Fracking im Schwalm-Eder-Kreis: Franke gegen Gesetzentwurf, Siebert dafür

Melsungen. Wir haben die beiden Bundestagsabgeordneten aus dem Schwalm-Eder-Kreis, Bernd Siebert (CDU) und Dr. Edgar Franke (SPD), gefragt, wie sie zum Thema Fracking stehen.

Bernd Siebert (CDU):  Die Bundesregierung hat einen, wie ich meine, sehr vernünftigen Gesetzentwurf zum Fracking vorgelegt. So wird insbesondere den zahlreichen Bedenken der Menschen zu möglichen Gefahrenquellen Rechnung getragen.

Bernd Siebert (CDU)

Wir als Abgeordnete haben darauf geachtet, dass der Gesetzentwurf dem Schutz von Gesundheit und Trinkwasser oberste Priorität einräumt. In besonders schützenswerten Gebieten wird Fracking untersagt. Hierunter fallen Wasserschutz- und Heilquellenschutzgebiete, Einzugsgebiete von Seen, aus denen unmittelbar Wasser für die Wasserversorgung entnommen wird, alle Talsperren, die der Wasserversorgung dienen sowie Einzugsgebiete von Wasserentnahmestellen für die Wasserversorgung.

Die Bundesländer erhalten zusätzlich Flexibilität, indem sie diese Schutzgebiete durch eigene Regelungen erweitern können, wie beispielsweise Mineralwasserquellen und der Steinkohlebergbaugebiete.

Oberflächenschutzgebiete werden ebenfalls vom Fracking ausgenommen. Unkonventionelles Fracking aus wirtschaftlichen Gründen wird generell untersagt. Lediglich zu Forschungszwecke können, nach Umweltschutzprüfung, Einzelgenehmigungen erteilt werden. So wird sichergestellt, dass Deutschland von dieser Technologie nicht ausgeschlossen wird. Ich bin von den strengen Auflagen des Regierungsentwurfes überzeugt und werde ihm daher zustimmen.

Dr. Edgar Franke (SPD):  Der Landkreis und eine Vielzahl der Einwohner haben sich eindeutig gegen das Fracking ausgesprochen.Die Gewinnung von Gas mit giftigen Chemikalien darf in Deutschland nicht erlaubt sein. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern auch die der Mehrheit der Menschen.

Dr. Edgar Franke (SPD)

Der Schutz des Trinkwassers muss absoluten Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen genießen. Bisher gibt es keine gesetzliche Regelung des Frackings. So wird seit 50 Jahren in Deutschland das konventionelle Fracking vor allen Dingen in Niedersachsen praktiziert, bei dem Gas aus sehr tief liegenden Hohlräumen gefördert wird. Diese Methode der Förderung will die Bundesregierung nur noch richtigerweise unter sehr strengen Umweltauflagen erlauben.

Wesentlich problematischer dagegen ist das unkonventionelle Fracking, bei dem mit Quarzsand und Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst wird. Mit Hilfe von Querbohrungen wird das Gestein gebrochen, und das entweichende Gas fördert man dann über Bohrrohre. Obwohl die Fördertechnik in der USA zu einem Sinken der Energiepreise geführt hat, lehne ich für Deutschland das unkonventionelle Fracking ab. Die bisherigen Erfahrungen mit dem unkonventionellen Fracking haben gezeigt, dass eine Beeinträchtigung des Grundwassers nicht ausgeschlossen werden kann.

Der jetzige Kabinettsentwurf geht nicht weit genug. Ich bin dafür, das unkonventionelle Frackung grundsätzlich zu verbieten.

Was halten Sie vom Kabinettentwurf zum Fracking? Und wie beurteilen Sie die Aussagen unserer Bundestagsabgeordneten? Diskutieren Sie hier mit, schreiben uns Ihre Meinung an melsungen@hna.de oder per Facebook.

Rubriklistenbild: © Herzog

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