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Bruno Preperski ist HNA-Zusteller im Kreisteil Melsungen und trägt mehr als 100 Zeitungen aus

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Von: Damai Dewert

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Gut gelaunt: So kennen viele Abonnenten Bruno Preperski. Der 68-Jährige stellt in mehreren Orten die Melsunger Allgemeine zu. Für uns macht er das ausnahmsweise mal tagsüber. Das Bild entstand in Röhrenfurth.
Gut gelaunt: So kennen viele Abonnenten Bruno Preperski. Der 68-Jährige stellt in mehreren Orten die Melsunger Allgemeine zu. Für uns macht er das ausnahmsweise mal tagsüber. Das Bild entstand in Röhrenfurth. © Damai Dewert

Sechs Nächte die Woche ist  Bruno Preperski als HNA-Zusteller im Kreisteil Melsungen unterwegs und schätzt die nächtliche Arbeit.

Melsungen – Seine Markenzeichen sind ein roter Pullover und kurze Hosen – jedenfalls meistens. Bruno Preperski ist HNA-Zusteller im Kreisteil Melsungen. Zu seinen Markenzeichen gehören aber sicher auch seine gute Laune und Hilfsbereitschaft – aber das würde er selbst über sich nicht sagen.

Der 68-Jährige ist topfit und möchte das noch möglichst lange bleiben: Das sei einer der Gründe, warum er sich nach seiner Verrentung für das Zeitungsaustragen entschieden habe. Ein bisschen habe er überlegt, was er machen wolle. Das Austragen sei ein Volltreffer. Viel Bewegung an der frischen Luft und gleichzeitig noch etwas Sinnvolles machen: „Aber man muss es schon auch ein bisschen wollen“, sagt er. Schließlich seien die Zusteller nachts oder in den Morgenstunden unterwegs. Er freue sich regelrecht auf die Zeitungen, die zwischen 23 Uhr und Mitternacht bei ihm vor der Haustür in Röhrenfurth abgelegt werden.

Zustellen

Bis 6 Uhr morgens müssen die Zeitungen zugestellt werden. Üblicherweise betreut ein Zusteller ein bis zwei Bezirke mit bis zu 100 Zeitungen. Röhrenfurth ist beispielsweise bei zwei Zustellern in vier Bezirke aufgeteilt. In Melsungen verteilen nachts 16 Zusteller in 25 Bezirken die druckfrischen Zeitungen. Bruno Preperski betreut gleich neun Bezirke – er ist Springer. Das wolle er so, das fordere ihn noch mehr, sagt er. Die aktuellen Zu- und Abgänge durchzugehen, im Kopf zu haben und sich eine Route zu überlegen, mache ihm einfach Spaß. Zu den HNA-Ausgaben kommen je nach Wochentag noch Fremdzeitungen hinzu.

Ablauf

Zwischen 23 und 6 Uhr werden Tausende HNA-Ausgaben im Kreisteil von Hunderten Zustellern zu den Abonnenten gebracht. Wie und wann die Zeitung genau zugestellt werden sollte, besprechen wir hier, sagt Thomas May, in Melsungen verantwortlich für die Auslieferung der Zeitungen.

„Ich lege gleich los“, sagt Bruno Preperski. Er habe 40 Jahre im Schichtdienst gearbeitet, die Uhrzeit passe gut. Er lege sich am Abend häufig mal zwei Stündchen hin, stehe dann gegen 23 wieder auf, warte auf die Zeitungen, lade sie ihn sein Auto – einige werden ihn kennen, den weißen Mazda – und mache sich auf den Weg. In Wollrode zum Beispiel mache er sieben Stopps mit dem Auto und verteile die jeweiligen Zeitungen dann zu Fuß. Auf dem Weg falte er die Zeitung, je nach Briefkasten längs oder quer „das habe ich bei jedem Leser im Kopf“. Auf einige Kilometer komme er so Nacht für Nacht. Seine 10 000 Schritte habe er immer.

Begegnungen

„Oh, Begegnungen gibt es viele“, sagt Preperski und freut sich. Häufig treffe er bei seinen Touren dieselben Leute. „Das sind oft Anwohner, die mit ihrem Hund eine Runde Gassi gehen.“ Dann kämen hin und wieder auch mal Nachtschwärmer hinzu und auch andere Zusteller. Dann werde kurz geplauscht und dann gehe es weiter. Dann gebe es noch die Tiere. „Um die Uhrzeit ist einiges los.“

Katzen, Waschbären, Igel, Fuchs und Dachs und auch mal Biber. Am Wald sehe er auch schon mal Hirsche, Rehe und Wildschweine, diese Begegnungen freuten ihn immer alle sehr. Angst habe er dabei nicht. „Ach, die tun alle doch nichts“, sagt der 68-Jährige. Er habe eine starke Stirnlampe dabei, das schrecke die Tiere notfalls ab. Einige Zusteller nähmen auch ihre eigenen Hunde mit. Das sei dann eine richtig große Runde Gassi gehen.

