Kommunen schließen sich Resolution an

Einstimmig fürs Krankenhaus: 3000 Unterschriften gesammelt

Asklepios Krankenhaus Melsungen
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Asklepios Krankenhaus Melsungen

Melsungen – Die Kritik an Asklepios, dem Melsunger Krankenhausbetreiber, formiert sich: In weniger als drei Wochen haben sich die Gemeinde- und Stadtparlamente von Melsungen, Malsfeld, Morschen, Spangenberg, Guxhagen, Felsberg und Körle im Altkreis Melsungen mit einstimmigen Voten einer Aufforderung an den Klinikbetreiber Asklepios angeschlossen.

In der heißt es, Asklepios soll die Grund- und Regelversorgung am Notfallstandort Melsungen sofort wiederherstellen. Das teilt Volker Wagner mit. Der SPD-Fraktionsvorsitzende ist zugleich Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises des Klinikums. Der Verein hatte eine Unterschriftenaktion für das Krankenhaus organisiert. „Die Resonanz auf die Unterschriftenaktion ist eindrucksvoll“, sagt Wagner. Bis Ende der vergangenen Woche sind bereits mehr als 3000 Unterschriften auf dem Melsunger Marktplatz, in Arztpraxen, Apotheken, bei sonstigen Gesundheitsdienstleistern und in den ortsansässigen Betrieben zusammengekommen. Die Aktion laufe aber weiter. „Jeden Tag werden weitere Unterschriften gesammelt.“

Der Freundes- und Förderverein plant, diese Unterschriften und das Votum der Gemeindevertretungen und Stadtparlamente noch im Oktober dem Sozialministerium zu übergeben. Einen Termin für ein Gespräch dort haben Landrat Winfried Becker und der Erste Kreisbeigeordnete Jürgen Kaufmann vereinbart. Der Freundes- und Förderkreis hält die Vorgehensweise von Asklepios für skandalös. Wesentliche Leistungen aus den seinerzeit mit dem Schwalm-Eder-Kreis geschlossenen Verträgen werden nicht eingehalten.

Als Beispiele nennt Wagner die Chirurgie, die nur noch an zwei Wochentagen besetzt ist und die Röntgenabteilung mit Computertomograf (CT), die in der Regelarbeitszeit nicht mehr betrieben werden kann. „Die Leidtragenden sind die Menschen in der Region“, sagt Wagner. Deutlich werde das auch am Beispiel des fehlenden Durchgangsarztes. Im Fall eines Unfalls in einem der Betriebe und beim Schulsport kann im Klinikum Melsungen niemand helfen. Die Konsequenz ist, dass die Betroffenen nach einer Erstversorgung zur Weiterbehandlung nach Hessisch Lichtenau, oder nach Kassel gebracht werden müssen. Davon betroffen sind 30 000 Einwohner im Altkreis. „Die Frage, die sich alle stellen müssen, ist, ob das Sozialministerium sich dieser Situation bewusst ist, und wenn ja, ob das alles mit seiner Billigung geschieht“, kritisiert Wagner.

Ebenfalls noch offen ist die Zukunft des bekannten Chefarztes und ehemaligen Ärztlichen Direktors Dr. Gunther Claus. Wegen der geringen Bettenzahl der Inneren sollte die Chefarztstelle abgebaut werden. Claus soll ein Vertrag vorliegen, demnach er den Medizinischen Versorgungszentren in der Region zuarbeiten soll. Nach HNA-Informationen wolle er das Angebot nicht annehmen. Eine Einigung steht noch aus.

Asklepios kündigte auf Nachfrage für die kommenden Tage eine Erklärung an. In dieser soll es auch um die Personalie Chefarzt für die Innere Medizin gehen.

Von Damai D. Dewert

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