Er will 5G-Netz an jeder Milchkanne: Spitzenkandidat der FDP-Hessen in Melsungen

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Besuch in Melsungen: Der Spitzenkandidat zur Europawahl Thorsten Lieb (rechts) am Wahlstand in Melsungen, mit von links Landtagsabgeordneten Jürgen Lenders und Wiebke Knell sowie Marion Viereck (stellvertretende Vorsitzende vom FDP-Stadtverband Melsungen und Alexander Katzung (Vorsitzender FDP-Stadtverband Melsungen). 

Klima- und Tierschutz sind längst keine Themen mehr, die nur im Wahlprogramm der Grünen zu finden sind. Sie stehen auch bei den Liberalen im Fokus, machte der Hessische Spitzenkandidat der FDP, Dr. Thorsten Lieb, gestern in Melsungen deutlich.

Auf seiner Wahlkampftour machte er Halt auf dem Melsunger Marktplatz und stattete seinen Parteikollegen am Wahlstand einen Besuch ab.

Lieb, der seit 2015 Europabeauftragter der FDP Hessen ist, ist überrascht vom Interesse der Menschen für Europa. „Die Leute wollen wissen, wie Europa funktioniert.“ Nie sei so viel für die Wahl geworben und aufgeklärt worden wie diesmal, sagt er. „Selbst Unternehmen und Schulen laden Politiker zu Diskussionsrunden ein, das ist eine tolle Entwicklung.“

Während sich die Menschen in den Städten dafür interessierten, wie es mit der Klimaschutzpolitik weitergehen soll, sei im ländlichen Raum die Agrarpolitik von Interesse. Die FDP wolle sich dafür einsetzen, dass auch in der Landwirtschaft auf Innovation gesetzt wird, sagte Lieb. „Ein 5G-Netz muss an jeder Milchkanne verfügbar sein.“

Es gebe zahlreiche smarte Technologien, die die Arbeit der Landwirte erleichtern könnte – an solchen Stellen sollten Subventionen fließen. „Wir reden dauernd von selbstfahrenden Autos. Aber was ist beispielsweise mit einem selbstfahrenden Mähdrescher?“, fragt Lieb. Auch Systeme, mit denen der Einsatz von Pestiziden deutlich verringert werden könne, müssten gefördert werden. „Wir müssen uns bei der ökologischen Landwirtschaft besser aufstellen.“

Genauso setze sich die Partei für ein europäisches Tierschutzlabel ein, sagte FDP-Landtagsabgeordnete Wiebke Knell (Schwalmstadt), die mit Landtagsabgeordneten Jürgen Lenders (Fulda) Lieb nach Melsungen begleitete. „Wer soll bei 20 verschiedenen Labels den Überblick behalten?“ Für Lebendtiertransporte, die aus der EU herausgehen, müsse europäischer Standard gelten, so Lieb. „Die Transporte müssen überwacht werden. Derzeit ist dies eine Grauzone.“

Lieb will für Europa begeistern, doch wie will er das schaffen? „Indem wir immer wieder deutlich machen, was wir durch die EU gewonnen haben.“ Man müsse betonen, dass dank der EU 70 Jahre Frieden in Europa herrscht, an Grenzen nicht mehr kontrolliert wird und dass jeder wählen kann, in welchem EU-Staat er arbeiten möchte.

Aber Europa sei ein Projekt, an dem weiter gearbeitet werden müsse. „Wir müssen zurück zur Stabilitätsunion. Wir müssen verbindlicher sein und uns an Regeln halten, die wir schließlich selbst aufgestellt haben.“ Die Zusammenarbeit der Staaten müsse weiter vorangetrieben werden. „Wir brauchen mehr europäische Projekte, die die Staaten verbinden.“

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