Einbrecher vor Gericht

Chinesische Spione bei B.Braun auf frischer Tat ertappt

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Melsungen. Chinesische Spione brechen bei B. Braun in Melsungen ein und landen vor Gericht, gleichzeitig ermittelt China gegen B. Braun und den Konzern Fresenius Medical Care wegen Preis-Dumping

Es geht um Dialysegeräte. Der Medizintechnik- und Pharmahersteller B. Braun schweigt dazu. „Kein Kommentar“, hieß es gestern von B.Braun-Sprecherin Mechthild Claes.

Der Vorwurf des Konkurrenzunternehmens Chongquing Shanwaishan Science & Technology (kurz: SWS) lautet: Verkauf der Dialysegeräte unter den Herstellungskosten. Das Handelsministerium der Volksrepublik China nahm Untersuchungen auf. Doch im Sommer trieb den SWS-Chef und zwei weitere Chinesen die Sorge um, die Belege für den Vorwurf könnten das Handelsministerium nicht überzeugen. Die drei reisten nach Deutschland, um vor Ort „Beweise für ihre Behauptungen zu sammeln“, schreibt die Frankfurter Allgemeine. Bei Fresesnius Medical Care zogen sie unverrichteter Dinge ab, bei B.Braun gelang es ihnen in einen Bereich des Werkes einzudringen, zu dem nur wenige Mitarbeiter Zugang haben, so die FAZ.

Der Werkschutz wurde auf das Trio aufmerksam, es landeten vor einem Kasseler Gericht. Die Verhandlung – es geht um Betriebsgeheimnisse – war nicht öffentlich. Zwar räumten die Chinesen im Alter zwischen 37 und 45 Jahren ein, dass sie nach Deutschland gekommen waren, um Beweise für ihre Anschuldigungen zu finden, aber die Pin-Nummer für ein beschlagnahmtes Handy mit Fotos wollten sie nicht preisgeben. Lieber verzichteten sie aufs Handy.

Anfang Oktober wurden sie gegen Kaution von je 10.000 Euro freigelassen und verlassen Deutschland. Vor wenigen Tagen widerriefen sie ihre Vorwürfe beim Ministerium. Das Ministerium hat die Ermittlungen gegen B. Braun und Fresenius bereits eingestellt.

 

Weitere Informationen zur Bedeutung des Dialysemarktes für Medizintechnik-Unternehmen lesen Sie morgen im Wirtschaftsteil der gedruckten HNA-Ausgabe.

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