Diebstahl

Erst stehlen, dann einpflanzen: Blumendiebe an Gräbern unterwegs

Löcher, wo Blumen waren: Blumendiebe haben zwei Heidestöckchen von einem Grab in Obermelsungen gestohlen.
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Löcher, wo Blumen waren: Blumendiebe haben zwei Heidestöckchen von einem Grab in Obermelsungen gestohlen.

In Obermelsungen war ein Blumendieb unterwegs. Der Täter hat die Heidestöckchen aber nicht aus einem Vorgarten oder einer Blumenrabatte geklaut, sondern aus einem frisch bepflanzten Grab.

Obermelsungen – Adolf Seitz aus Melsungen, der das Grab seiner Eltern in Obermelsungen pflegt, kann nicht verstehen, wer so etwas macht.  „Das ist eine Frechheit.“

Es gehe ihm nicht ums Geld, sondern ums Prinzip, sagt Seitz. 13 große Heidestöckchen mit drei Farben hatte er zusammen mit seiner Ehefrau auf das Grab der Eltern auf dem oberen Teil des Friedhofs gepflanzt. Eine Woche später, als er das Grab goss, war die Bepflanzung noch komplett. Wenige Tage später bekam er einen Anruf einer Bekannten, mit der er sich beim Gießen abwechselt: Zwei Stöckchen fehlten. Die Bekannte sei alle Gräber auf dem Friedhof abgegangen. Keines sei mit den zwei auffälligen Heidestöckchen bepflanzt worden.

Diebstahl am Grab ist kein Einzelfall

Dieser Diebstahl ist kein Einzelfall, weiß Karola Schwarz von der Friedhofsverwaltung in Melsungen. So etwas komme häufiger vor. Im Jahr bekomme sie zwischen fünf bis zehn Anrufe, „und die Dunkelziffer ist sicherlich viel höher“. Gestohlen werde alles von Gräbern: Blumenstöcke, Vasen, Gestecke sowie Grabzubehör wie Lämpchen und Engelchen. „Das passiert besonders vor den Totengedenktagen, wenn die Gräber schön bepflanzt sind.“

Sie rät mittlerweile den Menschen, bei der Bepflanzung der Gräber „zurückhaltend zu sein“. Also statt teurer Blumen eher günstigere Varianten zu nehmen oder einfache Bodendecker und eine Vase mit Blumen aufs Grab. „Denn alles, was man einpflanzt, ist ein Risiko.“

Viele Beschwerden in Melsungen

Diebe bedienen sich meistens an Gräbern, die am Rand oder an einem Hauptweg liegen. „Auf dem Dorf kommt das eher selten vor“, sagt Karola Schwarz. Die meisten Beschwerden gebe es von Leuten aus Melsungen, die Gräber auf dem Alten Friedhof oder am Huberg pflegen. Dort werden auch schon mal Blumen an einer Ecke des Friedhofs rausgeholt und auf ein Grab an einer anderen Ecke wieder eingepflanzt.

Am neuen Friedhof seien aber nicht immer Menschen die Täter. „Dort gibt es eine Kaninchenplage“, sagt Karola Schwarz von der Friedhofsverwaltung. Die Kaninchen buddeln die Pflanzen aus, am liebsten die frisch eingepflanzten. „In Obermelsungen gibt es aber keine Hasenplage am Friedhof.“

Ihr Tipp: Wer Grabschmuck auf dem Grab vermisst, soll sich bei der Stadt melden.

Kontakt: Friedhofsverwaltung der Stadt Melsungen, Karola Schwarz, Tel. 05 66 1 / 70 81 06

(Claudia Feser)

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