Chefarzt Alexander Herzog gibt Hoffnung für krebskranke Melisa nicht auf

Melisa Iris

Melsungen. Die Melsungerin Gizem Inan sammelt Spenden für die Behandlung ihrer krebskranken Cousine Melisa. Wir mit dem Arzt des Mädchens gesprochen.

Seit einigen Tagen wird die zwölfjährige Melisa Iris wegen eines Hirntumors in der Klinik für Integrative Onkologie in Bad Salzhausen behandelt. Wir sprachen mit dem Chefarzt der Klinik, Prof. Dr. Alexander Herzog.

Was weiß man bis jetzt über Melisas Krankheit? 

„Der Tumor in Melisas Kopf sitzt direkt am Übergang vom Gehirn zum Rückenmark - das ist die Ausführungszentrale des Gehirns“, erklärt Herzog. Die Folge seien Teillähmungen des Körpers, Schluckprobleme und Sprachschwierigkeiten. Der Tumor habe einen Durchmesser von vier bis fünf Zentimetern. Um eine Therapie für Melisa festlegen zu können, müsse man aber genau wissen, um was für einen Tumor es sich handelt. Deshalb sei für die kommende Woche eine Biopsie geplant - also die Entnahme einer Gewebeprobe.

Wie geht es Melisa derzeit? 

Die ersten Behandlungen in der Klinik haben bereits Wirkung gezeigt: „Sie kann schon etwas besser laufen“, berichtet Herzog. Insgesamt sei er beeindruckt vom selbstbewussten Auftreten des Mädchens. „Dieses Mädchen ist zwölf Jahre alt und will ihre Laborwerte alle selbst sehen. So etwas habe ich noch nie erlebt.“

Welche Erfolgsaussichten hat die Behandlung? 

Die meisten Ärzte, die Melisas Eltern konsultiert hatten, sahen keinerlei Heilungschancen für das Mädchen. „Man darf das nicht so pessimistisch sehen“, sagt hingegen Alexander Herzog. Rein statistisch gesehen sei die Situation von Melisa tatsächlich ausweglos, räumt der Chefarzt ein: „Die meisten Kinder erliegen dieser Krankheit.“ Eine Operation komme bei Melisa nicht infrage, weil der Tumor mitten im Gehirn sitze. Aber: „Man kann diese Krankheit kontrollieren“, sagt Herzog.

Gibt es vergleichbare Fälle wie den von Melisa? 

Ja. Herzog schildert den Fall eines Mädchens, das einen Tumor an derselben Stelle hatte wie Melisa. Vor fünf Jahren sei sie in Bad Salzhausen behandelt worden. „Heute studiert sie, es geht ihr gut. Das ist ein tolles Ergebnis.“ Über die Erfolgsgeschichte dieses Mädchens waren auch Melisas Eltern auf die Klinik in Bad Salzhausen aufmerksam geworden.

Seit dem HNA-Bericht über die Spendenaktion zugunsten der Behandlung von Melisa sind viele Spenden dazugekommen. Das berichtet Melisas Cousine Gizem Inan (19) aus Melsungen, die die Aktion initiiert hat. Sie ist nach wie vor dankbar für jede weitere Spende - denn bislang sei sie noch weit davon entfernt, zumindest die Hälfte des benötigten Betrages zusammenzubekommen. Wie berichtet, belaufen sich die Kosten der Behandlung allein für die ersten 20 Tage auf mehr als 30.000 Euro.

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