Weniger Einkaufslust unter 2 G

Geteiltes Meinungsbild: Melsunger Einzelhändler äußern sich zum Weihnachtsgeschäft

Einen großen Ansturm hatten die Melsunger Ladenbesitzer vor Weihnachten nicht erwartet. Bei manchen lief es dennoch besser, als gedacht.
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Einen großen Ansturm hatten die Melsunger Ladenbesitzer vor Weihnachten nicht erwartet. Bei manchen lief es dennoch besser, als gedacht.

Es war ein ruhiges Weihnachtsgeschäft für die Melsunger Einzelhändler. Doch nicht alle Händler sprechen deshalb von einem schwachen Weihnachtsgeschäft.

Melsungen – Großer Ansturm unter 2G-Bedingungen war laut Achim Merz, Vorsitzender der Gemeinschaft des Melsunger Einzelhandels (GME), eine Seltenheit. „Man hat gespürt, dass die Leute wenig Lust hatten, unter 2G-Bedingungen einzukaufen“, sagt Merz, der auch den Elektro-Fachhandel EP Schanze betreibt. Von einem Kollegen aus der Juwelierbrache habe Merz Ähnliches gehört. „Es war ein schwächeres Geschäft als unter normalen Bedingungen.“

Merz plagen in seinem Elektro-Fachhandel zusätzlich Lieferengpässe bei einigen Produkten. „Es war anstrengend, weil ich nicht immer genau wusste, ob bestellte Ware noch vor Weihnachten eintrifft“, sagt Merz. „Den einen oder anderen Kunden musste ich dann leider auch vertrösten.“ Besonders bei Computerzubehör seien die Lieferzeiten nicht vorherzusehen. „Und auch bei beliebten Geschenken wie Smartphones und Tablets ist alles momentan sehr schwierig.“

Mit Lieferproblemen hatte der Spielwarenladen Kids am Schloss keine Probleme, wie Inhaberin Inge Erbeck berichtet. „Wir hatten ein gutes und normales Weihnachtsgeschäft.“ Man habe die sich andeutenden Lieferprobleme bereits am Anfang des Jahres bedacht und immer frühzeitig nachbestellt.

Dazu trägt laut Inge Erbeck auch bei, dass viele Lieferanten in Deutschland sitzen. „So waren wir das ganze Jahr lieferfähig.“ Dennoch ist sie sehr dankbar dafür, dass die Kunden ihr in den schwierigen Zeiten die Treue gehalten haben und nicht auf Online-Anbieter umgestiegen sind. „Auch Kindergärten und Firmen sind uns für Weihnachtsgeschenke treu geblieben“, sagt Inge Erbeck.

Auch Heike Hofer, Inhaberin der Mode-Boutique Fysel, war mit dem Weihnachtsgeschäft unter den bestehenden Bedingungen zufrieden. „Ich hätte es schlimmer erwartet, aber der Dezember war wie ein ganz normaler Monat für uns.“ Und: „Es gab zwar Tage, da kamen nur ein paar Leute vorbei, aber an anderen Tagen war dafür mehr los.“

Ein richtiges Weihnachtsgeschäft habe die Boutique aber ohnehin nicht, meist sei der November der stärkere Monat, wenn sich die Kunden für den Winter einkleiden. „Ich verstehe, dass die Leute nicht so in Bummellaune sind. Das geht mir ähnlich“, sagt Heike Hofer. Die 2G-Regel sei von allen Kunden, die vorbei geschaut haben gut angenommen worden.

Dem schließt sich auch Achim Merz an: „Die Leute hatten ihre Impfausweise und Smartphones immer bereit.“ (William Abu El-Qumssan)

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