Farbe fürs Parkhaus: Melsunger Kunstschüler gestalten Treppenhäuser

Mach hinne: Typische nordhessische Aussagen malen die Schüler der Gesamtschule Melsungen und der Geschwister-Scholl-Schule in die Treppenhäuser. Im Bild Max Schmidt (Felsberg), Anouk Plaha (Melsungen) und Hannah Bläsing (Felsberg, alle GSS). Fotos: Dewert

Melsungen. Urin in den Ecken, Dreck an den Wänden: Viele Besucher des Parkhauses Untere Mauergasse in Melsungen ekelten sich davor, die Treppenhäuser zu benutzen. Das soll anders werden.

60 Schüler der Gesamtschule Melsungen und der Geschwister-Scholl-Schule verschönerten am Mittwoch im Auftrag der VR-Bank die beiden Treppenaufgänge.

Zuvor hatte Malermeister Dirk Steuber mit seinem Team für einen frischen Untergrund und einen lichtgrauen Grundton gesorgt.

Jetzt geht es in den Treppenhäusern nordhessisch zu. „Mach hinne“, „Wecke“ und „Hinkel“ stehen dort in bunten Lettern an den Wänden. Teilweise werden die typischen nordhessischen Aussprüche mit Bildern ergänzt und erklärt. Die VR-Bank werde unter den Wörtern noch einheitliche Schilder mit den Übersetzungen ins Hochdeutsche anbringen, sagt Malermeister Dirk Steuber.

Die Kunstschüler malerten unter Anleitung vom Malermeister und Lehrern. Mit Overhead-Projektoren wurden die Motive an die Wände der Treppenhäuser projiziert. Mit Bleistift die Konturen vorgezeichnet und schließlich bunt gemacht.

„Es gibt auch perspektivische Verzerrungen, wir wollten die Bemalung individuell den Gegebenheiten anpassen“, sagt Lehrer Ansgar Lammert. Schablonen wären daher ungeeignet gewesen.

Gelbe Wecke: von links Kevin Koch (Spangenberg), Dominik Wagner (Melsungen) und Daniel Hirschle aus Morschen (alle GSS) malten im Treppenhaus.

Gemeinsam mit den Lehrern Uta Jericho und Ansgar Lammert erarbeiteten die Schüler die verschiedenen Aussagen. Witzig sollten sie sein, thematisch passen oder einfach ungewöhnlich sein. So finden sich auch Spannschlööch (Porree) und Muggefugg (Malzkaffee) an den Wänden.

„Ein Problem im Parkhaus ist der Vandalismus“, sagt Steuber. Er hoffe aber, dass die Schüler-Graffitis möglichst lange unbeschadet bleiben. Die Sprüche sollen noch mit einem Lack versiegelt werden, so dass Schmierereien besser abgewaschen werden können. Aber einen absoluten Schutz gebe es nicht.

„Wir hatten überlegt, spezielle Farbe zu nehmen“, sagt dazu Uta Jericho. Das Vorhaben habe man aber wieder verworfen.

Acht Stunden lang malten die Schüler am Mittwoch im Parkhaus. Die VR-Bank sponserte Frühstück, Mittagessen und Getränke.

Alle Beteiligten hoffen jetzt, dass die Treppenhäuser möglichst lange sauber bleiben.

Ab Donnerstag ist das Parkhaus auch wieder geöffnet und steht Autofahrern mit frisch getünchten Treppenhäusern zur Verfügung.

Von Damai D. Dewert

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.