Osterfeuer in Günsterode: Feuerräder loderten ins Tal

Heiße Sache: Timo Lohmann im Feuerschutzanzug hält die Räder fest, bis sie voll entzündet sind. Bild rechts unten: Andre Möller (links) und der sechsjährige Jens Bomhardt beobachten das Spektakel. Fotos: Kasiewicz

Günsterode. Die Feuerräder von Günsterode rollten am Ostersonntag zum 120. Mal den Berg hinunter. Mehr als 1000 Besucher verfolgten das Spektakel.

Drei Feuerwalzen wurden bei Einbruch der Dämmerung vom Kehrenberg aus auf den Weg geschickt: Sie rollten, sprangen und loderten auf der 300 Meter langen Strecke. Zur Freude der Zuschauer und Organisatoren kamen sie ins Tal, ohne größeren Schaden anzurichten.

Unter Leitung von Joachim Bauer hatten 16 Männer seit Donnerstag gewerkelt, um das Spektakel in der 350 Einwohner-Gemeinde auf die Beine zu stellen. Die Räder mit zwei Metern Durchmesser, alle selbst geschweißt, wurden von Hand mit lang geerntetem Stroh bestückt.

Um 20.30 Uhr war es soweit: Tobias Diehl vom Brauchtumsverein entzündete im Asbestanzug das erste Rad und schickte es unter dem Jubel der Zuschauer auf die Reise. Nummer zwei und drei folgten. Dieser Brauch wurde vor 120 Jahren aus dem Ruhrgebiet übernommen und soll die Wintergeister vertreiben. Teuer und aufwendig sei das Spektakel mittlerweile geworden, berichtet Joachim Bauer. Eintritt wurde zwar nicht verlangt, es wurden aber Spenden eingesammelt.

Feuerräderlauf mit Osterfeuer in Günsterode

Den Besuchern hat das Günsteröder Spektakel gefallen. Etliche Wohnmobile hatten sich schon vor einer Woche in der Nähe aufgebaut. Bei Glühwein und Disco klang die 120. Auflage des Feuerräderlaufs aus.

Von Hannelore Braun

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