben, erklärt Rippel.

Andreas HahnSPD, Stadtverbandsvorsitzender

Anders als die FDP hat die SPD intern nach einem geeigneten Kandidaten geschaut. Es habe zwei potenzielle Kandidaten gegeben. „Sie haben sich aus persönlichen Gründen dann doch dagegen entschieden“, erklärt Stadtverbandsvorsitzender Andreas Hahn (SPD). „Wir werden uns nun auf die parlamentarische Arbeit konzentrieren“, sagt er. Aus der Niederlage 2013 habe man gelernt, sagt er. Damals hatten sich SPD, CDU, FWG und FDP zusammengeschlossen und per Zeitungsannonce einen gemeinsamen Bürgermeisterkandidaten gesucht. Steinmetz setzte sich damals mit knapp 74 Prozent gegen ihn durch. Deshalb wollte die SPD bei der kommenden Wahl unbedingt einen internen Kandidaten stellen. 31 Stadtverordnete sitzen im Felsberg Stadtparlament – die SPD hat mit 16 Sitzen die knappe Mehrheit.

Michael FehmerULF, stellv. Vorsitzender

Von der ULF heißt es in einer Stellungnahme unter anderem: „Klar ist, dass sich bei dem Schuldenberg unserer Stadt nur ein ‘Wahnsinns’-Kandidat finden lässt, der sich dieser Aufgabe stellt.“ Eine klare Aussage, warum sie keinen Bewerber gestellt haben, gab es nicht. Sie fordern stattdessen mehr Bürgerbeteiligung bei Entscheidungen, erklärt Michael Fehmer, stellv. Vorsitzender der ULF. „Wir sind sicher, dass dies mit Bürgermeister Steinmetz möglich ist.“ Das sei mit den politischen Gegebenheiten in Felsberg aber nur schwer möglich. „Dazu brauchen wir die Unterstützung der Bürger.“ Für die finanzielle Schieflage der Stadt Felsberg macht die ULF die SPD verantwortlich. Der CDU und FDP werfen sie in der Stellungnahme unter anderem Untätigkeit vor. „Sie seien sehr nah an der Meinung der SPD“. Die ULF fordert einen Wandel in den Köpfen.

Volker SteinmetzBürgermeister Felsberg

Steinmetz ist seit April 2008 Bürgermeister in Felsberg. Genauso wie bei den bisherigen Wahlen wird seine Kandidatur auch diesmal von keiner Partei unterstützt. Steinmetz tritt wieder überparteilich an, um seine Neutralität zu wahren, erklärte er gegenüber der HNA. In einem Gespräch mit der HNA sagte er, dass er sich mit den Themen Klimaschutz und Stadtentwicklung intensiver auseinandersetzen möchte. „Mit Stadtentwicklung meine ich auch, dass alle Stadtteile davon profitieren sollen“, sagte er. Und auch die Modernisierung der Rathausverwaltung solle laut Steinmetz vorangetrieben werden. Von der CDU gab es am Dienstag leider keine Stellungnahme.

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