Coronavirus: Notfallbetreuung im Altkreis Melsungen läuft problemlos an

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16 Kinder müssen in Felsberg während der aktuellen Corona-Krise betreut werden. In Melsungen sind es drei Kinder. Das Foto zeigt die Kita Abenteuerland im umfunktionierten DGH Altenburg. 

Altkreis Melsungen – Wegen der Coronakrise sind Kindertagesstätten und Schulen geschlossen. Im Altkreis Melsungen sind Notfallbetreuungen eingerichtet und problemlos angelaufen.

Das ist aus den Städten und Gemeinden zu hören.

Coronavirus: Notfallbetreuung in Melsungen

In Melsungen müssen in den städtischen Kitas drei Kinder betreut werden, erklärt Matthias Will von der Stadt Melsungen. Will weist darauf hin, dass es sich um eine Notfall-Betreuung handelt. „Deshalb ist die Anzahl der zu betreuenden Kindern zum jetzigen Zeitpunkt auch in Ordnung“, sagt er.

Es sollen so viele Menschen wie möglich zuhause bleiben. „Aber wir müssen auch verhindern, dass Kinder beispielsweise bei den Großeltern untergebracht werden“, sagt er. Die Kinder sind im Kindergarten Bachfeld untergebracht. „Wir gehen aber davon aus, dass der Bedarf noch steigen wird“, sagt Will.

Im Dienst sind zwei Erzieherinnen – der Rest ist im Bereitschaftsdienst. „So können wir schnell reagieren.“ Er geht davon aus, dass der Bedarf an Notfall-Plätzen nochmals steigen wird. Auch weil nun Mitarbeiter im Einzelhandel das Recht auf eine Notbetreuung haben. „Diesbezüglich hat uns bereits am Mittwoch eine Anfrage erreicht“, erklärt er.

Grundsätzlich sei es so geregelt, dass die Kinder in ihren Gruppen bleiben. Neu gemischt wird nicht, um neue Kontaktlinien zu vermeiden. Dasselbe gilt auch für die Kindergärten. „Wir werden keine Kinder aus der Kita in Röhrenfurth nun in die Kita Melsungen schicken“, sagt er.

Coronavirus: Notfallbetreuung in Felsberg

Am Wochenende habe der Magistrat bereits die Notfallbetreuung eingerichtet. Das teilt Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz mit.

In Felsberg sind 16 Kinder in der Notbetreuung. „Bei allen Kindern haben die Eltern keine andere Möglichkeit“, so der Bürgermeister.

„Für uns ist es wichtig, dass Eltern ihre Kinder in der Not nicht zu den Großeltern bringen – genau das ist nämlich Risikogruppe“, sagt Steinmetz. Die Kinder werden in ihren gewohnten Kitas in Gensungen, Neuenrunslar, Altenburg und in der evangelischen Kita in Felsberg betreut. „Das soll auch so bleiben, damit es keinen zusätzlichen Austausch gibt“, sagt er. „Wir wollen es so dezentral halten, wie nur möglich“ sagt er.

Generell seien pro Gruppe zwei Erzieherinnen im Einsatz. Der Rest ist genau wie in Melsungen im Bereitschaftsdienst oder arbeitet Überstunden ab.

Coronavirus: Notfallbetreuung in Malsfeld

In den beiden Kitas in Malsfeld und Sipperhausen werden seit Montag je zwischen einem und drei Kindern betreut, erklärt Bürgermeister Vaupel. Die Umsetzung der Notbetreuung habe reibungslos funktioniert. „Da die Eltern ohnehin sehr gut untereinander vernetzt sind, kam es zu keinen Schwierigkeiten.“

Coronavirus: Notfallbetreuung in Spangenberg

In Spangenberg sind derzeit in dem städtischen Kindergarten sieben Kinder in der Notbetreuung angemeldet. Allerdings befanden sich in den vergangenen Tagen tatsächlich nur zwischen zwei und vier Kinder in der Einrichtung, erklärt Bürgermeister Peter Tigges. Nach Auskunft der Kindergartenleitung habe die Mehrzahl der Eltern absolut verständnisvoll auf den Beschluss reagiert, so Tigges.

Coronavirus: Notfallbetreuung in Morschen

Die Gemeinde Morschen habe bereits in der vergangenen Woche eine Krisensitzung im Rathaus einberufen. Daran teilgenommen haben laut Bürgermeister Ingo Böhm die Leiterin des gemeindlichen Kindergartens, die Vorsitzende des Elternbeirates, die stellevertretende Leiterin des evangelischen Kindergartens sowie der Büroleiter der Gemeinde Morschen.

„Wir haben nach der Sitzung sofort damit begonnen, alle Eltern persönlich per Telefon zu kontaktieren, um sie über die bevorstehenden Schließung zu informieren“, sagt Böhm. Die Eltern hätten sehr verständnisvoll reagiert.

„Lediglich einen Anruf haben wir von Eltern über die von der Gemeinde Morschen eingerichtete Corona – Hotline erhalten“, sagt er. Sie hätten ein Betreuungsproblem, bei dem die Stadt allerdings weiterhelfen konnte, so Böhm.

Am Montag waren im gemeindlichen Kindergarten zwei und im evangelischen Kindergarten drei Kinder untergebracht.

„Uns ist allerdings auch bewusst, dass die Probleme wohl erst richtig entstehen, wenn diese Situation mehrere Wochen anhält“, sagt Böhm.

Coronavirus: Berufsgruppen ohne Betreuungsverbot

Aktuell dürfen nur Eltern ihre Kinder in die Kita schicken, wenn sie in einem Beruf arbeiten, der zur kritischen Infrastruktur zählt. Diese Berufsgruppen gehören dazu:

  • Polizei
  •  Feuerwehr
  •  Mitarbeiter einer Behörde des Gesundheitsdienstes
  • Richter, Anwälte
  • Justizvollzugsangestellte
  •  Rettungsdienst
  • Helfer des THW
  •  Helfer des Katastrophenschutzes
  • Mitarbeiter in einer Einrichtung des Infektionsschutzgesetzes
  • Altenpfleger
  • Anästhesistische Assistenten
  • Ärzte
  • Apotheker
  • Desinfektoren
  • Gesundheits- und Krankenpfleger
  • Hebammen
  • Krankenpflegerhelfer
  • Medizinische Fachangstellte
  • Notfallsanitäter
  • Operationstechnische Assisteten
  • Pflegefachfrau- und mann
  • Pharmazeutisch-technische-Assistentin
  • Rettungsassistenten
  • Zahnärzte
  • Zahnmedizinsiche-Fachangestellte
  • Fachkräfte für Tageseinrichtungen
  • Personen, die mit der Auszahlung von Geldleistungen nach Stgb II, Stgb III und dem Asylbewerbegesetz befasst sind.
  • Mitarbeiter, die in Strukturen der Verordnung zur Bestimmung kritischer Infrastruktur nach dem BSI-Gesetz tätig sind. Sofern vom Arbeitgeber die Tätigkeit als zwingend erforderlich nachgewiesen wird. Darunter fallen auch Mitarbeiter im Lebensmittelhandel.

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