Cyberangriffe

Nach Hackerangriff auf Tegut: Edeka Hessenring wird täglich attackiert

Nach Cyberangriff auf Tegut-Zentrale: Auch die Melsunger Tegut-Filiale ist von dem Hackerangriff auf ihre Firmenzentrale in Fulda betroffen.
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Nach Cyberangriff auf Tegut-Zentrale: Auch die Melsunger Tegut-Filiale ist von dem Hackerangriff auf ihre Firmenzentrale in Fulda betroffen.

Unbekannte haben am 24. April einen Cyberangriff auf Tegut verübt. Insbesondere die Programme, die in der Logistik die Disposition steuern, waren betroffen.

Melsungen – lm Melsunger Tegut-Markt gibt es leere Regale bei Joghurt und Butter, Kosmetiktüchern und Getränken – und vielem mehr. Grund sind keine Hamsterkäufe, sondern die Supermarktkette wurde Opfer eines Hackerangriffs. Könnte das bei der Edeka Hessenring auch passieren? Und wie können sich Märkte vor Angriffen schützen?

„Einen Hackerangriff kann man nie ausschließen“, sagt Richard Schneeweiß, Hauptgeschäftsführer der Edeka Hessenring. Und er sagt: Täglich würden Tausende Attacken dokumentiert. Mit Firewalls und anderen technischen Schutzmechanismen habe das Unternehmen bisher alle Hackerangriffe abgewehrt. „Aber das heißt nicht, dass nicht morgen eine Lücke gefunden wird.“

Nach Cyberangriff auf Tegut: Edeka hat Notfallplan und Sicherungssysteme

Natürlich habe das Unternehmen für den Fall der Fälle einen Notfallplan und Sicherungssysteme. Schneeweiß veranschaulicht dies mit einem Einsatz der Feuerwehr: Die Feuerwehr habe sich theoretisch auf die Brandbekämpfung vorbereitet – wenn dann der Ernstfall eintrete, müsse sie dennoch flexibel darauf reagieren und improvisieren.

Fakt ist: Bei der Edeka gibt es eine eigene Abteilung, die ausschließlich für die IT-Sicherheit des Unternehmens zuständig ist. Es gebe einen Schutz im Inneren: Bei keinem Arbeitsplatz auf dem Gelände der Edeka sei es möglich, von Zuhause mitgebrachte CDs oder USB-Sticks einzustecken, weil die Zugänge dafür gesperrt seien. „Das Risiko einer Infektion mit einem Computervirus ist einfach zu groß.“ USB-Anschlüsse seien lediglich zur Stromversorgung freigegeben, um beispielsweise ein Handy aufzuladen.

Edeka-Geschäftsführer: Auch Gehälter könnten bei Cyberattacke nicht ausbezahlt werden

Gleichwohl könne sich heutzutage ein Unternehmen nie sicher sein: „Es könnte uns auch erwischen“ Im Fall eines Cyberangriffs „würden wir vorübergehend wieder händisch arbeiten“, sagt Schneeweiß und erklärt: Wenn die Telefonanlage noch funktioniere, würden die Bestellungen der Märkte so durchgegeben, sie würden aufgeschrieben und in die Abteilungen des Warenlagers wie dem Trockensortiment oder dem Tiefkühllager übermittelt.

Die Kommissionierer würden die Waren dann aus den Regalen holen. Bei der Edeka seien bis auf das Getränkeschwergut keine Roboter am Werk, „wir arbeiten im Zugriff auf die Ware noch sehr konventionell.“ Bei aller Vorbereitung könne ein Unternehmen die Schwere einer Attacke nicht vorwegnehmen, außerdem pflanze sich der Hackerangriff mit Geschwindigkeit fort und greife auf verschiedene Bereiche zu.

Würde beispielsweise der Finanzbereich der Edeka Hessenring von einem Cyberangriff betroffen, wären möglicherweise alle Konten blockiert, sodass keine Gehälter ausbezahlt werden könnten. Schwierig seien auch die Bereiche Personaldaten und Personalsteuerung sowie Finanzen und Controlling. (Claudia Feser)

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