Industriemechanikerin in der Produktion

Sie hat die Tropfkammern im Blick: Catarina Siebert arbeitet bei B. Braun

Ihre Maschine: Catarina Siebert überwacht die Herstellung von Tropfkammern in der Produktionshalle bei der B. Braun Melsungen AG. Foto: Nieswandt

Melsungen. Ohne die Kopfbedeckung, die sie während der Arbeit tragen muss, ist sie kaum wiederzuerkennen. Catarina Siebert ist Einrichterin für Spritzgussmaschinen im Werk P, Produktlinie 1.

Sie achtet darauf, dass die Maschine, die Tropfkammern herstellt, einwandfrei läuft. Tropfkammern werden bei Infusionen dazu verwendet, die Menge der verabreichten Mittel zu regulieren. Damit die Tropfkammern steril sind, tragen die Mitarbeiter Kopfbedeckung und einen weißen Anzug.

Schlauch und Klemmen 

Das Tropfkammermodul, an dem Catarina Siebert arbeitet, ist quadratisch und so groß, dass Siebert nicht darüber schauen kann. Ein Tropfkammermodul muss man sich in zwei Hälften vorstellen. Eine Hälfte besteht aus vier Maschinen. Ein Tropfkammermodul wird jeweils von zwei Mitarbeitern bedient. In einer von vier Gruppen arbeiten 15 Menschen pro Schicht an den Maschinen. Wenn die Tropfkammern auf dem Fließband an Catarina Siebert vorbeigefahren sind, bekommen sie in einem anderen Teil der Produktion noch einen Schlauch und Rollklemmen. Am Ende werden sie als Infusionsüberleitungsgeräte verkauft.

Stockt die Produktion mit den Tropfkammern, stoppt auch der weitere Vorgang. Das sei aber noch nie vorgekommen, sagt Siebert. In der Produktion wird im Schichtdienst gearbeitet. Drei Schichten gibt es, zwei für den Tag, eine für die Nacht.

Catarina Siebert hat ihren Traumberuf gefunden: „Ich hatte keinerlei Ambitionen, nach der Schule einen Bürojob zu ergreifen“, sagt sie. Sie wollte lieber etwas handwerkliches machen, das sei sie durch den landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Eltern, auf dem sie immer mitgeholfen hat, schon gewohnt. Deshalb hat sie sich für eine Ausbildung zur Industriemechanike-rin für Maschinen und Systemtechnik bei B. Braun entschieden.

Das war im Jahr 2003, vier Jahre später hat sie sie beendet. Ihre korrekte Bezeichnung: Einrichterin für Spritzgussmaschinen. Seit 2013 wird sie allerdings als Einrichterin mit Sonderfunktion bezeichnet. Das liegt daran, dass sie in ihrer neuen Position viele Sachen außer der Reihe regelt. Zu ihren Pflichten zählen beispielsweise die Fehlerauswertung an den Maschinen sowie die Bestellung von Ersatzteilen.

Doch diese Position hat sie auch noch aus einem anderen Grund: „Ich mache ein Fernstudium zur Maschinenbau-technikerin“, sagt sie. Dabei unterstütze B. Braun sie sehr, da sie nicht im Schichtdienst arbeitet, sondern Arbeitszeiten von 7 Uhr bis 15.30 Uhr hat. „Danach widme ich mich meinem Studium und bleibe trotzdem in der Praxis. Ich mag meine Arbeit, wir arbeiten in Gruppen, in denen alle sehr hilfsbereit sind“, sagt sie.

Es sei völlig normal, dass ihr männliche Mitarbeiter bei schwereren Teilen zur Hand gehen. Außerdem sei ihre Arbeit sehr abwechslungsreich. Neben dem Bedienen der Maschine prüft sie stichprobenartig die Teile und ist auch für die Wartung der Maschine zuständig. Die Teile, die nicht angefordert wurden, verpackt sie in Beutel, damit sie später verwendet werden können.

Von Leona Nieswandt

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