Batterien der Zukunft

Felsberger Schüler forschte bei Erfinderlabor in Darmstadt

Chemie ist sein Lieblingsfach: Tamino Fontana von der Geschwister-Scholl-Schule hat mit Schülern aus ganz Hessen beim 28. Erfinderlabor in Darmstadt geforscht. Foto: Lilli Elsebach

Melsungen – Explodierende Handy-Akkus könnten vielleicht bald der Vergangenheit angehören. Tamino Fontana und seine Forschungsgruppe beim 28. Erfinderlabor in Darmstadt haben Alternativen zur Feststoffbatterie erforscht.

Als einer von 16 Schülern aus Hessen war der 17-jährige Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen dabei. Das Erfinderlabor ist ein einwöchiger, praxisorientierter Workshop des Zentrums für Chemie. 200 hessische Schüler wollten daran teilnehmen. Dass ausgerechnet Tamino mitforschen durfte, hat er seiner Schule zu verdanken. Chemielehrerin Kerstin Dippel hatte ihn fürs Erfinderlabor vorgeschlagen und mit seiner Zustimmung angemeldet. Tamino erzählt: „Wir sind in der Projektwoche beim Thema Nanotechnologie ins Gespräch gekommen und sie kennt meine Noten.“

Und die können sich sehen lassen. Nicht nur in seinen Leistungskursen Biologie und Chemie hat Tamino 15 Punkte, sondern auch in allen anderen naturwissenschaftlichen Fächern. „Ich habe mich sofort bereit erklärt, hinzufahren“, sagt Tamino. „Wenn man so eine Chance bekommt, sollte man sie auch wahrnehmen.“

Unter dem Motto „Hochleistungsmaterial für die Zukunft“ haben sich die Schüler mit Alternativen zur Feststoffbatterie beschäftigt. Die meisten Lithiumbatterien sind Flüssigbatterien. Das Problem bei diesen ist vor allem der Bestandteil Lithium, der in den kommenden Jahren zunehmend benötigt wird, unter anderem für den Bau von Elektroautos und für immer leistungsfähigere Handys. „Die Ressourcen für Lithium sind begrenzt und es wird unter schlechten Bedingungen abgebaut“, sagt Tamino. „Wenn man sich weiter auf das verlässt, was man hat, hat man irgendwann keine Alternative mehr.“

Geforscht haben die Jugendlichen in Labors der Technischen Universität Darmstadt. Dabei haben Lehrer und Studenten das Projekt betreut. Die Arbeit habe zuerst darin bestanden, Mineralpulver zu mixen und daraus Testbatterien für die Versuche zu pressen. Danach haben die Schüler die Leitfähigkeit der Testbatterien getestet, die unter verschiedenen Temperaturen hergestellt wurden. Dabei stellten die jungen Forscher fest: Die getesteten Feststoffbatterien sind noch nicht so leistungsfähig wie herkömmliche Lithiumbatterien.

Taminos Fazit nach einer Woche Forschungsarbeit im Erfinderlabor: „Ich fand das Arbeiten im Labor klasse.“ Es sei schön gewesen, plötzlich Zusammenhänge zu erkennen, die er vorher nicht verstanden hätte.

Der Schüler ist sich jedoch noch nicht sicher, ob er später nach der Schule im Labor arbeiten möchte. „Man arbeitet relativ isoliert und ich möchte beruflich auch mit Menschen zu tun haben.“ Einen Preis haben die Schüler nach dem Labor nicht bekommen. „Das Interesse an der Naturwissenschaft stand im Vordergrund.“

Zur Person

Tamino Fontana wurde am 28.7.2001 in Kassel geboren. Er besucht die Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen in der Qualifikationsphase 2. Der Schüler macht nächstes Jahr sein Abitur. Er lebt mit seinen Eltern in Felsberg. In seiner Freizeit begeistert sich Tamino nicht nur für Naturwissenschaften, er ist auch musikalisch interessiert. Er spielt Cello und hat davor Klarinette und Querflöte gespielt. Außerdem trifft er sich gerne mit Freunden und fährt Fahrrad.

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