Dritter Fehlalarm innerhalb von zwei Wochen

Fehlalarme sorgen für Ärger: Feuerwehrleute müssen häufig ausrücken

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Heikle Situationen: Ein aufmerksamer Zeuge verhinderte 2014 in Spangenbergs Altstadt einen schlimmen Brand. Feuerwehren müssen immer vom Schlimmsten ausgehen und ausrücken.

Morschen/Spangenberg. Gleich zwei Fehlalarme sorgten am Freitag für Großeinsätze der Feuerwehren im Kreisteil Melsungen. Einige Feuerwehrleute sind mittlerweile verärgert über die häufigen Fehlalarme.

Ein Gasalarm in einem Wohnhaus in Neumorschen und ein Feueralarm im Spangenberger Schloss hatten am Freitag die Feuerwehren auf den Plan gerufen. In beiden Fällen rückten mehr als 60 Einsatzkräfte aus.

Einige Feuerwehrleute sind mittlerweile sauer. Dies ist schon der dritte Fehlalarm innerhalb von zwei Wochen, im vergangenen halben Jahr waren es, wie Dirk Schenk, Feuerwehrsachbearbeiter bei der Stadt Spangenberg sagte, insgesamt sieben Alarme. Ständig würden die Feuerwehrleute vom Arbeitsplatz weggerufen und nachts aus dem Schlaf gerissen. „Keiner der Einsatzkräfte weiß bei der Alarmierung, ob es sich nicht doch um einen Ernstfall handelt“, sagt Schenk. Erst wenn die ersten Einsatzkräfte am Schloss angekommen sind und den jeweiligen Rauchmelder überprüft hätten, könne es Entwarnung geben. Viele der Feuerwehrleute seien dann aber schon unterwegs. Denn, wenn es doch einmal brenne, komme es auf jede Minute an.

Mittlerweile erhält das Hessische Immobilienmanagement Kostenrechnungen nach der Feuerwehr-Gebührensatzung von der Stadt Spangenberg. Auch stellen die Arbeitgeber der Feuerwehrleute den Verdienstausfall des Feuerwehrmitgliedes der Stadt Spangenberg in Rechnung. Diese Beträge werden in der Kostenrechnung weitergegeben. Die Feuerwehrleute erhalten in der Regel ihr Gehalt weiter, der Arbeitgeber wird für den Ausfall entschädigt. Dies ist eine Regelung, die im Paragraf 11 des Hessischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes geregelt ist. Dort heißt es, dass Beschäftigten aus ihrer Verpflichtung zum Dienst in der Feuerwehr und aus diesem Dienst keine Nachteile im Arbeitsverhältnis entstehen dürfen.

Wie die Feuerwehr berichtete, versuchen Techniker der für den Betrieb der Anlage zuständigen Firma seit einiger Zeit, mit der Pächterin einen Termin zu machen. Bisherige Unterweisungen verliefen ergebnislos. Denn bei den Bauarbeiten kommt es immer wieder zu Staubentwicklungen, welche die Rauchmelder auslösen. Dies ließe sich durch eine vorübergehende Abschaltung aber vermeiden.

Von Helmut Wenderoth

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