Dürre sorgt für Waldbrände

Gefahrenstufe steigt durch extreme Hitze und Trockenheit

Böschungsbrand: In der Nacht zum Mittwoch brannte es an der A 44 von Breuna in Richtung Kassel auf der Höhe SVG Autohof Niederelsungen.
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Stadtbrandinspektor

Derzeit reicht ein Funke, um einen ganzen Wald in Brand zu setzen. Die Feuerwehren im Kreis sind deshalb in erhöhter Alarmbereitschaft.

„Wir proben regelmäßig für den Ernstfall und sind auf alles vorbereitet“, sagt der Melsunger Stadtbrandinspektor Patrick Metz. Auch die Zusammenarbeit mit dem Forstamt sei in diesen Tagen enorm wichtig. „Wir stehen im engen Austausch, um im Falle eines Waldbrandes, die genaue Position und dieselben Informationen zu haben“, sagt Melsungens Forstamtsleiterin Petra Westphal. Durch Waldbrand-Einsatzkarten sei es möglich, digital schnell und genau den Einsatzort zu bestimmen.

Doch alle Waldbesucher seien derzeit aufgerufen, aufmerksamer den Wald zu beobachten. „Wenn der Eindruck entsteht, es könnte brennen, dann sofort anrufen, lieber kommen wir einmal zu viel, als einmal zu wenig“, sagt Metz. Generell seien im Wald besondere Regeln zu beachten, die nicht nur bei extremer Hitze gelten, sondern das ganze Jahr über einzuhalten sind. „Auch Glasflaschen sind potenzielle Brandstifter, wenn diese herumliegen.“ Durch die Sonnenstrahlen, die durch das Glas gebündelt werden, könne es sein, dass unter anderem trockenes Laub Feuer fängt. Auch das Parken eines Autos über trockenen Sträuchern sei nicht empfehlenswert. Durch die heiße Unterseite des Fahrzeugs bestünde die Gefahr, das darunterliegende Gras zu entzünden. Deshalb sollte nur auf ausgewiesenen Wald und Wanderparkplätzen geparkt werden.

Tipps um Waldbrände zu vermeiden

Ebenfalls sei beim Grillen in der Nähe von Waldgebieten darauf zu achten, dass kein Funkenflug entstünde. „Ein Feuer sollte in der Regel nur auf geöffneten Grillplätzen gemacht werden“, erklärt auch der Neukirchener Forstamtsleiter Florian Koch. In Bezug auf den Klimawandel werde sich die Feuerwehr weiter auf Wetterextreme einstellen.

„Die Auswirkungen des Klimawandels, die jetzt schon erkennbar sind, werden uns auch weiter beschäftigen“, sagt Stadtbrandinspektor Metz. Die Forstamtsleiterin bestätigt eine starke Veränderung der Vegetation. „Die Entwicklung der letzten fünf Jahre ist besorgniserregend“, sagt Westphal.

Die Bäume bekämen einfach nicht mehr ausreichend Wasser. Dies hätte zufolge, dass die Bäume auch nicht mehr gegen Pilze und Käfer geschützt werden.

Angesichts des trocken-heißen Wetters warnt das Hessische Umweltministerium vor erhöhter Waldbrandgefahr und hat deshalb die erste von zwei Alarmstufen, Alarmstufe A, ausgerufen.

Wie das Ministerium weiter mitteilt, sollen folgende Verhaltensregeln bei diesen Temperaturen unbedingt beachtet werden

Jeden Waldbrand sofort der Feuerwehr unter der Nummer 112 melden.

Kein Rauchen im Wald.

Waldbrandgefahr geht auch von entlang von Straßen achtlos aus dem Fenster geworfenen Zigarettenkippen aus.

Kein Feuer außerhalb ausgewiesener Grillstellen. Auf noch geöffneten Grillplätzen ist laut Ministerium darauf zu achten, dass kein Funkenflug entsteht und dass das Feuer beim Verlassen des Grillplatzes richtig gelöscht wird.

Kein Parken von Fahrzeugen über trockenem Gras, denn heiße Katalysatoren können laut Mitteilung das Gras in Brand setzen.

Parken nur auf ausgewiesenen Wanderparkplätzen, auf den Forstwegen müssen die Rettungsfahrzeuge freie Fahrt haben, heißt es vom Ministerium weiter.

Florian Koch, Leiter des Forstamts Neukirchen, teilt mit, dass in besonders brandgefährdeten Waldgebieten die Grillplätze gegebenenfalls auch geschlossen werden.

Im Ausnahmefall ist auch eine vorübergehende Sperrung von Waldwegen und Waldflächen nicht ausgeschlossen, heißt es in der Mitteilung weiter. kam

(Marvin Hinrichsen)

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