Für 8300 Beschäftigte

Edeka Hessenring: Betriebsräte fordern Haustarifvertrag

Gegen Dauerspätschichten: Gewerkschaftssekretär Manuel Sauer macht sich für die Edeka Hessenring-Mitarbeiter stark. Foto: Geier

Melsungen. Edeka Hessenring braucht einen Haustarifvertrag, dafür haben sich etwa 60 Edeka-Betriebsräte in der Melsunger Stadthalle ausgesprochen.

Nur mit einem Tarifvertrag hätten die Mitarbeiter etwas in der Hand, mit dem sie ihre tariflichen Rechte einklagen könnten, sagt Jürgen Bothner, Landesleiter der Verdi Hessen.

Die Botschaft von Verdi ist klar: „Unternehmen sollen über ihr Sortiment konkurrieren und nicht über ihre Mitarbeiter.“ Die Edeka Hessenring hat seit 2012 keinen Tarifvertrag, als einziger von sieben Konzernbetrieben. Die Gewerkschaft Verdi kritisierte, dass der fehlende Tarifvertrag schwere Konsequenzen für die Mitarbeiter habe. Lohn, Arbeitszeiten, Kündigungen seien nicht mehr geregelt. Seit drei Jahren gab es für die 8300 Mitarbeiter keine Lohnerhöhung mehr, sagt Bothner. Jüngere Angestellte würden bereitwilliger die 40-Stunden-Woche leisten und bekommen mehr Lohn dafür, ältere Mitarbeiter seien hingegen nicht bereit, mehr Stunden zu arbeiten und würden bei der Lohnerhöhung übergangen. Dadurch würde auch die Belegschaft gespalten: Lohnunterschiede seien das Hauptproblem. Der fehlende Tarifvertrag sei ein Schaden für die Mitarbeiter, denn ohne Vertrag können keine Ansprüche vor Gericht eingeklagt werden. Deshalb setzte sich Verdi für einen Haustarifvertrag bei Edeka Hessenring ein, der jedem Mitarbeiter Rechte gebe.

Keine Einigung in Sicht 

Der Verdi-Landesleiter kam bei der Betriebsrätekonferenz direkt auf Hessenring-Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß zu sprechen: „Kein Tarifvertrag gibt ihm den Spielraum das zu tun, was er für Richtig hält.“ In einem Gespräch habe Verdi ihm die Idee eines Haustarifvertrags bereits unterbreitet, dieser habe aber abgelehnt.

Stattdessen werde von den Angestellten immer mehr gefordert, sagt Gewerkschaftssekretär Manuel Sauer. Sauer: „In den letzten Jahren haben die Mitarbeiter viele Verschlechterungen und Erschwernisse ihrer Arbeitsbedingungen hinnehmen müssen, das muss ein Ende haben.“ Jürgen Bothner sagte klar: „Wir werden in Zukunft noch fester zusammenarbeiten, alle Möglichkeiten ausnutzen und uns für einen Tarifvertrag einsetzen. Für gute Arbeit muss es auch gute Löhne geben.“

Hans-Richard Schneeweiß wollte sich zu diesem Thema nicht äußern.

Von Christiane Geier

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