An der Gesamtschule

Für Küken-Projekt in Melsungen werden Hühnereier über Ebay gesucht

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Bietet Lohnbrut auf Ebay an. Lehrer Damon Sebastian Jäger bietet den Schülern der Gesamtschule Melsungen Biologie zum Anfassen.  

Sie sind winzig, flauschig und gelb, und werden bald wieder für eine kleine Sensation in der Melsunger Gesamtschule sorgen.

Die Rede ist von Küken, die von Fünftklässlern mithilfe eines Brutapparates im Biologieunterricht ausgebrütet werden.

Doch ohne Ei gibt es bekanntlich kein Huhn, deshalb sucht die Schule per Internet-Anzeige auf Ebay nach befruchteten Eiern.

„Wir brüten für Sie Hühnereier und Zwerghuhneier aus“, so lautet das Angebot von Damon Sebastian Jäger. Der Biologie- und Chemielehrer im Vorbereitungsdienst hatte im vergangenen Jahr erstmals das Ausbrüten von Küken ermöglicht. „Mehr Biologie geht nicht“, sagt Jäger. Das Projekt habe nicht nur Schüler hellauf begeistert. „Vom Hausmeister bis zu Kindergartenkindern sind alle gekommen, um die Küken zu sehen.“

90 Küken sind im vergangenen Jahr in der Gesamtschule zur Welt gekommen. In diesem Jahr könnten es deutlich mehr werden. Bei dem ersten Küken-Projekt passten 120 Eier in einen Brutkasten aus Holz. In diesem Jahr finden 160 Eier ein gemütliches Zuhause in einem modernen Brutapparat aus Kunststoff. Geplant ist, den Prozess als Livevideo im Internet zu übertragen, sodass Schüler 21 Tage lang, rundum die Uhr, die Entwicklung der Küken im Ei beobachten und analysieren können.

Das Ziel: Den Kindern eine respektvolle Haltung Nutztieren gegenüber zu vermitteln. „Der Umgang mit Tieren in Deutschland ist teilweise absurd“, kritisiert der Lehrer. Während Hunde und Katzen als niedlich empfunden werden, kommen bis zur Hälfte aller Küken in Schredder, so Jäger.

Im Unterricht wird jedoch auch vermittelt, dass es nicht nur süße Küken, sondern Nutztiere sind. „Viele Kinder haben nicht mehr den Bezug dazu, woher das Fleisch auf dem Teller kommt.“

Während des Schlupfvorgangs müssen Schüler penibel auf die passende Temperatur von 37,8 Grad Celsius und die richtige Luftfeuchtigkeit achten, damit die Eier nicht austrocknen.

So süß war das Ergebnis 2018: Derzeit werden noch etwa 100 Eier für das Projekt gesucht.

Mit dem neuen Brutgerät ist ein großer Vorteil verbunden: „Die Eier müssen drei Mal am Tag gedreht werden“, erklärt Jäger. Da das bei dem alten Brutkasten noch manuell erfolgen musste, ist er im vergangenen Jahr dafür selbst nachts zur Schule gefahren. Jetzt erledigt eine automatische Wendefunktion diesen Job.

„Durch die Ebay-Aktion stellen wir sicher, dass alle Küken einen Abnehmer finden“, sagt Jäger. Außerdem werden so auch Spenden für den Förderverein der Schule gesammelt. Pro eingelegtes Ei beträgt die Spende 50 Cent, die Erfolgsprämie bei Abholung der Küken beträgt 70 Cent. Die Mindesteinlage pro Teilnehmer liegt bei 20 Eiern.

Die Eier kommen am 24. April in den Brutkasten, der Schlupftermin ist Mitte Mai. Sind die Küken geschlüpft, sollen sie ein Leben in artgerechter Haltung führen, betont der Lehrer.

Kontakt:Damon Sebastian Jäger, Tel. 0 15 22/ 89 34 985, die Ebay-Aktion finden Sie unter zu.hna.de/küken

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