Mit dem PC in den Wald:

Digitales Leben: Tablet hilft Revierleitern im Forstamt

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Jonas Schorr kann mithilfe seines Mini-Computers direkt im Wald das Volumen von Holzpoltern berechnen. 

Wenn Förster Jonas Schorr im Wald unterwegs ist, begleitet ihn nicht nur seine Hündin, sondern auch ein Mini-Computer. Damit kann er das Volumen von Holzpoltern berechnen und eintragen, wo der Borkenkäfer zugeschlagen hat.

Die Zeiten, in denen Revierleiter mit Zettel und Stift in den Wald gingen, sind vorbei.

Alle Revierleiter des Forstamts Melsungen sind mit den Mini-Computern ausgestattet. Sie sind auf die Bedürfnisse der Förster zugeschnitten: robust, wasserabweisend und voll mit Programmen, die bei der Arbeit im Wald nützlich sind. „Wenn man im Wald unterwegs ist, ersetzen sie den PC-Arbeitsplatz.“ Alles, was Schorr unterwegs eintippt, findet abends den Weg ins System des Forstamts.

Kartenmaterial

Karten aus Papier findet man im Forstamt Melsungen zwar noch, aber gearbeitet wird fast ausschließlich mit dem digitalen Kartenmaterial. So können sich die Mitarbeiter ansehen, wie gut einzelne Waldbereiche mit Wasser versorgt sind. Auch die Baumbestände sind digitalisiert. Jede Baumart ist einer anderen Farbe zugeordnet, so sind an gelben Punkten Fichten zu finden. „Hilfreich ist, dass man die Karten miteinander verschneiden kann“, sagt Schorr. So könne man sich den Standort von gelagertem Holz anzeigen lassen und gleichzeitig die Bodenbeschaffenheit.

Waldschutz

Wenn Jonas Schorr ein Borkenkäfernest findet, lässt er sich per GPS orten und markiert in einem Programm zur Borkenkäferkartierung den Ort. Auch kann er hinzufügen, wie viele Bäume betroffen sind. Dieses Programm sei in den vergangenen beiden Borkenkäfer-Jahren eine gute Hilfe gewesen. Die Borkenkäfer-Standorte werden ins System übertragen, jeder kann darauf zugreifen. „Das spart uns eine Menge Zeit.“ Denn am PC-Arbeitsplatz können Arbeitsanweisungen für die Forstarbeiter eingetragen werden. Schließlich ist nicht nur der Standort von befallenen Bäumen wichtig, sondern auch, wie damit verfahren werden soll. „Unsere Hauptaufgabe sind die Pflege und der Schutz des Waldes“, sagt Forstamtsleiterin Petra Westphal. Durch solche Systeme bleibe mehr Zeit, sich auf diese Aufgaben zu konzentrieren.

Holzvermarktung

Vermessen von Holzpoltern mit dem Maßband? Das gehört beim Forstamt Melsungen der Vergangenheit an. Auf seinem Mini-PC hat Schorr ein Programm, das mittels eines Fotos von der Schnittfläche des Polters das Volumen berechnet. Lediglich die Länge des Holzpolters muss mit eingetragen werden. Der Standort wird mittels GPS ermittelt, und schon weiß der Holzkäufer genau, wo sein Holz im Wald liegt. Vor zehn Jahren musste der Revierleiter mit den Käufern in den Wald fahren, um ihnen zu zeigen, wo das Holz liegt, erklärt Petra Westphal.

Holzdiebstahl

Der Holzdiebstahl soll künftig durch digitale Hilfe eingedämmt werden, sagt Westphal. In Planung sei ein Trackingsystem, das den Revierleiter informiert, wenn Holz bewegt wird.

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