Behindertenbeauftragter mit Arbeiten zufrieden

Freie Fahrt auf Bartenwetzerbrücke in Melsungen

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Auch mit dem Kinderwagen kommt man nun besser vorwärts: Davon konnte sich die Kindergruppe in Melsungen am Donnerstag bei einem Spaziergang über die Bartenwetzerbrücke überzeugen. Unser Foto zeigt vorne Ellen Löwe mit Marlene und Ludwig (von links) im Kinderwagen. 

Melsungen. Ob mit Rollstuhl, Rollator, Inlineskates oder Kinderwagen - auf der Melsunger Bartenwetzerbrücke rollt es sich ab sofort besser.

Auf einem zwei Meter breiten Streifen in der Mitte der Brücke hat eine Schweizer Firma das Kopfsteinpflaster abgeschliffen. Die Oberfläche der Steine ist jetzt eben und bietet so weniger Widerstand für Räder und Rollen. Trotzdem sei das bearbeitete Pflaster bei Regen weniger rutschig als das alte, versichert Bürgermeister Markus Boucsein: Denn die Oberfläche der Steine wurde nach dem Abschleifen leicht angeraut.

Die Idee für die Umgestaltung des Brückenpflasters kam Bauamtsleiter Martin Dohmann in Konstanz: Dort hatte die Schweizer Firma einen ähnlichen Auftrag erledigt.

28 000 Euro Kosten

Der Vorteil der Technik, die diese Firma anwendet: Die Steine müssen nicht extra herausgenommen werden, sondern können an Ort und Stelle abgeschliffen werden. 28 000 Euro hat die Bearbeitung des Pflasters gekostet.

Robert Weck, ehrenamtlicher Behindertenbeauftragter der Stadt, ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Es fährt sich sehr gut“, sagt der 70-Jährige, der selbst im Rollstuhl sitzt. Auf dem zwei Meter breiten Streifen können auch zwei Rollstuhlfahrer bequem aneinander vorbeifahren, ohne auf das alte Pflaster ausweichen zu müssen. Nur einige größere Fugen im Pflaster müssten noch geschlossen werden, sagt Weck.

Barrierefreier Rundweg

Noch ist der Unterschied zwischen dem geschliffenen und dem ungeschliffenen Pflaster deutlich zu erkennen: Die bearbeiteten Steine sind heller. Mit der Zeit würden die Steine aber wieder nachdunkeln, sagt Bauamtsleiter Dohmann. „Unser Anliegen war eine möglichst unauffällige Verbesserung“, erklärt Bürgermeister Boucsein. Asphalt beispielsweise wäre zwar noch rollifreundlicher gewesen - das aber hätte der Denkmalschutz nicht zugelassen.

Das abgeschliffene Pflaster auf der Brücke soll sich einbetten in die Neugestaltung des Fulda-Ufers. So solle ein barrierefreier Rundweg entstehen, sagt Boucsein. Langfristig müsse es aber das Ziel sein, dass auch die Wege in der Altstadt behindertengerecht werden, sagt Marion Viereck vom Melsunger Seniorenbeirat.

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