Experten aus Melsungen geben Tipps

Diese 15 Dinge sollte man bei klirrender Kälte keinesfalls tun

Wem‘s schmeckt: Eis essen bei klirrender Kälte ist Geschmacksache, aber wem es im Schnee trotzdem genauso schmeckt wie bei tropischen Temperaturen, der sollte Mütze und Handschuhe tragen. Wir geben Tipps, was man aktuell beachten sollte.
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Wem‘s schmeckt: Eis essen bei klirrender Kälte ist Geschmacksache, aber wem es im Schnee trotzdem genauso schmeckt wie bei tropischen Temperaturen, der sollte Mütze und Handschuhe tragen. Wir geben Tipps, was man aktuell beachten sollte.

Der Winter hat die Region fest im Griff. In den nächsten Tagen erwarten uns im Kreisteil Melsungen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad Celsius. Auf dieser Seite haben wir 15 Dinge zusammengestellt, die man bei dieser eisigen Kälte besser nicht tun sollte.

1. Die Katze vergessen: Sollte die Wohnungskatze bei den eisigen Temperaturen trotzdem eine Runde im Schnee drehen wollen, bitte nicht vergessen, sie auch wieder hereinzulassen. Das sagt die Melsunger Tierärztin Regina Korthaus. „Am besten sind Katzenklappen, damit sie jederzeit wieder rein können. Aber nicht der Katze die Tür öffnen und sie dann draußen vergessen bei den eisigen Temperaturen.“

2. Die Blumen retten: Nein, die Pflanzen im Blumenbeet werden unter den Schneemassen nicht zerquetscht, sie müssen nicht befreit werden, ganz im Gegenteil, sagt die ehemalige Melsunger Biologielehrerin und Nabu-Mitglied Maria Beier aus Röhrenfurth. „Die Schneedecke ist eine wunderbare Schutzschicht für die Pflanzen bei diesen eisigen Temperaturen.“ Selbst bei zweistelligen Minustemperaturen herrsche unter der Schneedecke gerade mal leichter Frost, weiß die Expertin.

3. Vögel nicht füttern: Wenn man den Vögeln bei der Futtersuche helfen will, dann unbedingt jetzt. Das sagt Torsten Cloos vom Nabu Melsungen-Spangenberg. „Gerade bei dieser Wetterlage kann man den Vögeln helfen, wenn man ihnen Futter anbietet.“ Besser als Äpfel, die innerhalb weniger Minuten steinhart gefroren sind, seien Körner bei dieser Witterung.

4. Den Hund raus zwingen: „Tiere wissen ganz genau, was ihnen gut tut und was nicht“, sagt Tierärztin Regina Korthaus. Will der Hund nicht raus, dann bitte auch nicht zum Spaziergang zwingen. Draußen solle man den Hund gut beobachten. Wenn er augenscheinlich friert, dann bitte zurück nach Hause. „Aber da gibt es je nach Hunderasse große Unterschiede. Die einen haben dicke Unterwolle und können bei diesen Temperaturen länger draußen sein als andere mit dünnem Fell.“

5 .Fahrrad nicht säubern: „Das Streusalz greift die Metalle und die Kette an“, sagt Susanne Johannsmann, Inhaberin vom Radhaus Melsungen. Sollte man sich mit seinem Rad auf die glatten Straßen wagen, muss das Fahrrad danach gereinigt werden. Zusätzlich empfiehlt Johannsmann, die Kette zu fetten.

6. Kein Frostschutz fürs Auto: Wenn sich bei Schnee und Eis das Autofahren nicht vermeiden lässt, dann ist ausreichend Frostschutzmittel unverzichtbar: „Am besten hat man immer ein Enteiserspray im Auto“, sagt Petra Bardeleben, Mitinhaberin der Autowerkstatt Bardeleben in Melsungen. Das Spray kann helfen, falls Scheibenwischer oder Türschloss vereist sind. Ohne Frostschutz im Kühler geht es bei den eisigen Temperaturen nicht: Das schützt das Kühlmittel vorm Gefrieren und den Motor vor Schäden. Zusätzlich können die Türdichtungen mit Vaseline eingeschmiert werden, dann frieren die Autotüren nicht zu.

7. Im Dunkeln Joggen: Gerade bei diesen Straßenverhältnissen sollte man die Jogging-runde besser nicht auf den Abend legen. Denn die Verletzungsgefahr auf Schnee und Eis ist hoch, sagt Allgemeinmediziner Philipp Klapsing aus Wabern.

