Endlich Frühling

So locken Sie Vögel in Ihren Garten: Hobbygärtnerin verrät Tipps

Zum Abflug bereit: Eine Blaumeise freut sich über das Futter im Vogelhäuschen. Wer die Vögel bei der Aufzucht unterstützen will, sollte darauf achten, dass Insekten und Mehlwürmer im Futter sind.
+
Zum Abflug bereit: Eine Blaumeise freut sich über das Futter im Vogelhäuschen. Wer die Vögel bei der Aufzucht unterstützen will, sollte darauf achten, dass Insekten und Mehlwürmer im Futter sind.

Wer die richtigen Pflanzen im Garten hat, wird schnell gefiederte Gäste begrüßen. Eine Hobbygärtnerin verrät, wie man ganz einfach Vögel anlocken kann.

Melsungen – Maria Beier (70) kann häufig nur den Kopf schütteln, wenn sie die Gärten in der Nachbarschaft anschaut. Schotter, englischer Rasen, keine Blühpflanzen. In ihrem Garten in Röhrenfurth, einem Stadtteil von Melsungen, ist das anders.

Die ehemalige Biologielehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule und Vorstandsmitglied des Naturschutzbundes (Nabu) Schwalm-Eder weiß genau, wie man Vögel und Insekten in den Garten lockt. Hecken und Sträucher bieten Vögeln Platz zum Nisten. „Aber auch Schutz“, sagt Maria Beier – etwa an windigen Tagen.

So kommen Vögel in den Garten: Sie brauchen Schutz und Nahrung

Vögel mögen Vielfalt. Koniferen (Thuja) bieten zwar Schutz, aber keine Nahrung. Deshalb ist es besser, eine Mischhecke zu pflanzen. Die Kornelkirsche bietet beispielsweise Nahrung für Insekten im Frühjahr, genau wie die Aroniabeere. Auch Flieder kann mit in die Hecke. „Die Mischung macht’s“, sagt Maria Beier. Auch der Schneeball ist laut Naturschutzbund eine gute Heckenpflanze. Sie bietet reichlich Blüten für Insekten und später Beeren, die die Vögel lieben.

Blühpflanzen von Frühling bis Herbst, so lautet das Motto in Maria Beiers Garten. Derzeit bieten beispielsweise Osterglocken, Veilchen, Lungen- und Scharbockskraut in ihrem Garten den Insekten die erste Nahrung. Und wo Insekten sind, da sind auch Vögel. Beim Scharbockskraut greift die ehemalige Biologielehrerin auch gern selbst mal zu. „Das ist als Salat sehr vitaminreich und lecker.“

Vögel freuen sich über Obst im Garten

Auch von Obstbäumen profitieren Vögel, Insekten und der Hobbygärtner. Die Äpfel, die auf dem Baum bleiben, erntet die 70-Jährige vor dem Winter und wirft sie in die Randbepflanzung. „Die holen die Vögel dann noch.“

Im Beet setzt Beier auf Stauden. Akeleien, Storchschnabel und Frauenmantel beispielsweise. Auch Kräuter seien sehr beliebt bei Insekten. „Aber dann muss man sie natürlich blühen lassen.“ Ganz wichtig: Auch im Herbst brauchen Insekten noch Nahrung. „Viele vergessen, darauf zu achten, dass auch im Herbst noch Blühpflanzen vorhanden sind“, weiß die Seniorin. Chrysanthemen seien sehr empfehlenswert. Insektenhotels hat Maria Beier übrigens gleich mehrere.

Um Insekten in ihrem Garten auch einen Platz zum Nisten zu bieten, hat Maria Beier verschiedene Insektenhotels an einem Schuppen angebracht. Und dazu braucht sie einfach nur ein Stück Totholz und eine Bohrmaschine, um Löcher in unterschiedlichen Größen zu bohren.

Vögel im Garten brauchen auch Insekten als Nahrung

Maria Beier mulcht ihr Beet regelmäßig mit Rasenschnitt. „Das fördert das Bodenleben.“ Amsel und Rotkehlchen freuen sich über Insekten im Boden. Auch die abgeschnittenen und klein gehäckselten Staudenstängel benutzt Beier zum Mulchen. „Das verwittert ganz schnell.“

Die Stauden schneidet Beier übrigens erst im Frühjahr zurück. Insekten nutzen die vertrockneten Blütenstände und das dürre Gestrüpp zum Überwintern. Auch Pflanzen wie Disteln sollten nicht zu früh abgeschnitten werden. Denn der Distelfink freut sich über die Samen. Verblühte Sonnenblumen ziehen Körnerfresser wie den Kernbeißer an.

Vögel im Garten brauchen Proteine für die Aufzucht – und keine Pestizide

Im Frühjahr, wenn die Vögel brüten, könne man ihnen gut mit etwas eiweißreicher Nahrung unters Gefieder greifen. „Es gibt nun mal nicht mehr so viele Insekten, das Angebot ist sehr knapp“, sagt Maria Beier. In Gartenmärkten gebe es auch getrocknete Mehlwürmer und Insekten zu kaufen. „Damit kann man den Tieren in der Brutzeit wirklich helfen. Sie brauchen Proteine für die Aufzucht.“

Wer im eigenen Garten mit Pestiziden hantiert, um Schädlinge zu bekämpfen, der zerstört damit auch die Nahrung der Singvögel. Maria Beier setzt auf natürliche Helfer: „An meinem roten Holunder hatte ich Unmengen von Blattläusen“, erzählt sie. Im Internet hat sie deshalb einfach Marienkäferlarven bestellt und diese an die Pflanze gesetzt. „In kürzester Zeit waren alle Blattläuse weg.“ Auch nach einem Jahr hielt die Wirkung noch an. „Und alles auf natürlichem Weg“, sagt die ehemalige Lehrerin.

So kommen Vögel auch auf den Balkon: Hobbygärtnerin gibt Tipps

Wer keinen Garten hat, sondern nur einen Balkon, der kann auch dort mit den richtigen Pflanzen einiges für Insekten und damit auch für die Vögel tun, sagt Beier. Frühblüher in Kübeln und Balkonkästen sehen nicht nur hübsch aus, sondern bieten auch die wichtige erste Nahrung für Insekten.

Nach der Blüte kann man die Blumenzwiebeln entweder trocknen und für nächstes Jahr aufbewahren oder im Topf auch einfach etwas tiefer setzen, und die Erde oben neu bepflanzen. Das Kraut der Zwiebelpflanze muss aber rausgucken und abtrocknen. Die Pflanze zieht Nähstoffe draus, damit sie im nächsten Jahr wieder blüht. Für den Sommer kann man beispielsweise auch Blumensamenmischungen in die Kübel säen.

Auch mehrjährige Stauden können in Kübel gepflanzt werden. Jedoch sei die Überwinterung schwierig, sagt Maria Beier. Denn im Topf halten die Pflanzen Frost nicht gut aus. Sie müssen am besten drinnen überwintern. Die Stauden müssen dann auch regelmäßig gegossen werden. (Carolin Hartung)

Zeisig, Stieglitz, Grünfink – sie gehören allesamt zu den Finkenvögeln, die regelmäßig Futterplätze anfliegen. Ein Vogelschutzbeauftragter gibt Tipps, damit die Vögel nicht krank werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.