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Gemeinde Morschen wird Teil der Deutschen Märchenstraße

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Von: Barbara Kamisli

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Schlüpft ins Kostüm: Die 13-jährige Julia Bieger verkörpert die Figur der jungen Gertrud von Haydau.
Schlüpft ins Kostüm: Die 13-jährige Julia Bieger verkörpert die Figur der jungen Gertrud von Haydau. © Gemeinde Morschen/nh

Morschen. Die Gemeinde Morschen wird ein Teil der Deutschen Märchenstraße und stellt die Figur vor, die Morschen künftig repräsentieren wird.

Die Gemeinde Morschen ist jetzt Mitglied der Deutschen Märchenstraße. Deshalb wird es am Samstag, 25. August, ab 15 Uhr einen Festakt in der Marktstraße in Neumorschen geben. Dabei wird auch die Figur vorgestellt, die Morschen künftig vertreten soll. Gertrud von Haydau soll den Wiedererkennungswert Morschens steigern.

Die Figur ist angelehnt an die junge Gertrud von Leimbach – eine Adelige, die im 13. Jahrhundert in Morschen auf dem Leimbachshof lebte und später die erste Äbtissin des Klosters Haydau wurde. „Wir wollten als Grundlage für die Figur eine reale historische Persönlichkeit, die eine Verbindung zum Kloster Haydau hat“, sagt Ulrike Fleischert von der Gemeinde Morschen. Aus einer abgewandelten Form des Grimmschen Märchens „Armut und Demut führen in den Himmel“ wurde die Geschichte der Figur Gertrud von Haydau. „Es gab da einige Parallelen zum Leben von Gertrud von Leimbach“, sagt Fleischert.

Dargestellt wird die Figur von der 13-jährigen Julia Bieger aus Altmorschen, die künftig bei Veranstaltungen wie etwa märchenhaften Klosterführungen in das Kostüm der Gertrud von Haydau schlüpft.

Mit der Mitgliedschaft in der Deutschen Märchenstraße will die Gemeinde Morschen laut Bürgermeister Ingo Böhm einen weiteren Zweig der touristischen Vermarktung nutzen. „Wir vermarkten die Angebote unserer Mitgliedskommunen weltweit“, sagt Benjamin Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutsche Märchenstraße. Über die deutsch- und englischsprachige Internetseite, Facebook und auf Tourismusmessen werbe man für die Angebote der mittlerweile 60 Mitgliedskommunen. Außerdem gebe es weltweit Kontakte zu Reiseveranstaltern und Journalisten.

Es sei keine Voraussetzung, dass eine Kommune sich mit einer eigenen Figur und Legende präsentiere, so Schäfer. „Aber es nutzt schon etwas, wenn die Figur konsequent zum Einsatz kommt.“ Die Idee der Morschener, ihre Figur als eine Mischung aus historischer Persönlichkeit und einem Märchen der Brüder Grimm zu entwerfen, findet Schäfer interessant: „Ich bin sehr gespannt, was daraus wird.“

In der Grimmschen Version des Märchens „Armut und Demut führen zum Himmel“ geht es um einen Königsohn, den die Sehnsucht nach dem Himmel plagt. Er befolgt den Ratschlag eines alten Mannes und legt seine prächtigen Kleider ab. Sieben Jahre zieht er als Bettler durch die Welt. Als er nach Hause zurückkehrt, erkennt ihn keiner mehr. Er lebt weiterhin in Armut und Demut, und als er stirbt, so heißt es im Märchen, läuteten die Glocken in der Stadt, und auf seinem Grab blühten eine Lillie und eine Rose.

Auch Gertrud von Leimbach, die eine enge Vertraute von Elisabeth von Thüringen gewesen sein soll, wollte wie diese für die Armen und Schwachen da sein. Und so ist in der Geschichte um Gertrud von Haydau, der alte Mann Elisabeth von Thüringen. Sie ist es dann auch, die im Traum erscheint und rät, in Armut und Demut zu leben, um den Himmel zu finden und ins Kloster in Morschen einzutreten.

Termin: Feier zur Aufnahme in die Deutsche Märchenstraße, Samstag, 25. August, 15 Uhr, Marktstraße in Neumorschen.

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