Freundschaften

Zu vielen Abonnenten habe er ein gutes Verhältnis – einige stünden nachts an der Tür und freuten sich, wenn er mit der Zeitung käme. In manchen Briefkästen läge schon mal ein Stück Schokolade, sagt Preperski. „Das freut uns natürlich sehr.“ Mit einer Familie sei er tiefer verbunden. Dort lägen immer zwei Bonbons. Es seien diese kleinen Dinge, die ihn freuten, sagt der großgewachsene Preperski, der auffällt. Seine Durchsetzungskraft hat er sich hart erarbeitet, pfeift er doch seit vielen Jahren Handballspiele auf top Niveau und spielte erfolgreich selbst – Rückraum links.

Wetter

Das klinge zwar abgedroschen, aber er sei der Meinung, dass es kein schlechtes Wetter gebe. Nur die falsche Kleidung. „Das macht mir wirklich gar nichts aus.“ Wenn im Winter Schnee falle, warte er schon mal auf den Räumdienst, bevor er sich auf den Weg mache. „Das sei auch richtig und sogar vorgeschrieben“, sagt May.

Für die Schuhe gibt es Überzieher, damit die Zusteller nicht ausrutschen. Im Kofferraum habe er aber natürlich immer eine zweite Montur Anziehsachen und Regenzeug. Dazu gehöre auch ein Handtuch „man kann schon mal nass werden“.

Ausrüstung

Die HNA stellt das notwendigen Zustellmaterial. So können Zusteller mit Tasche oder Wagen losziehen. Es gibt Stirnlampen, Schuh-Spikes und vieles mehr. Auf dem Zustellerinformationsportal gibt es alle Informationen zu den Touren, eine empfohlene Route und natürlich auch das aktuelle Wetter zu sehen. „Ich ziehe immer mit Stirnlampe los, sagt Preperski, das sei sicherer.

Feierabend

Wenn er nach seiner Zustelltour nach Hause komme, mache er sich einen frischen Kaffee und lese in Ruhe die Zeitung. Los geht es bei ihm mit dem Sportteil, sagt er und lacht. Insbesondere montags wolle er die Ergebnisse sehen. Montagsfrüh warteten dann auch am meisten Abonennten noch in der Nacht auf die aktuelle Ausgabe. Meistens sei er so um 2.30 Uhr zu Hause.

Wenn er nicht selbst austrage, warte er aber selbst häufig auf den Austräger, um seine druckfrische Zeitung zu bekommen. „Ich kann ohne Zeitung einfach nicht leben“, sagt Bruno Preperski und lacht.

Von Damai D. Dewert

Arbeiten als Zusteller ist möglich

Die HNA sucht immer Zusteller für die verschiedenen Orte im Zustellbezirk – auch Springer, die wie Bruno Preperski in mehreren Orten aushelfen, wenn Not am Mann ist. Zusteller sind die Verbindung zwischen Verlag, Redaktionen und Lesern. Ohne den Einsatz der vielen Hundert Zusteller das ganze Jahr hindurch bei Wind und Wetter könnte die Zeitung nicht bei ihnen zugestellt werden. Zusteller erhalten einen Stundenlohn. Zusteller können als Minijobber und sozialversicherungspflichtig beschäftigt werden. Die Zeitungspakete werden an bestimmte Zustellorte oder zum Zusteller nach Hause geliefert. Eine Ausnahme gibt es im Spangenberger Stadtteil Kaltenbach. Dort holen sich die Abonnenten die Zeitungen selbst an einem Lieferpunkt ab. Die Zeitungen werden üblicherweise zwischen 23 und 3 Uhr geliefert – zugestellt sollen sie in den frühen Morgenstunden sein. Auf der Internetseite gibt es weitere Informationen rund um die Zustellung der HNA und die Arbeit als Zeitungszusteller in der Region.

Kontakt: Wer sich interessiert, kann sich bei Thomas May unter Tel. 0 56 61/70 57 30 melden. Mehr unter hna-zusteller.de

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