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Dieter Vaupel aus Gudensberg stellt seine Lieblingstour vor

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Zwischen Mittelhof und Gensungen: Abgeerntete Felder mit der Felsburg im Hintergrund.
Zwischen Mittelhof und Gensungen: Abgeerntete Felder mit der Felsburg im Hintergrund. ©  Dieter Vaupe

In unserer Region gibt es attraktive Radwege. In loser Folge stellen wir Möglichkeiten vor, die Heimat mit dem Rad zu erkunden.

Kreisteil  Melsungen – Experten und Hobbyradler stellen ihre Lieblingsstrecken vor. Heute ein Vorschlag von Dieter Vaupel.

Für Rennradfahrer ist es eine schöne Feierabendrunde, die knapp zwei Stunden dauert. Die Strecke ist aber auch für Familien und Radfahrgruppen geeignet, die etwas gemütlicher fahren wollen. Sie führt entweder auf Radwegen oder entlang von ruhigen Nebenstrecken.

Am Radweg: Rundballen aus Stroh liegen zwischen Niedervorschütz und Maden. Im Hintergrund ist Niedervorschütz.
Am Radweg: Rundballen aus Stroh liegen zwischen Niedervorschütz und Maden. Im Hintergrund ist Niedervorschütz. © Vorbei am Heim eines Widerstandskämpfers

Es gibt nur eine richtige Steigung

Es gibt nur eine richtige Steigung gleich zu Anfang und geht über die Mittelhöhe nach Melgershausen. Dann haben Radfahrer nach rund drei Kilometern Strecke schon den steilsten Anstieg der Runde geschafft und können sich weitgehend rollen lassen. Sie können die Runde aber auch andersherum fahren als hier beschrieben. Dann kommt der Anstieg vom Gensunger Mittelhof über Melgershausen zur Mittelhöhe zum Schluss.

Der Start ist in Melsungen auf dem Marktplatz. Von dort geht es zunächst über die Ampelkreuzung Richtung Felsberg. Am Stadtende biegen Radfahrer rechts ab und kommen auf einen ruhigen Feldweg, genannt Melgershäuser Weg, der stetig ansteigt. Ein kurzes Stück von etwa 200 Metern ist eine geschotterte Gravelstrecke. Ansonsten verläuft die gesamte Runde auf asphaltierten Wegen und Straßen.

Vorbei am Gedenkstein

Haben Radfahrer die Mittelhöhe erreicht, können sie ihr Rad 4,5 Kilometer bis zum Gensunger Mittelhof rollen lassen. Der Hof ist eine Staatsdomäne mit einem Herrenhaus, dass heute nicht mehr genutzt wird. Dort war ehemals der Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944, Egbert Hayessen, zuhause. Ein Gedenkstein erinnert an den Mann, der am 15. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde.

Das Edertal ist erreicht. Auf der Landstraße geht es dann weiter in Richtung Felsberg, über die Ederbrücke und gleich hinter der Brücke auf den Radweg nach Böddiger. Wer Lust hat, kann von dort aus einen etwa zwei Kilometer langen Abstecher zum Böddiger Weinberg machen. Ansonsten gibt es zum Weiterfahren zwei Möglichkeiten: entweder auf dem sich entlang der Ems schlängelnden Radweg nach Niedervorschütz oder über die wenig befahrene Landstraße.

In Niedervorschütz führt der Radweg weiter in Richtung Maden, vorbei an einem Kunstwerk, das sich auch als Fahrradständer nutzen lässt. Der Maderstein, eine der vielen Basaltkuppen in der Region, kommt in Sicht, ebenso die Gudensberger Obernburg, die auf einer Basaltkuppe oberhalb der Stadt liegt.

Kunstwerk zwischen Niedervorschütz und Maden – als Fahrradständer umgenutzt.
Kunstwerk zwischen Niedervorschütz und Maden – als Fahrradständer umgenutzt. © Vorbei am Heim eines Widerstandskämpfers

Wer möchte, kann sich in Maden rechts neben der Straße am Ortseingang den sagenumwobenen Wotanstein ansehen. Durch das Dorf geht es weiter auf den Radweg nach Gudensberg, leicht bergauf. Neben dem Radweg gibt es eine Informationstafel, die auf die Ausgrabungen einer jungsteinzeitlichen Siedlung zwischen Maden und Gudensberg hinweist.

Durch Gudensberg empfiehlt sich, die Durchgangsstraße in Richtung Deute zu nutzen. Am Ende des Ortes zweigen Radfahrer dann auf den schattigen Bahnradweg ab, der mit Blick links auf den Scharfenstein über Dissen nach Haldorf führt.

Am Wassertretbecken einen Stopp einlegen

Dort können sich Radfahrer wieder rollen lassen und an einem Wassertretbecken zwischen Gudensberg und Dissen einen kurzen Stopp einlegen. Zwei Holzliegen laden zur Pause ein. Wer geländetaugliche Räder mit breiten Reifen hat, kann von Haldorf die Abkürzung über Schotter- und Waldwege direkt nach Grifte fahren. Auf dem Teerweg geht es links weiter durch Haldorf und dann auf dem parallel der Straße führenden Radweg nach Grifte. Von dort aus gelangen Radfahrer auf dem neu ausgebauten Radweg nach Guntershausen. Er führt an der Edermündung vorbei. Von dort geht der Weg an der Fulda entlang bis nach Melsungen.

Fachwerk ist bei der Tour zu sehen, zum Beispiel in Wagenfurth.
Fachwerk ist bei der Tour zu sehen, zum Beispiel in Wagenfurth. © Vorbei am Heim eines Widerstandskämpfers

Die Fulda wird überquert

Am ehemals bedeutenden Eisenbahnknotenpunkt Guntershausen wird die Fulda auf einer Radfahrerbrücke überquert. Dort gibt es einen Blick auf die Eisenbahnbrücke, die Teil der Nord-Süd-Verbindung von Kassel aus ist. Nach einem kleinen Anstieg und einer schönen Abfahrt landen Radfahrer auf dem R1 bei Guxhagen, wo es vorbei am ehemaligen Kloster Breitenau geht. Dort ist ein Besuch der Gedenkstätte, die an das ehemalige NS-Arbeitserziehungslager erinnert, möglich. Dann geht es durch den Ort, an der früheren Synagoge vorbei, die von ehemals jüdischem Leben im Ort zeugt, auf den Radweg an der Fulda entlang nach Büchenwerra. Eine Gaststätte mit Bootsverleih am Fuldaufer bietet dort die Möglichkeit für eine Rast.

Grebenau und Wagenfurth sind die folgenden Stationen. Ein Kleinod ist die schöne Mini-Fachwerkkirche, an der Fahrer dieser Runde in Wagenfurt vorbeiradeln. Ab dort sind es keine zehn Kilometer mehr bis zum Ziel. Es geht immer flach auf dem Radweg an der Fulda zum Marktplatz in Melsungen.

(Dieter Vaupel)

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