Melsungen

Geschichte in kunstvollen Lettern: Goldenes Buch der Stadt Melsungen erinnert an Personen und Ereignisse

Jede Seite ist kunstvoll gestaltet: Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein zeigt das aktuelle Goldene Buch der Stadt im Bürgermeisterzimmer.
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Jede Seite ist kunstvoll gestaltet: Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein zeigt das aktuelle Goldene Buch der Stadt im Bürgermeisterzimmer.

Das Goldene Buch der Stadt Melsungen ist kein Buch mit sieben Siegeln, sondern eines mit wunderschönen handgemalten Grafiken.

Melsungen – Ex-Bundespräsident Horst Köhler steht drin, der ehemalige Bildungsminister Klaus von Dohnanyi und Masaki Okada. Der japanische Generalkonsul hinterließ bei seinem Besuch 2002 wunderschöne Schriftzeichen.

Die jüngeren Einträge stammen zumeist von erfolgreichen Sportlern der Stadt. Ganz aktuell wird sich auch Vivian Groppe im Goldenen Buch verewigen. Die 18-Jährige ist Deutsche Meisterin über 200-Meter in Leipzig geworden.

Einen Empfang beim Bürgermeister bedarf es dazu nicht. Markus Boucsein nimmt den dicken ehrwürdigen Wälzer mit zur Verleihung der Sportehrenplakette.

Die Ehrung werde es aber wohl erst wieder im kommenden Jahr geben. Wegen der Corona-Pandemie musste die Ehrung 2020 und in diesem Jahr ausfallen.

Wer sich in das Goldene Buch der Stadt eintragen darf, liegt im Ermessen des Bürgermeisters. Es gebe jedenfalls keine niedergeschriebenen Regeln diesbezüglich, sagt Boucsein.

Kunstvoll: Die erste Seite des 68er-Buchs.

„Ich habe es bisher so kennengelernt, dass der Bürgermeister als Repräsentant der Stadt die Entscheidung trifft.“

Seit acht Jahren ist Boucsein Bürgermeister. Elf Einträge ins Goldene Buch der Stadt gab es seither. Als Erste in Boucseins Amtszeit hat sich Hannelore Kraft in das Buch eingeschrieben.

Die damalige Ministerpräsidentin Nordrhein-Westfalens war im Juni 2013 in Melsungen zu Gast.

Aber nicht jeder Politiker, der mal in Melsungen vorbeischaute, steht auch im Goldenen Buch. Volker Bouffier, Tarek al Wazir und Sigmar Gabriel waren während der vergangenen Jahre zwar da, aber hatten nicht explizit einen Termin mit dem Bürgermeister.

Das gehöre aber schon dazu, sagt Boucsein. Den Eintrag gebe es nicht im Vorbeigehen. Eine gegenseitige Würdigung, ein Interesse an der Stadt müsse schon vorhanden sein.

Handgemalt: Damals hieß es noch Gästebuch.

So komme beispielsweise in der kommenden Woche Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz nach Melsungen und habe nach einem Termin mit ihm gefragt.

Es werde daher ein Treffen im Rathaus geben und bei der Gelegenheit sei auch eine Eintragung ins Goldene Buch wahrscheinlich. Ein Politiker wäre auch mal wieder eine schöne Abwechslung, sagt Boucsein und lacht.

Streng genommen ist es das erste Goldene Buch der Stadt Melsungen. Zuvor hießen sie schlicht Gästebuch. Zwei solcher Gästebücher seien ihm bekannt.

Auf mehr habe er bislang keinen Zugriff gehabt, sagt Boucsein. Das erste Buch stammt aus dem Jahr 1968. Gestaltet wurden die ersten Seiten, die wichtige Aspekte der Stadt zeigen, von einem Grafiker aus Rödelheim.

Zu Beginn seiner Amtszeit waren im zweiten Band nur noch wenige Seiten frei – es trug ebenfalls den Titel Gästebuch.

Die kunstvollen Embleme, Wappen und Namen der Einträge zeichnet seit Jahren Dietmar Dargel. Der Melsunger war zu Berufszeiten Grafiker bei B. Braun.

Neuzeit: Jetzt heißt es Goldenes Buch.

Verwundert sei er über die lange Zeitspanne ohne Einträge von 2005 bis 2013. Lediglich einen Eintrag gab es in der Amtszeit seines Vorgängers Dieter Runzheimer.

Am 19. April 2005 besuchte der damalige Bundespräsident Horst Köhler die Stadt und trug sich ein. Der erste Eintrag des 1968er-Buchs stammt von einer Abordnung der Partnergemeinde aus Dreux.

Kleine Anekdote: Der damalige Sozialminister Stefan Grüttner hat sich ausgerechnet an einem Schalttag – dem 29. Februar 2016 – ins Buch eingetragen. Anlass war die Übergabe des Förderbescheids für den Klinikneubau in Melsungen. (Damai D. Dewert)

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