190.000 können ihre Stimmen abgeben

Bundestagswahl: So viele Briefwähler wie nie im Kreisteil Melsungen

Briefwahl Bundestagswahl Schwalm-Eder-Kreis Symbolbild Stimmzettel
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Viele stimmen per Post ab: Die Zahl der Briefwähler ist bei dieser Bundestagswahl im Kreisteil Melsungen so hoch wie noch nie.

Nicht nur wegen der Corona-Pandemie entscheiden sich immer mehr Wähler dafür, ihre Stimme per Post abzugeben - auch im Kreisteil Melsungen.

Altkreis Melsungen – Fast 190.000 Menschen sind im Wahlkreis 170 aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Viele von ihnen werden am Sonntag, 26. September aber nicht wie sonst ins Wahllokal gehen. Die Anzahl der Briefwähler ist wegen der Coronapandemie enorm hoch. 38 Städte und Gemeinden umfasst der Wahlkreis 170, zu dem auch Teile des Landkreises Waldeck-Frankenberg gehören.

Insgesamt müssen am Sonntag 457 Wahlbezirke ausgezählt werden, darunter auch zahlreiche Briefwahlbezirke. Die meisten Kommunen haben zu dieser Wahl zusätzliche Briefwahlbezirke geschaffen, um den vielen Wählern Herr zu werden. Wie viele es sind, verdeutlichen diese Zahlen. Zur Bundestagswahl 2017 gaben in Melsungen 2242 Wahlberechtigte von insgesamt 11.000 ihre Stimme per Brief ab. Das war Rekord im Landkreis.

In Melsungen lag die Zahl der Briefwähler am Freitag bei 4520. Mit der Wahlbenachrichtigung kann man die Briefwahl bis Freitag, 24. September, beim Wahlamt beantragen – in besonderen Fällen noch am Wahltag bis 15 Uhr. Die ausgefüllten Unterlagen müssen am 26. September bis 18 Uhr beim Wahlamt sein. Danach werden die Stimmen gezählt. Aber auch das Wählen in den Wahllokalen ist sicher, sagt Frank Werner, Leiter des Melsunger Ordnungsamts. Dafür werden etwa Trennvorrichtungen zwischen den Wählern und dem Wahlvorstand aufgestellt. In den Wahllokalen muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Jeder Wähler erhält zur Stimmabgabe einen eigenen Kugelschreiber, der nach der Abgabe behalten werden kann. Im Wahllokal ist Desinfektionsmittel vorhanden, um Oberflächen abwischen zu können. Teilweise gibt es bei dieser Wahl wieder neue Wahllokale. An der Schloth-Schule wird dieses Mal nicht die Turnhalle, sondern der Betreuungsraum genutzt. Statt der Kulturfabrik müssen die Wähler des Wahlbezirks 5 in den Kindergarten Bachfeld gehen. Das richtige Wahllokal steht auf der Wahlbenachrichtigung.

„Die Wahllokale wurden so konzipiert, dass es größtenteils mindestens einen Eingang und einen Ausgang gibt“, sagt Werner. Mit dieser Einbahnstraßenregelung würden dichtere Begegnungen vermieden werden.

In Spangenberg wird nicht nur ein neuer Bundestag gewählt, sondern auch ein Bürgermeister. Stand Freitag hatten von den 4829 Wahlberechtigten 1611 Briefwahl beantragt, teilte Wahlleiterin Anja Krug mit. Bei der vergangenen Bürgermeisterwahl waren es gerade einmal 387 Briefwähler. In den beiden Spangenberger Briefwahllokalen wurde die Zahl der Wahlhelfer pro Wahllokal um drei Personen aufgestockt, sodass in jedem Briefwahllokal zehn Helfer auszählen, sagt Krug.

Aufgrund der 3- G-Regel werde für die Wahlhelfer, die weder geimpft noch genesen sind, am Wahlsonntag in den Wahllokalen ein Schnelltest zur Verfügung gestellt. Auch in Malsfeld findet parallel zur Bundestagswahl die Bürgermeisterwahl statt. Dort hatten bis Freitagvormittag 1401 Bürger Briefwahl beantragt. Zum Vergleich: Bei der Bundestagswahl 2017 gab es in Malsfeld 634 Briefwähler, bei der Bürgermeisterwahl 2016 sogar nur 620. Die Tendenz zur Briefwahl steige aber generell – nicht erst seit der Coronapandemie, sagt Wahlleiter Stefan Schnaudt. Um dem gerecht zu werden, setzt die Gemeinde Malsfeld wie schon bei der Kommunalwahl zwei Briefwahlvorstände ein. Coronabedingt wurden einige Wahllokale in Malsfelder Ortsteilen in größere Räume verlegt: So können die Dagobertshäuser ihre Stimme statt im Feuerwehrhaus nun im Schützenhaus abgeben, und in Sipperhausen wird statt des Feuerwehrhauses der Kindergarten zum Wahllokal umfunktioniert.

3100 Felsberger hatten bis Freitagvormittag Briefwahl beantragt – das seien jetzt schon 400 Briefwähler mehr als bei der Kommunalwahl im März, berichtet Wahlleiterin Martina Schmidt. Wie bei der Kommunalwahl werden wieder drei Briefwahlvorstände im Einsatz sein. (Damai D. Dewert, Barbara Kamisli und Judith Féaux de Lacroix)

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