Platz für zwölf Praxen

Stadt Melsungen, B. Braun und Asklepios wollen Ärztehaus gemeinsam betreiben

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Soll umgebaut werden: Das Melsungen Krankenhaus soll zum Ärztehaus werden, wenn das neue Krankenhausgebäude fertig ist.

Melsungen. B. Braun, Asklepios und die Stadt Melsungen haben vor, das neue Ärztehaus an der Kasseler Straße gemeinsam zu betreiben. Dieses soll, wie berichtet, in das alte Klinikgebäude einziehen.

Die Gründung einer Betreibergesellschaft in dieser Kombination sei äußerst sinnvoll, sagt Bürgermeister Markus Boucsein. B. Braun verfüge durch das weitum Dialysezentrum zum Beispiel über Erfahrung in der Verwaltung eines solchen Hauses. „Die Kompetenz einer Stadtverwaltung liegt nicht in der Verwaltung eines Ärztehauses“, sagt Boucsein. Mit Asklepios im Boot habe man die nötige Verbindung zu Fachärzten. „Und Asklepios kann das eigene Angebot im Krankenhaus noch unterfüttern.“

4,1 Millionen Euro sind für den Umbau des alten Klinikgebäudes veranschlagt. Etwa zwölf Arztpraxen könnten dort auf drei Etagen untergebracht werden. Der kleine Operationssaal soll bestehen bleiben. Derzeit gebe es eine Liste mit zehn interessierten Fachärzten, darunter auch das Melsunger Dialysezentrum, das sich derzeit am Schwarzenberger Weg befindet. Dieses würde auf etwa 500 Quadratmetern untergebracht. Auch Fachärzte von außerhalb, beispielsweise aus Kassel und Fritzlar hätten Interesse bekundet, so Boucsein. Einige arbeiteten bereits in Gemeinschaftspraxen und könnten sich aber vorstellen, auch in Melsungen zu praktizieren. Die Tagesklinik Vitos soll auch nach dem Umzug von Asklepios ins neue Krankenhausgebäude im Dachgeschoss des Altbaus bleiben. Abzüglich der Vitos-Klinik bleiben etwa 5000 Quadratmeter Fläche, die zur Vermietung zur Verfügung gestellt werden könnte, sagt Boucsein. Für Melsungen sei das Ärztehaus ein extremer Gewinn, um auf lange Sicht eine gute fachärztliche Versorgung sicherzustellen.

Vorstellbar sei, dass es für alle Fachärzte einen gemeinsamen Empfang gibt, sagt der Rathaus-Chef. Auch eine gemeinsame Cafeteria sei denkbar. Die Unterbringung einer Apotheke und eines Sanitätshauses könnten das Angebot abrunden. Damit mit dem Umbau des Krankenhauses begonnen werden kann, muss Asklepios aber erst einmal den Neubau beziehen. Ende des kommenden Jahres soll das neue Krankenhaus eröffnet werden. Man habe sich im Stadtentwicklungsausschuss bereits darauf geeinigt, dass alle bauvorbereitenden Maßnahmen für das Ärztehaus vorzeitig auf den Weg gebracht werden sollen, um dann zügig mit dem Umbau beginnen zu können, sagt Boucsein. Realistisch sei die Eröffnung des Ärztehauses im Laufe des Jahres 2021.

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