Wandern im Schwalm-Eder-Kreis

Das ist beim Wandern im Schwalm-Eder-Kreis wichtig

Wandern ist beliebt: Im Frühjahr zieht es die Menschen wieder nach draußen, in der Region gibt es viele schöne Wanderstrecken zu entdecken.
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Wandern ist beliebt: Im Frühjahr zieht es die Menschen wieder nach draußen, in der Region gibt es viele schöne Wanderstrecken zu entdecken.

Da in Coronazeiten Gartenpartys nicht erlaubt und sonstige Freizeitaktivitäten eingeschränkt sind, erfreut sich das Wandern wachsender Beliebtheit. Ein erfahrener Wanderer weiß, worauf es ankommt.

Schwalm-Eder – Vögel zwitschern, Hasen huschen durchs Gebüsch und mit den steigenden Temperaturen zieht es auch viele Menschen wieder nach draußen. „Wer wandern will, darf dabei ins Schwitzen kommen und sollte keine Angst vor Regen haben“, sagt Dieter Kaiser (68) von der Langwandergruppe Morschen. Mit der richtigen Ausrüstung sei das kein Problem.

Wanderer Dieter Kaiser von der Langwandergruppe Morschen.

„Besonders wichtig ist, ausreichend Flüssigkeit mitzunehmen“, sagt Kaiser. Ab zehn Kilometern – alles darunter sei ein Spaziergang – empfiehlt er einen halben Liter, ab 20 Kilometern einen Liter. „Wenn es im Sommer heiß ist, sollte es noch mehr sein“, sagt er. Um auf langen Touren genug Energie zu haben, sei zudem etwas zu essen nötig. „Ein Müsliriegel und handliches Obst wie Äpfel und Bananen sind gut geeignet“, sagt der 68-Jährige.

Bei der Wanderung lasse sich der Proviant in einem Rucksack verstauen. „Er sollte bequem sein, nicht zu eng anliegen und bei langen Wanderungen gehören auch Regenjacke, Sitzkissen und Blasenpflaster hinein“, sagt Kaiser. Wer einen neuen Rucksack kaufen möchte, solle dafür 80 bis 120 Euro einplanen. Für Wanderschuhe sei sogar mit 80 bis 150 Euro zu rechnen. „Sie sollten rutschfest sein, also ein ausreichend tiefes Profil haben“, sagt der Senior. „Die Schuhe sollten die Knöchel gut stützen, um Umknicken zu verhindern und einen festen Stand zu haben.“ Das unterstützten auch Wanderstöcke, die Gelenke wie Knie und Hüfte schonen.

Bei Kleidung empfiehlt Kaiser das sogenannte Zwiebelprinzip, mehrere Kleidungsstücke übereinander. „So lässt sie sich dem Wetter anpassen“, sagt er. Was ein Wanderer gerade nicht brauche, könne er im Rucksack verstauen oder sich um die Hüfte binden. Zudem sei ein Sonnenschutz wichtig, zum Beispiel eine Kappe.

Um die Orientierung nicht zu verlieren, rät Kaiser zu einer Karte. „Wanderer sollten sich aber vorher schlaumachen, wie eine Karte zu lesen ist oder einen Kundigen mitnehmen“, sagt er. Als elektronischen Wanderführer empfiehlt er die App Komoot.

Der Deutsche Wanderverband weist außerdem darauf hin, dass Sperrungen im Wald aufgrund von Waldarbeiten, zum Tierschutz oder wegen Jagden unbedingt zu beachten sind. Zudem sollte – nicht nur aufgrund der Trockenheit der vergangenen Jahre – im Wald nicht geraucht werden sowie auf Lagerfeuer oder Grillen verzichtet werden.

Astrid Laabs von der Tourist-Info in Melsungen sagt, dass seit Corona die Nachfrage nach Wanderstrecken im näheren Umland stark gestiegen sei. „Man kann ja sonst wenig machen“, sagt Laabs. In der Umgebung gebe es viele schöne Strecken. Für Familien mit Kindern empfiehlt sie zum Beispiel den Waldwichtelpfad, wo es immer etwas zu entdecken gebe.

Die Melsungerin Renate Mahler-Heckmann hat entlang der Wanderwege B 1 und B 2 aus Naturmaterialien Gesichter und Figuren gestaltet, die die Wanderer auch ergänzen oder erneuern können. Auf der Webseite melsunger-land.de gibt es weitere Strecken, die aber auch über die Wander-App Komoot verfügbar sind. Die Flyer zu den verschiedenen Strecken sind auch im frei zugänglichen Vorraum der Touristinfo zu haben beziehungsweise können Wanderkarten für vier Euro in der Tourist-Info erworben werden.

Runde um Altmorschen 

Norbert Wieditz aus Heina hat für uns Streckenempfehlungen zusammengestellt. Bei den Zeitangaben ist ein langsames Gehtempo angesetzt. Start der ersten Strecke ist am Parkplatz an der Schulturnhalle in Altmorschen. Von dort geht es über Geidelbach, Fünfkant, Eubach und über den Rangengrund zurück nach Altmorschen. Die Strecke hat eine Länge von elf Kilometern. Von den elf Kilometern sind 8,5 Kilometer Waldwege, die geteerte Strecke beträgt 2,5 Kilometer. Die Gehzeit beträgt drei Stunden. Voraussetzung: normale Kondition. 

Runde um Melsungen 

Start ist am Neuen Friedhof, der Weg führt über den Sälzer Weg, Zwickel, Ars Natura, Tierpark Rose, Röhrenfurth und über den X 17 zurück nach Melsungen. Die Strecke ist 17,5 Kilometer lang. 14 Kilometer gehen über Waldwege, 3,7 Kilometer führen über eine geteerte Strecke. Die Gehzeit beträgt fünf Stunden bei guter Grundkondition, laut der Wandergruppe Morschen ist der Weg für Sportkinderwagen geeignet. Weitere Infos unter E-Mail: nm.wieditz@unity-mail.de. 

(Barbara Kamisli, Fabian Becker)

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