SPD-Schwalm-Eder-Arena

Europawahl: Sigmar Gabriel und Martina Werner zu Gast in Melsungen

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Zu Gast in der Schwalm-Eder-Arena der SPD: Europaabgeordnete Martina Werner und der SPD-Bundestagsabgeordnete, ehemalige Außenminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel.

Vom Brexit und dem Weltfrieden bis zum Kasseler Unternehmen Henschel reichten die Themen bei der SPD-Schwalm-Eder-Arena am Mittwochabend in der Melsunger Stadthalle.

Am Ende einer SPD-Tour durch den Kreis sprachen die Europaabgeordnete Martina Werner und der ehemalige Vizekanzler und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel und stellten sich Fragen. Während der zweistündigen Runde blieb aber nur noch Zeit für sechs Fragen.

Für Sigmar Gabriel steht Henschel für Qualität 

„Die größte Errungenschaft ist der Frieden und der Wohlstand, der darauf gründet“, sagte Martina Werner. Und: „Wir brauchen eine starke Europäische Union, die zusammensteht. Wir Sozialdemokraten stehen für das soziale Europa.“ Bei den menschenunwürdigen Bedingungen für Lkw-Fahrer habe die SPD den Finger in die Wunde gelegt, sie habe den Mindestlohn eingeführt.

Im Zusammenhang mit dem früheren Unternehmen Henschel forderte Werner, die guten Arbeitsplätze der Bahnindustrie müssten auch in Nordhessen erhalten bleiben. Wobei Henschel auch für Sigmar Gabriel ein Begriff für Qualität ist: „Vor dem Bahnhof in Damaskus stand immer eine Henschel-Lok.“

Gabriel nahm die Gäste vor einem Poster mit auf eine Zeitreise nach Venedig. Die Stadt sei mal die wichtigste Metropole Europas gewesen. Heute sei sie „ein bisschen marode, es lebt kaum noch ein Venezianer da“. Die Handels-Machtachse habe sich verändert: „Merken wir, dass es wieder eine Verschiebung der Achse vom Atlantik in den Pazifik gibt? Werden wir in der Welt von morgen noch gesehen?“ Europa sei ein Leuchtturm „in einer ziemlich düsteren Welt“, sagte Gabriel, „Europa zeigt, was Menschen können, wenn sie wollen – es lohnt sich, sich um dieses Europa zu kümmern.“ „Wir wollen weiter Partei der Arbeit sein“, betonte Gabriel, „Europa lebt davon, dass alle gleich viel wert sind, wir müssen uns anstrengen, zusammenzuhalten“.

Gäste haben das Wort

„Merken wir eigentlich, dass sich das Klima verändert, was will die SPD in Gang setzen?“, fragte Förster Erwin Heckmann. Die SPD sei die einzige Partei, die die Pole Klimaschutz und Arbeit zusammenbringen könne, antwortete Martina Werner. Sigmar Gabriel: „Ich bin für eine CO-2-Steuer, die wir dem Bürger zurückgeben müssen.“ Batteriegesteuerte Autos dürfen nicht nur in China hergestellt werden“, forderte Martina Werner. Positiv sei, dass VW Baunatal an der neuen Technologie beteiligt sei. Gabriel forderte im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus Braunkohle und Kernenergie, Erdgas mehr als Brückentechnologie zu nutzen. 

Man müsse sich Zeit lassen für den Übergang. Wie ist in zehn Jahren das Verhältnis zwischen Europa und Afrika, wollte Körles Bürgermeister Mario Gerhold wissen. „Das Afrika-Thema schafft kein Land alleine“, antworte Sigmar Gabriel. Und: „Allein Entwicklungshilfe wird uns nicht helfen. Wir werden Gewalt bekämpfen müssen, aber wir wollen neutral bleiben.“

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