Täter sind meist Fremde

Diebe bestehlen Senioren im Altenheim: So kann man vorbeugen

Sicher verwahrt: Wertgegenstände und Bargeld sollten in Einrichtungen wie Krankenhäusern und Seniorenheimen, wenn möglich, in einem Tresor verwahrt werden. Foto:  Berger/Archiv

Melsungen. Offene Räume und viel Besuch - Einrichtungen wie Krankenhäuser und Seniorenheime sind oft Ziel von Dieben.

Grundsätzlich werden Senioren immer häufiger Opfer von Diebstählen, sagt die Polizeidirektion Schwalm-Eder.

Auch im AWO-Seniorenheim Melsungen kam es Anfang dieses Jahres zu mehreren Diebstählen, sagt Geschäftsführer Michael Schmidt. Inzwischen sei die Serie jedoch abgerissen, wohl auch aufgrund der Polizeipräsenz.

Laut der Polizeidirektion sind die Diebstähle in Melsungen kein Einzelfall. Insbesondere bei dementen Patienten bleiben die Taten oft unentdeckt, besonders wenn kleine Geldbeträge und keine Wertgegenstände entwendet werden. Täter seien meist Fremde, die sich von außen Zugang verschaffen. Erleichtert werde dies, wenn Rezeptionen nicht regelmäßig besetzt und unbekannte Personen vom Pflegepersonal nicht angesprochen werden. Für die Polizei gestalte sich Täter- und Spurensuche oft schwierig, da Taten meist erst nach mehreren Tagen bemerkt und angezeigt werden.

Um zu verhindern, dass es zu Diebstählen kommt, beziehungsweise, um diese schneller aufzuklären, gibt Kriminalhauptkommissar Bernd Geßner folgende Tipps:

Bewohner:

• Schon beim Einzug sollten die Bewohner teure Wertgegenstände in einem Bank-/ Schließfach deponieren.

• Beim Einzug sollte eine Liste aller persönlichen Gegenstände angefertigt werden. Wertvolle Schmuckstücke und Gegenstände mit einem höheren Wert sollten zusätzlich fotografiert werden. Nummern und Markierungen sollten separat erfasst werden.

• Größere Bargeldbestände sollten der Verwaltung zur Aufbewahrung gegeben werden.

• Wenn vorhanden, sollten abschließbare Fächer oder Tresore im Zimmer genutzt werden.

• Wenn möglich, sollten die Türen des Zimmers bei jedem Verlassen abgeschlossen werden.

Betreiber und Pflegepersonal:

• In jedem Zimmer sollte ein Tresor oder zumindest ein abschließbares Fach eingebaut sein und die Bewohner zur Benutzung angehalten werden.

• Jede Pflegekraft sollte soweit sensibilisiert werden, dass Diebstähle sofort der Polizei gemeldet werden.

• Wenn bemerkt wird, dass ein Bewohner unangemessen sorglos mit seinem Vermögen umgeht, sollte die Notwendigkeit einer intensiveren Betreuung oder rechtlichen Betreuung geprüft werden.

• Rezeptionen sollten besetzt sein und unbekannte Besucher angesprochen werden.

Angehörige:

• Angehörige von Altenheimbewohnern sollten regelmäßig überprüfen, ob die Wertsachen noch vollständig sind und sicher verwahrt werden.

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