1. Startseite
  2. Lokales
  3. Melsungen
  4. Melsungen

Dorfentwicklung startet: 60 Projekte sollen in Melsungen bis 2040 entwickelt werden

Erstellt:

Von: Damai Dewert

Kommentare

Soll schöner werden: Der Dorfplatz im Melsunger Stadtteil Kirchhof soll aufgehübscht werden – im Bild ist Ortsvorsteher Holger Hartung. In Melsungen werden die Ergebnisse für die Dorfentwicklung vorgestellt.
Soll schöner werden: Der Dorfplatz im Melsunger Stadtteil Kirchhof soll aufgehübscht werden – im Bild ist Ortsvorsteher Holger Hartung. In Melsungen werden die Ergebnisse für die Dorfentwicklung vorgestellt. © Gerhard Schmoll

Die Stadt Melsungen verändert aktuell ihr Gesicht. Sie nimmt teil am Dorfentwicklungsprogramm.

Melsungen – Die Stadt Melsungen verändert aktuell ihr Gesicht. Am Sand entstehen ein neues Fulda-Ufer und ein neues Einkaufszentrum samt Parkhäuser. Aber auch in den Stadtteilen wird sich in den kommenden Jahren einiges tun. Die Stadt nimmt teil am Dorfentwicklungsprogramm.

Das Programm

Aufgabe der Gemeinden bei der Dorfentwicklung ist es laut Hessischem Umweltministeriums, eine kommunale Gesamtstrategie auf Grundlage eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) zu erarbeiten. Klingt sehr theoretisch, enthält aber konkrete Projekte.

Die Hausaufgaben für die Dorfentwicklung habe die Stadt gemacht, sagt Nadine Finn, Bauamtsleiterin der Stadt. Eine Vielzahl von Projekten gebe es. Unter dem Titel Melsungen 2040 wurden in den vergangenen Jahren unter Gesichtspunkten wie Innenstadt, Handel, Freizeit, Bauen und Wohnen Ziele definiert und Vorhaben vorgeschlagen – auch von den Einwohnern und gesammelt.

Das Ziel

Die großen Fragen, die es auch in Melsungen zu beantworten gebe, seien der Umgang mit Leerständen, die Sanierung älterer Bestandsimmobilien und, wie neuer und zeitgemäßer Wohnraum für jüngere Generationen geschaffen werden kann. Für acht Jahre, die Dauer der Teilnahme an der Dorfentwicklung, dürfen beispielsweise keine neuen Baugebiete ausgewiesen werden. Vielmehr gehe es in der Dorfentwicklung ja darum, Ortskerne attraktiver zu machen und zu beleben, sagt Finn.

Dazu gebe es ja bereits Förderprogramme wie „Jung kauft Alt“. Eine richtige Entwicklung, sagt Finn. Flächenversiegelung und Ressourcenverbrauch müssten unbedingt sinnvoll und effektiv erfolgen.

Die Projekte

Insgesamt wurden in den Bürgerforen, der Zukunftswerkstatt und den Treffen der Steuerungsgruppe fast 60 Projekte aus vier Handlungsfeldern festgelegt. Diese sollen laut Konzept in den kommenden Jahren bis 2040 – daher der Titel – angegangen und umgesetzt werden. Viele Projekte sind dabei von Privatpersonen.

Es gibt ein Stadtentwicklungskonzept (SEK) und eines für die Innenstadt mit dem Namen Integriertes Handlungskonzept (IHK). Einige Vorhaben seien für die künftige Entwicklung der gesamten Stadt wichtig, sagt Nadine Finn, Bauamtsleiterin. Als Beispiele nennt sie die ärztliche Versorgung und den Kampf gegen Leerstände in der Innenstadt.

Genauso müsse die Stadt aber auch seniorengerechter werden, für diese Zielgruppe auch Wohnraum entwickeln und gleichzeitig die Kinderbetreuung ausbauen. Insofern ergäben sich auch Zielkonflikte.

Einiges sei auch schon in Arbeit: Konkret würde aktuell an einem Leerstandskataster gearbeitet. Eigentümern soll künftig eine Hilfe bei der Neuvermietung von gewerblichen Flächen angeboten werden. Das Lindenwäldchen soll nach Aussage von Nadine Finn erschlossen und erlebbar gemacht werden. Dazu werden die Wege freigelegt, erneuert und möglicherweise ein Rundweg angelegt.

Bürgerforum am 1. Juni

Angestoßen werden sollen außerdem der Umbau und die Nutzung weiterer nachgefragter gewerblicher Flächen im Erdgeschoss. Viele Geschäfte in Melsungen klagten über eine fehlende Barrierefreiheit. Auch für diesen Umbau könnte es ein Förderprogramm geben, so heißt es im Handlungskonzept Innenstadt Melsungen 2040.

In dem Konzept wird auch strategisch Einfluss genommen. So heißt es beispielsweise, das Citymanagement soll breiter und integrativer aufgestellt sein. Empfohlen wird zu den bestehenden Säulen Citymanagement und Tourismusförderung der Punkt Wirtschaftsförderung.

In den vergangenen Monaten habe es zahlreiche Ortsrundgänge gegeben, berichtet Christa Thein vom Bauamt. Am 25. Mai würden die Ergebnisse in der Steuerungsgruppe besprochen. Für Mittwoch, 1. Juni sei zudem ein Bürgerforum zur Dorfentwicklung geplant, sagt Thein. Los geht es um 18 Uhr in der Stadthalle in Melsungen. (Damai Dewert)

Auch interessant

Kommentare