Raus geht's nur für das Nötigste

Coronavirus: Ein Stimmungsbild aus Melsungen

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Melsungen in Zeiten der Corona-Krise: Ein paar wenige Menschen sind unterwegs, viele mit dem Rad wie hier am Mittwochnachmittag auf dem Marktplatz. 

Das Coronavirus bestimmt den Alltag in Deutschland. Das öffentliche Leben ist eingeschränkt. So gehen die Menschen in Melsungen mit der Krise um.

Wie gehen die Menschen in Melsungen mit der Corona-Krise um, wenn das Virus das tägliche Leben bestimmt? Wie gestalten sie ihren Alltag, wenn Cafés und Restaurants geschlossen haben, Spiel- und Sportplätze verwaisen und ein umfassendes Kontaktverbot herrscht?

Für David Lewerenz ist die Stadt nicht wiederzuerkennen. „Es ist wirklich wenig los. Manchmal ist es fast wie in einer Geisterstadt“, schildert der 29-Jährige seine Eindrücke. Er arbeite zurzeit im Homeoffice, gehe ab und zu in der Mittagspause an der Fulda spazieren. „Ich verlasse das Haus aktuell wirklich nur für das Nötigste, etwa zum Einkaufen für mich und die Nachbarn“, erklärt er.

Coronavirus: Melsungen „normalerweise viel lebendiger"

Auch Ann-Kathrin und Erika Hebeler wagen sich momentan nur sehr selten nach draußen. Am Mittwochnachmittag hat sich das Mutter-Tochter-Gespann in einer der Eisdielen in der Innenstadt ein Eis gönnen wollen, um den Corona-Alltag für kurze Zeit zu vergessen – doch bekommen haben sie keins. Alle Eisdielen sind geschlossen, auch der Straßenverkauf ist nicht erlaubt. „Normalerweise ist diese Stadt viel lebendiger, jetzt sind kaum Leute unterwegs“, sagt die 19-Jährige Ann-Kathrin.

Denselben Eindruck hat auch Marcel Vockeroth. Er steht entspannt vor dem Rathaus, beobachtet das bisschen Treiben auf dem Marktplatz.

„Dafür, dass die Sonne scheint, ist eigentlich viel zu wenig los“, stellt er fest. Allerdings: Am vergangenen Wochenende sei er im Wald unterwegs gewesen. „Dort war es wirklich voll, ich habe dort viele Jogger und Spaziergänger getroffen.“

Coronavirus: Melsunger haben mehr Zeit für Sport und Familie

Zwei, die täglich an die frische Luft gehen und das Haus verlassen, sind Alex Freudl und Marcel Reihsaus. Freudl ist mit ihren Hunden Lilly und Lines unterwegs. „Ich muss mit den Tieren Gassi gehen, so komme ich wenigstens auch mal raus“, sagt sie. Reihsaus schwingt sich in diesen Tagen hingegen regelmäßig aufs Rad. Gerade jetzt sei auch mal Zeit für Dinge, die sonst zu kurz kommen. „Ich mache mehr Sport und habe mehr Zeit für die Familie“, kann er der Corona-Krise auch etwas Positives abgewinnen.

Getrübter ist die Stimmung hingegen bei Astrid und Klaus Schaper. Gemeinsam mit Hündin Cora flaniert das Ehepaar am Fuldaufer entlang. Unter dem Arm des 66-Jährigen klemmt ein Paket, das für Enkel Liam bestimmt ist. Oma und Opa schicken dem Viertklässler Briefe und Schulmaterialien. „Wir würden unsere Kinder und Enkelkinder wirklich gerne mal wiedersehen, gerade jetzt zu Ostern“ gesteht Astrid Schaper. Und Ehemann Klaus ergänzt. „Zum Glück gibt es das Smartphone und Videochats, das macht die Situation für uns etwas erträglicher.“  

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