Geflüchtete in Isolation

Flüchtlingsunterkünfte in Melsungen und Guxhagen wegen Corona-Fällen unter Quarantäne

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Tür bleibt zu: Am Donnerstag wurde die Einrichtung in Melsungen unter Quarantäne gestellt. Für die kommenden zwei Wochen darf niemand raus und rein.

Zwei Flüchtlingsunterkünfte in Melsungen und Guxhagen stehen unter Quarantäne. Das teilt die Kreisverwaltung am Donnerstag auf Anfrage mit. In beiden Einrichtungen gibt es aktuell mehrere bestätigte Corona-Fälle. In Melsungen sind drei Bewohner an Covid-19 erkrankt und in Guxhagen zwei. Diese sind laut Kreissprecher Stephan Bürger extern separiert.

Beide Einrichtungen sind auf Anordnung des Kreisgesundheitsamtes für mindestens zwei Wochen unter Quarantäne gestellt.

Das bedeute, es dürfe niemand herein und niemand heraus. Die Versorgung der Bewohner sei dabei natürlich sichergestellt, sagt Bürger.

In der Melsunger Gemeinschaftsunterkunft befinden sich derzeit 37 Geflüchtete und drei weitere Personen mit einem Aufenthaltstitel. Die Einrichtung wird von derBaunataler Diakonie Kassel (bdks) betrieben. Die Quarantäne dort wurde am Donnerstagnachmittag vorbereitet. Den Erkrankten gehe es soweit aber gut, heißt es.

Corona in Flüchtlingsunterkunft: Guxhagener Unterkunft seit Donnerstag unter Quarantäne

Die Guxhagener Gemeinschaftsunterkunft stand am Donnerstag bereits unter Quarantäne. Was das konkret bedeute, sei den 30 Bewohnern von Dolmetschern erklärt worden, berichtet Bürger. Die Unterkunft wird privat betrieben. Die Versorgung dort sei ebenfalls bereits sichergestellt. Was das im Einzelnen für die Mitarbeiter der beiden Einrichtungen bedeute und ob in den kommenden Tagen alle Bewohner und Angestellten vorsorglich getestet werden, teilt der Landkreis am Freitag mit. Die Ereignisse hatten sich am Donnerstag überschlagen.

Corona in Flüchtlingsunterkunft: Seit vier Wochen strenges Hygieneschutzkonzept

Das bestätigt Regina Daum-Mehmann. Es gebe noch viele offene Fragen, sagt die Leiterin der Unternehmenskommunikation der bdks. In Melsungen seien vier Mitarbeiter beschäftigt. Neben der Einrichtungsleitung gebe es zwei Hausväter und eine Sozialarbeiterin. Einer der Hausväter befinde sich in häuslicher Quarantäne. Wie die Mitarbeiter jetzt Zugang zum Gebäude bekämen und wie sie konkret arbeiten könnten, wisse sie zum jetzigen Zeitpunkt auch noch nicht. Die Situation sei völlig neu. Grundsätzlich gälte in der Einrichtung bereits seit vier Wochen ein strenges Hygieneschutzkonzept. Dazu gehöre auch ein Besuchsverbot. Die drei Erkrankten befänden sich in Isolation. Die Einhaltung werde auch kontrolliert. Der zuerst Erkrankte befinde sich bereits auf dem Weg der Besserung, berichtet Daum-Mehmann. Die beiden anderen seien bisher nicht schwer erkrankt.

Corona in Flüchtlingsheim: Lebensmittel müssen nun gebracht werden

Die Bewohner verteilten sich im Gebäude auf drei Etagen. Jede Etage gelte als eine Hausgemeinschaft. Auf den Etagen gebe es zum Beispiel eine Gemeinschaftsküche. Die Bewohner verpflegten sich selbst. Die Lebensmittel müssten jetzt gebracht werden.

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