Nun kommt doch die Absage:

Melsungen stoppt den Wochenmarkt – Auch kein Weinfest

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Mit Handschuhen und mit Abstand: Am vergangenen Donnerstag reichte Inge Koerhuis vom Gemüsestand (links) Kundin Marion Eisenhuth aus Oberbeisheim den Sellerie. Natürlich gemäß den Auflagen, die die Stadt für den jüngsten Wochenmarkt erlassen hatte. 

Jetzt hat die Stadt entschieden: Der Melsunger Wochenmarkt wird nun doch nicht mehr stattfinden.

Bis auf Weiteres, wie Bürgermeister Markus Boucsein auf HNA-Anfrage mitteilte. Dass der Markt in der vergangenen Woche stattfand, hatte viel Kritik nach sich gezogen.

Eigentlich war er seitens der Stadt untersagt worden. Aber aufgrund des Erlasses der Bundesregierung und des Landes Hessen, Wochenmärkte zu öffnen, um den Menschen eine Alternative zum Einkauf in den Supermärkten zu ermöglichen, hatte die Stadt den Markt rund ums Rathaus doch wieder zugelassen – aber mit Auflagen.

Die Kunden sollten Abstand halten zu anderen Menschen, Gruppenbildungen waren untersagt, und der Besuch des Marktes sollte ausschließlich zum Zwecke des Einkaufs dienen.

In Absprache mit Marktbeschickern gab es die Auflage, Desinfektionsmittel breitzuhalten und Schutzhandschuhe beim Verkauf zu tragen. „An den Ständen hat das gut geklappt“, sagt Boucsein, „aber außerhalb des Einkaufs hat es leider nicht funktioniert“.

Es mangelte an der Disziplin der Marktbesucher: Immer wieder standen Gruppen zusammen. „Es ist kein Vorwurf, aber es ist auch zu verlockend, sich auf dem Markt in Gruppen zu unterhalten.“ Deshalb hat die Stadt nach Rücksprache mit Landrat Winfried Becker entschieden, den Markt bis auf Weiteres einzustellen.

Natürlich würden mit dem Markt die Direktvermarkter aus der Region unterstützt, und der Markt bedeute in diesen Zeiten auch ein Stück Bewegungsfreiheit. „Aber Lebensqualität hin oder der“, sagt Boucsein, „die Ausgehregelungen schränken uns alle ein, aber wir müssen die Älteren und Risikopatienten schützen.“ Im Allgemeinen sei er sehr zufrieden mit dem Verhalten der Leute. Das Ordnungsamt habe kaum einschreiten müssen.

Großveranstaltungen

Boucsein geht davon aus, dass städtische Veranstaltungen bis in den Sommer hinein abgesagt werden. Die Schützengilde, die das Heimatfest Ende Juni ausrichten wollte, hat die viertägige Traditionsveranstaltung abgesagt.

„In diesem Jahr wird es auch kein Weinfest geben“, sagte Bürgermeister Boucsein. Das beliebte Fest unter den Platanen am Rathaus sollte eigentlich im August stattfinden. Und was ist mit der Melsunger Wiesn? Es habe bislang noch keine Gespräche mit den Veranstaltern gegeben, sagt Boucsein: „Aber ich sehe es sehr kritisch.“ Franz Pickenhahn vom mitveranstaltenden MSC teilte mit, dass die Entscheidung erst Ende April fallen werde. Gleiches gilt laut Pickenhahn für das Grasbahnrennen, das in diesem Jahr zum 60. Mal stattfinden sollte und für Anfang August geplant war.

Die Stadtverordnetenversammlung, die eigentlich vorgestern anberaumt war, wurde vertagt auf Mai, inklusive aller Themen. Ob sie dann stattfindet, kann heute noch niemand sagen.

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