Doch keine Flüchtlinge in Melsunger Jugendherberge?

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Nutzung unklar: Seit drei Jahren steht das ehemalige Jugendherbergsgebäude in Melsungen leer. Ob dort Flüchtlinge untergebracht werden können, ist noch unklar.

Melsungen. Im ehemaligen Jugendherbergsgebäude werden keine Flüchtlinge untergebracht. Das sagt Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein.

Die Verhandlungen mit dem Deutschen Jugendherbergswerk (DJH) seien gescheitert.

„Das höre ich zum ersten Mal“, entgegnet Bob Tode, Vorstandsvorsitzender des Landesverbandes des DJH Hessen mit Sitz in Frankfurt. Seines Wissens würden die Anwälte beider Parteien noch nach einer Möglichkeit suchen, einen Pachtvertrag abzuschließen, der die Haftung eindeutig regelt. Denn die Haftungsfrage ist der Knackpunkt.

2012 schloss das DJH die Jugendherberge in Melsungen. Um die Brandschutzauflagen zu erfüllen, wären unverhältnismäßig hohe Investitionen nötig gewesen, sagt Tode. Und eben diese Brandschutzauflagen sind nicht erfüllt. „Was für Jugendherbergsgäste gilt, gilt natürlich auch für Flüchtlinge“, sagt der 49-jährige Vorstandsvorsitzende des Jugendherbergswerks.

Bob Tode

Den Schwarzen Peter wegen der angeblich geplatzten Verhandlungen schieben sich dabei Stadt und DJH gegenseitig zu. So argumentiert die Stadt, dass das Jugendherbergswerk Bedenken wegen des Haftungsausschlusses gehabt hätte und einem Pachtvertrag daher nicht zustimmen wollte. Die 25 Flüchtlinge sollten aber nur im Erdgeschoss untergebracht werden. Die Brandschutzauflagen - zum Beispiel ein zusätzlicher Rettungsweg - wären zu erfüllen gewesen. Angeblich sei das Jugendherbergswerk nicht sonderlich an einer Unterbringung von Flüchtlingen interessiert gewesen, so der Bürgermeister.

Auch ein Kaufangebot habe das DJH nicht akzeptieren wollen. Die Stadt hatte vom Verkehrswert sämtliche Lasten wie die anstehenden Anliegerbeiträge abgezogen. Auch ein vom DJH vorgeschlagener Erbpachtvertrag hätte die Stadt bei allen Lasten in die Pflicht genommen.

„Wo wir Flüchtlinge aufnehmen können, tun wir das“, weist Tode den Vorwurf zurück. Außerdem habe die Stadt vorgeschlagen, die Lasten zu übernehmen. Es sei keineswegs Bedingung des DJH gewesen. Vielmehr habe man die Erbpacht angeboten, um aus der Haftung zu kommen. „Wir haben sogar den Vorschlag gemacht, das Gebäude als Anteil bei der Übernahme des neuen Standortes einzubringen.“ Dies sei aber wohl nicht umsetzbar gewesen.

„Wir wollen eine Nutzung ermöglichen, gerne auch für Flüchtlinge und stehen auch künftig zum Standort Melsungen“, sagt Tode. Er werde in den kommenden Tagen Kontakt zur Stadt suchen und eine Lösung anstreben.

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