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Fitnessstudios in der Pandemie: So geht es dem Medizinischen Gesundheitszentrum in Melsungen

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Von: Hannah Köllen

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An den Geräten durfte die Maske abgenommen werden. Der 19-jährige Maximilian Gutmann kommt gerne zum Training ins Medizinische Gesundheitszentrum in Melsungen.
An den Geräten durfte die Maske abgenommen werden. Der 19-jährige Maximilian Gutmann kommt gerne zum Training ins Medizinische Gesundheitszentrum in Melsungen. © Hannah Köllen

Monatelange Schließungen, hohe Hygieneauflagen: Die Corona-Pandemie hat auch den örtlichen Fitnessstudios stark zugesetzt. 

Melsungen – „Wir haben, wie die meisten in unserer Branche, einen deutlichen Verlust erlitten“, bilanziert Janina Kroll vom Medizinischen Gesundheitszentrum in Melsungen die vergangenen Corona-Jahre.

„Es haben viele Kunden wegen der Corona-Maßnahmen gekündigt“, sagt Kroll. Sie geht von 30 bis 40 Prozent Abgang bei den Mitgliedern seit Beginn der Corona-Pandemie aus. Aktuell habe das Medizinische Gesundheitszentrum insgesamt 450 Mitglieder.

Auch personell hat sich das Gesundheitszentrum verkleinert: Dort arbeiten nun sieben Angestellte weniger als noch vor zwei Jahren. Drei von ihnen wurde corona-bedingt gekündigt. Das Hygienekonzept wurde an die Corona-Vorschriften angepasst, sagt Kroll. „Wir haben natürlich im Bereich Hygiene- und Desinfektionsmittelspender aufgerüstet und im Bereich Geräte-Aufstellung mehr Platz geschaffen. Alle Mitarbeiter tragen weiterhin eine Maske.“

In den vergangenen Jahren: Digitalisierung forangeschritten

Auch in die Digitalisierung habe man viel Zeit investiert. „So haben unsere Kunden jederzeit die Möglichkeit, durch unser Tool der „Live-Auslastung“ zu sehen, wie voll oder leer es gerade ist.“ Über eine neu eingerichtete App können alle Kunden schnell erreicht werden. Das sei vor allem in Hinblick auf veränderte Corona-Maßnahmen wichtig, sagt Kroll.

Einige Dinge waren während der Einschränkungen notwendig: So besitzt jedes Mitglied im Gesundheitszentrum ein elektronisches Armband. „Jeder, der die Trainingsfläche betreten wollte, musste sich vorher mit dem Armband einloggen“, sagt Kroll. In dem Armband war die Information hinterlegt, ob das Mitglied bereits geboostert ist.

Diese Mitglieder konnten sich mithilfe des Armbands selbstständig Zutritt zum Studio verschaffen. Bei allen Mitgliedern ohne Booster-Impfung wurde am Eingang der tagesaktuelle Test vom Personal überprüft. Alles sehr viel Aufwand. Inzwischen dürfen selbstverständlich wieder uneingeschränkt viele Mitglieder gleichzeitig trainieren.

Mit Armband hatte Hannelore Macht während der Einschränkungen Zugang zum Training.
Mit Armband hatte Hannelore Macht während der Einschränkungen Zugang zum Training. © Hannah Köllen

„Wir haben das große Glück, dass wir treue Stammkunden haben. Sie haben uns sehr unterstützt. Dennoch ist es nach wie vor schwer für unsere Branche, da einige Menschen einfach Angst haben, zum Sport zu gehen.“ Die Corona-Pandemie habe „eine spürbare Verunsicherung bei den Menschen hinterlassen.“

Auch Hannelore Kraft ist bereits seit vielen Jahren Mitglied im Gesundheitszentrum. Die Melsungerin kommt mehrmals die Woche zum Gerätetraining. „Das System mit den Armbändern fand ich super. Das klappte prima“, sagt Kraft.

„Das Schöne ist, dass die Mehrheit der Mitglieder bereits geboostert ist oder bald geboostert wird“, sagt Kroll. Lediglich ein sehr kleiner Anteil der Mitglieder habe die dritte Auffrischungsimpfung noch nicht erhalten. Den Grund für die hohe Impfquote unter den Mitgliedern des Gesundheitszentrums sieht Kroll darin, dass dort überwiegend über 50-jährige Kunden trainieren.

Hohe Impfquote im Gesundheitszentrum

Das sorgt auch in diesen Zeiten, ohne Einschränkungen, aber mit hoher Inzidenz, für Sicherheit. „Die meisten Kunden kommen mit körperlichen Beschwerden zu uns“, sagt Kroll. So kämen viele zum Training, um nach einem Bandscheibenvorfall oder einer Krebserkrankung wieder fit zu werden.

Unter den Mitgliedern seien viele Asthmatiker. Deswegen sei die Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen im Studio sehr wichtig gewesen.

Kroll ist trotz der schwierigen Lage optimistisch. Immerhin: Seit Mitte 2021 würden die Neuanmeldungen wieder ansteigen. „Corona hat den Menschen bewusst gemacht, dass Sport und eine gesunde körperliche Fitness wichtig sind“, sagt Hannelore Kroll. (Hannah Köllen)

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