Gartenarbeit

Senioren aus Röhrenfurt wollen jungen Menschen das Gärtnern beibringen

Das Gärtnern lernen: Mitglieder der Senioreninitiative Wir in Röhrenfurth wollen mit ihrem Projekt Dorfgarten jungen Menschen einen Zugang zum Gärtnern ermöglichen. Im Bild von links Heinz Sohl, Bärbel Rose, Heide Emrich und Maria Beier.
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Das Gärtnern lernen: Mitglieder der Senioreninitiative Wir in Röhrenfurth wollen mit ihrem Projekt Dorfgarten jungen Menschen einen Zugang zum Gärtnern ermöglichen. Im Bild von links Heinz Sohl, Bärbel Rose, Heide Emrich und Maria Beier.

Gärtnern ist in – aber viele junge Leute wissen gar nicht so genau, wann Möhren gesät werden müssen, wie Salat vereinzelt wird und wie ein Komposthaufen angelegt wird.

Röhrenfurth – Dabei will die Senioreninitiative Wir in Röhrenfurth helfen. Sie startet das Projekt Dorfgarten und will jungen Familien das Gärtnern beibringen. Drei Hobbygärtnerinnen wollen junge Leute mit Rat beim Gärtnern unterstützen. Hierfür hat die Initiative einen brachliegenden Garten an der Bachstraße ausgewählt, der seit zwei Jahren nicht mehr bewirtschaftet wird.

Mit Staketen eingezäunt, wirkt der 200 Quadratmeter große Garten verwildert. Aber Lavendel und Zitronenmelisse sind hier und da zwischen hohem Gras noch gut zu erkennen, außerdem gibt es am Rand mehrere Brombeer- und Johannisbeersträucher und einen alten Kirschbaum. Der Garten soll in mehrere Parzellen unterteilt werden, die von Leuten gepachtet werden können. Warum? „Damit wollen wir junge Familien an die schöne Arbeit des Gärtnerns heranführen“, sagt Maria Beier. Und Heide Emrich ergänzt: „Es ist so schön, zu sehen, was heraus kommt, wenn man ein Korn in die Erde steckt.“

Voneinander lernen: Senioren bieten Hilfe an

Sie und ihre Gärtner-Kollegin Bärbel Rose wollen Anreiz schaffen. Früher gab es an jedem Schulhaus einen Garten, und Kinder haben das Gärtnern früh gelernt, sagt Bärbel Rose. Außerdem lebten mehrere Generationen unter einem Dach, wo das Gärtnern von den Alten an die Kinder weitergegeben wurde. Wegen der veränderten Arbeitswelt hätten heutzutage viele keine Zeit mehr zum Säen und Ernten.

„Manchmal ist es auch Bequemlichkeit, Unkenntnis oder Fantasielosigkeit“, sagt Maria Beier. Gemeinsam mit den Pächtern würde das Grundstück zum Gärtnern erst mal vorbereitet, indem die Beete wieder freigelegt werden. Und dann kann die Aussaat beginnen. In ihrer Gestaltung seien die Pächter frei, egal ob Zucchini, Möhren, Salat, Kürbis oder einfach nur Radieschen. Das angrenzende Häuschen kann als Unterstellmöglichkeit für Gartengeräte genutzt werden. Und der Komposthaufen am Rande des Gartens kann weitergeführt werden.

Gärtnerinnen freuen sich auf Neu-Gärtner

Die drei Gärtnerinnen hoffen auf interessierte Neu-Gärtner, die sich an der Bachstraße ausprobieren wollen. Ein Vorteil sei die ruhige Lage am Ortsrand und der benachbarte Spielplatz – genügend Spielmöglichkeiten also für den Nachwuchs der Neu-Gärtner. Die Senioreninitiative will damit auch das Wissen der Älteren an die Jüngeren weitergeben.

Und sie hofft, dass sie mit ihrem Projekt Dorfgarten bei jungen Leuten die Liebe zum Gärtnern wecken können. Und zwar in dem Garten, in dem einst nämlich auch mit Liebe gegärtnert wurde: An einer Pergola neben dem alten Kirschbaum hängt noch ein großes Blech-Herz. (Claudia Feser)

Kontakt: Wer Interesse an dem Projekt hat und eine Parzelle pachten möchte, kann sich bei Heinz Sohl melden unter Tel. 05 66 1 / 14 81

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