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Nach Frankreich-Wahl: Das sagen die Partnerstädte im Melsunger Land

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan, Barbara Kamisli

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Farbenfrohe Kulisse: Zwischen St. Pierre in Frankreich und Spangenberg herrscht seit Jahren ein reger Austausch.
Farbenfrohe Kulisse: Zwischen St. Pierre in Frankreich und Spangenberg herrscht seit Jahren ein reger Austausch. © Rolf Aderhold

Nach der Frankreich-Wahl haben wir einen Blick in die Partnerstädte im Kreisteil Melsungen geworfen. So fällt das Fazit der befragten aus.

Kreisteil Melsungen – Die Präsidentschaftswahl in Frankreich verfolgten auch Menschen im Kreisteil Melsungen und in den französischen Partnerstädten mit Spannung. Am Ende setzte sich der amtierende Präsident Emmanuel Macron gegen Marine Le Pen durch. Wir haben Stimmen gesammelt.

In der Felsberger Partnerstadt Vernouillet herrscht vorrangig Freude über die Wiederwahl von Macron, wie Ulrich Brandenstein vom Städtepartnerschaftsverein Felsberg berichtet. Seine Bekannten in der 10 000 Einwohner Gemeinde, die etwa 50 Kilometer von Paris entfernt liegt, sprechen zwar von einem Sieg für Macron, es sei aber kein Triumph. Im Vergleich zu seiner Wahl 2017 habe er deutlich an Stimmen verloren (ein Minus von acht Prozentpunkten).

In Vernouillet stimmten im zweiten Wahlgang 63,5 Prozent für Macron, 36,5 für Le Pen. Es habe aber auch eine sehr hohe Stimmenthaltung in der Gemeinde gegeben. Frankreichweit holte der Präsident 58,5 Prozent, Le Pen 41,5.

Viele stimmten für Macron, um die Wahl von Le Pen zu verhindern, heißt es weiter aus Vernouillet. Macron ist in der Partei La République en Marche!„La République en Marche, Le Pen ist Spitzenkandidatin der rechtsextremen Partei „Rassemblement National“. Für Frankreich beginne nun eine schwierige Phase, das Land sei nach der Wahl und dem historischen hohen Ergebnis von Le Pen politisch gespalten, so die Einschätzung aus Felsbergs Partnerstadt. Die Ergebnisse sollen in der Jahreshauptversammlung des Städtepartnerschaftsvereins am Donnerstag genauer analysiert werden, sagt Brandenstein.

In Spangenbergs Partnerstadt Saint Pierre lag ebenfalls Manuel Macron vorn. Er erhielt 52,5 Prozent der Stimmen, Marin Le Pen 42,5 Prozent. Der Wunschkandidat sei Macron allerdings nicht, schreibt Edwige Castelli aus Saint Pierre. Rolf Aderhold vom Spangenberger Partnerschaftsverein hatte für uns den Kontakt hergestellt.

Viele hätten ihn nur gewählt, um Le Pen zu verhindern. „Immerhin verspricht der Präsident, seinen Regierungsstil zu ändern“, schreibt Castelli weiter. Sie sagt, es gebe trotz Macrons Sieg allerdings keinen Grund, sich zurück zu lehnen. Denn am 19. Juni sind Parlamentswahlen, bei denen die Volksvertreter gewählt werden, es gibt also eine Fortsetzung, so Castelli.

Janine Payne aus Saint Pierre schreibt: „Ein Europäer an der Spitze Frankreichs ist gut für uns alle, das Land und die Welt.“ Viele Menschen hofften, dass dieser Präsident die Probleme der unteren Schichten besser begreift. „Es ist wirklich bedauerlich, dass eine so große Zahl von Franzosen nicht begriffen hat, was sich hinter der Fassade einer Extremistin verbirgt“, so Payne. Le Pen wolle sie glauben machen, dass sie plötzlich ‘Sozialistin geworden sei und sie ihren Wohlstand erhöhe.

Man dürfe auch die Migranten nicht vergessen, die für die Nation notwendig geworden seien. Die ihre Arbeitskraft, ihre Intelligenz und ihr Können dem Land zur Verfügung stellen. Ihre Meinung, schreibt Janine Payne, würden viele ihrer Freunde und Bekannten teilen.

Stimmen aus Melsungens Partnerstadt Dreux beziehungsweise dem Städtepartnerschaftsverein waren nicht zu bekommen. (William Abu El-Qumssan und Barbara Kamisli)

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