Jüngste Revierleiterin im Forstamt

Försterin mit Haus und Hilde: Katharina Kruhm ist die neue Revierleiterin in Melsungen

Immer an ihrer Seite: Katharina Kruhm leitet das Revier Melsungen, mit im Bild Hündin Hilde.
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Immer an ihrer Seite: Katharina Kruhm leitet das Revier Melsungen, mit im Bild Hündin Hilde.

Sie ist die jüngste Revierleiterin im Forstamt Melsungen: Katharina Kruhm folgt auf Erwin Heckmann, der das Revier 30 Jahre lang leitete. Als dieser Förster in Melsungen wurde, war Katharina Kruhm gerade mal vier Jahre alt. Und doch steckt ihr beruflicher Werdegang voller Erfahrung.

Melsungen - Fachabitur, kaufmännische Ausbildung, Studium der Forstwissenschaft, Praktika in mehreren Forstämtern, Arbeit beim Bundesforst in Schwarzenborn, Betriebsassistentin beim Forstamt in Melsungen – und jetzt Försterin mit einem eigenen Revier. „Ich wollte schon immer mal was draußen machen“, sagt die 34-Jährige, die jedoch erst während eines Sabbatjahrs nach ihrer kaufmännischen Ausbildung wusste, welcher Weg der richtige für sie ist.

„Es ist ein riesengroßes Glück, dass ich den Wald vor meiner Haustür pflegen und betreuen darf.“ Für die neue Stelle ist die gebürtige Guxhagenerin nach Adelshausen gezogen. Dort steht auch das Forsthaus des Reviers, das sie aber erst im kommenden Jahr bewohnen kann, weil es aktuell noch vermietet ist. Dann wird natürlich auch Hilde mit einziehen, die zweijährige Brandlbracke, die eigentlich aus Österreich kommt und Brunhilde heißt. „Aber Hilde passt viel besser zu ihr“, sagt ihr Frauchen über den Hund, der quirlig, anhänglich und noch ein bisschen wasserscheu ist.

Katharina Kruhm bildet den Hund für die Jagd aus. Hilde lernt‘ Wild aufzustöbern und angeschossene, flüchtende Tiere zu finden. Katharina Kruhm ist mit Hunden aufgewachsen, aber nicht mit Jagdhunden. Die Hunde der Familie Kruhm kamen aus dem Tierheim. Auch wenn ihre Eltern nicht aus dem Forstbereich kommen, haben beide den Jagdschein. Die Tochter machte ihren erst während des Studiums.

Ihre erste Stelle war beim Bundesforst in Schwarzenborn. „Das war eine schöne Zeit“, sagt Katharina Kruhm, „weil man mal über den Tellerrand eines normalen Forstbetriebs hinausschaut.“ Katharina Kruhm war für forstliche Ausgleichsmaßnahmen für den Lückenschluss der A 49 zuständig. Das war auch eine schwierige Zeit, sagt sie, weil Bäume und Büsche für die Autobahntrasse gefällt werden mussten. Zum Ausgleich wurden Naturschutzmaßnahmen umgesetzt wie das Aufforsten von Eichen, das Aufhängen von Nistkästen für Fledermaus und Raufußkauz und das Anlegen von Biotopen für den Baumpieper.

Schnell stand fest, dass Katharina Kruhm wieder zurück in den klassischen Forstbetrieb wollte. Sie wechselte im April 2020 ans Forstamt nach Melsungen, wo sie als Betriebsassistentin arbeitete. In dieser Zeit machte sie als flexibel einsetzbare Försterin auch mal Urlaubsvertretung für Förster Heckmann in Melsungen. So lernte sie das Revier kennen, das sie nun selbst leitet.

Als Försterin hat sie nun „das große Ganze“ im Blick, wie sie sagt. Und damit trägt sie große Verantwortung, dessen ist sie sich bewusst. Erst recht in diesen Zeiten: „Wir legen in den nächsten fünf Jahren den Grundstein für den künftigen Wald.“ Die Eindämmung der Borkenkäferpopulation habe dabei allerhöchste Priorität, betont sie. Bei der Arbeit helfen ihr ein Forstwirt und ein Forstwirtschaftsmeister, dessen Vorgesetzte sie nun ist. „Wir sind ein Team und arbeiten auf Augenhöhe.“

Jetzt hat sich ihr Ziel erfüllt, Försterin zu werden. Und wenn sie 2022 ins Forsthaus ihres Reviers einzieht, dann hat nicht nur ihr Hund einen Garten, „sondern dann bin ich eine richtige Försterin mit Haus und Hund.“ (Claudia Feser)

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