8. Intensives Ausdauertraining: Zu niedrige Temperaturen und intensives Ausdauertraining sind keine gute Kombination, insbesondere wenn man Probleme mit Asthma hat, weiß Arzt Philipp Klapsing. Gerade Wintersportler wie Skilangläufer litten oft an asthmatischen Beschwerden. „Weil sie viel und häufig kalte Luft einatmen.“

9. Ohne Mütze raus: „Hält man sich bei Minusgraden lange draußen auf, sollten vor allem Hände und Füße sowie der Kopf gut geschützt werden“, sagt Anja Sostmann, Leitern der Bartenwetzer Apotheke in Melsungen. Besonders Kinder sollten nicht zu lang im Schnee spielen. Denn die merkten oft nicht, dass sie unterkühlt sind, so Sostmann. Um sich wieder aufzuwärmen, hilft ein Ingwertee oder eine warme Zitrone. Auch warme Fußbäder wirken gegen die Kälte.

10. E-Bike fahren: Mit dem E-Bike ist man schnell unterwegs. Das kann bei Kälte ein Nachteil sein: „Das Fahren mit dem E-Bike erfordert weniger Anstrengung, weshalb der Körper schneller unterkühlt“, sagt Susanne Johannsmann. Lange Strecken sollten daher bei Schnee und Eis vermieden werden. Wer sich trotzdem aufs E-Bike setzt, sollte das nicht ohne Winterreifen und Winterkleidung fürs Radfahren tun.

11. Zu wenig trinken: Auch im Winter braucht der Körper ausreichend Flüssigkeit. Das beuge vor allem Blasenentzündungen vor. Gerade bei den eisigen Temperaturen seien besonders Frauen dafür anfällig, weiß Anja Sostmann. Auch auf Gemüse und Gewürze sollte im Winter nicht verzichtet werden: Ingwer, Chili und Kurkuma wärmen von innen und stärken die Abwehr, so Sostmann weiter. Wem das nicht reicht, der könne zusätzlich Vitamin C und Zink einnehmen.

12. Auf den letzten Drücker tanken: Bei Glätte und Schneeverwehungen kommt es häufig zu Staus auf den Straßen. Da sollte der Tank des Autos nicht beinahe leer sein. Ist man dann an der Tankstelle, sollte auch der Luftdruck der Reifen geprüft werden: „Bei winterlichem Wetter kann der Luftdruck etwas erhöht werden“, sagt Petra Bardeleben. Steht man trotz allem im Stau und friert, helfen Decken und warme Kleidung.

13. Enge Hosen tragen: Auf enge Hosen sollte man bei diesen eisigen Temperaturen besser verzichten, sagt Heike Hofer, Inhaberin der Fysel Modeboutique in Melsungen. „In einer engen Jeans friert man draußen ganz schnell.“ Besser: Eine locker sitzende Hose, unter die noch eine Fleeceleggins passt. Auch auf fließende Stoffe wie Seide sollte man dieser Tage besser nicht tragen. „Diese Stoffe kühlen die Haut.“

14. Ohne Creme raus: Auch für die Haut sind die kalten Temperaturen anstrengend. Ohne Creme sollte man daher nicht nach draußen gehen. „Am besten ist eine Creme mit mehr Fettanteil“, sagt Apothekerin Anja Sostmann. Das kann die Haut vor dem Austrocknen schützen.

15. Aufs Lüften verzichten: Auch bei knackigen Minusgraden ist richtiges Lüften wichtig, sagt Profi Reiner Skirde. Der Melsunger ist Inhaber eines Betriebs für Sanitär, Heizung und Klempnerei. Drei mal täglich für zehn Minuten die Fenster in gegenüberliegenden Zimmern öffnen, lautet sein Tipp fürs Lüften. Bis zu vier Liter Flüssigkeit verursacht eine Person täglich mit Kochen, Duschen und Schwitzen. Diese Feuchtigkeit müsse raus aus dem Haus, sonst drohe Schimmelbildung, warnt Skirde. Außerdem sollte man die Zimmer über Nacht nicht zu sehr auskühlen lassen. Maximal drei bis fünf Grad sollte die Temperatur in den Zimmern gesenkt werden. Die Heizkörperthermostate nicht niedriger als auf Stufe 1 oder 2 stellen, empfiehlt Skirde. Im Schlafzimmer vor dem Schlafengehen gut durchlüften und morgens auch. Fenster auch dort nicht kippen, das gefährde die Heizkörperleitungen unter den Fenstern. (Carolin Hartung, Natascha Terjung, Damai Dewert)

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