Blumenschmuck wurde von Grab geklaut

Diebstahl auf dem Friedhof in Melsungen

Diebstahl auf dem Friedhof in Melsungen: Marianne Ansorg hat einen Tag vor Heiligabend die leere Schale hinter dem Grabstein gefunden. Von dem Christrosenstock fehlt jede Spur.
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Diebstahl auf dem Friedhof in Melsungen: Marianne Ansorg hat einen Tag vor Heiligabend die leere Schale hinter dem Grabstein gefunden. Von dem Christrosenstock fehlt jede Spur.

Dreiste Diebe waren kürzlich auf dem neuen Friedhof in Melsungen unterwegs.

Melsungen – Als Marianne Ansorg am Tag vor Heiligabend das Grab ihrer Angehörigen im oberen Bereich des neuen Friedhofs in Melsungen besuchte, traute sie ihren Augen kaum.

Einer der beiden Christrosenstöcke, die sie wenige Tage zuvor auf der Ruhestätte, in der unter anderem ihr Ehemann und ihre Mutter liegen, platziert hatte, war verschwunden. „Da hat wohl noch jemand ein Weihnachtsgeschenk gebraucht“, vermutet die verärgerte Seniorin.

Die Schale, in der die Pflanze stand, fand die 75-jährige Melsungerin, die die Familiengrabstätte jeden zweiten Tag besucht, hinter dem Grabenstein. „Der oder die Diebe hatten wohl keine Verwendung für die Schale, sodass sie sie achtlos weggeschmissen haben“, sagt Ansorg. Die Seniorin ist wütend, denn es ist nicht das erste Mal, dass auf diesem Grab etwas entwendet wurde. Schon Mitte der 1990er-Jahre, als die Ruhestätte noch vollständig bepflanzt war, wurden immer mal wieder Pflanzen ausgegraben und gestohlen. Damals hätte man die Pflanzen aus der Mitte herausgenommen, sodass der Diebstahl nicht immer gleich aufgefallen sei. „Vor 25 Jahren war das ganz schlimm hier auf dem Friedhof“, weiß sie. Dann war viele Jahre Ruhe. Bis jetzt. Sie hätte auch schon von anderen gehört, dass Dinge auf den Gräbern ihrer Angehörigen verschwinden, betont Ansorg. Vor allen Dingen auf den Grabstätten, die, wie das ihrer Angehörigen, direkt am Hauptweg liegen.

Marianne Ansorg geht es nicht um den finanziellen Verlust. Für sie stehe die Ethik an erster Stelle. „Es ist absolut pietätlos, Pflanzen oder andere Gegenstände von Gräbern zu stehlen“, sagt sie.

Sie habe sogar Angst, dass sich die Täter in Zukunft auch an den Grabsteinen zu schaffen machen und diese beschädigen könnten. „Die Angelegenheit regt mich furchtbar auf“, sagt die 75-Jährige. Eine Vermutung, wer die Pflanze von der Ruhestätte entwendet haben könnte, hat die Seniorin nicht. Aber ein Dieb hätte es hier nicht besonders schwer, denn meistens sei man ganz allein auf dem Friedhof, macht sie deutlich. „Was hier passiert ist, ist Diebstahl und strafbar“, sagt sie.

Dennoch hat sie den Fall zwar bei der Melsunger Polizei gemeldet, aber keine Anzeige erstattet. Marianne Ansorg hofft nur, dass die Menschen aufmerksam sind und es zu keinen weiteren Diebstählen auf dem neuen Melsunger Friedhof kommt. (Tina Hartung)

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