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Gibt Asklepios Klinik ab? Klinikkonzern im Landkreis stellt GNH Daten zur Verfügung

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Von: Damai Dewert

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Die Asklepios Klinik in Melsungen.
Eine mögliche Übernahme der Melsunger Asklepiosklinik durch die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) wird konkreter. © Damai D. Dewert

Eine mögliche Übernahme der Melsunger Asklepiosklinik durch die Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) wird konkreter.

Melsungen – Seit Wochen prüft die GNH, ob eine Übernahme der Klinik vom Asklepios-Konzern infrage kommt. Jetzt haben Asklepios, GNH und der Schwalm-Eder-Kreis vereinbart, dass Asklepios im zweiten Quartal über einen virtuellen Datenraum Informationen zu relevanten Geschäftszahlen zur Verfügung stellt.

Das belegen Informationen, die der HNA vorliegen und Jürgen Kaufmann, Gesundheitsdezernent beim Kreis bestätigt diese Vereinbarung.

Entscheidung soll fallen: Unterlagen werden geprüft

Die Unterlagen sollen vom Landkreis und der GNH in den kommenden Wochen geprüft und bewertet werden. Am Ende dieser Phase solle eine Entscheidung fallen, ob die GNH die Melsunger Klinik von Asklepios kauft und zu welchen Konditionen.

Die drei Parteien kündigten zudem an, im Lauf dieser Woche eine gemeinsame und abgestimmte Mitteilung herauszugeben und weitere Details bekannt zu geben.

Dass es jetzt erst zu einer intensiveren Prüfung der Daten komme, habe unter anderem damit zu tun, dass erst eine Einigkeit bezüglich Datentiefe und Umfang erzielt werden musste, sagt Kaufmann.

Es sei nachvollziehbar, dass sich Asklepios von einem Konkurrenten nicht zu sehr in die Bücher schauen lassen wolle. Bereits im vergangenen Jahr war das Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar als möglicher Interessent abgesprungen.

Übernahme der Asklepiosklinik: Viele offene Fragen

Die Hängepartie um die Zukunft der Melsunger Klinik sei eine Belastung für die Mitarbeiter, sagt Klaus Bölling Betriebsratsvorsitzender bei Asklepios Schwalm-Eder. Es gebe eine Vielzahl offener Fragen, die zur Verunsicherung beitrügen. So stünden insbesondere hinter dem Fortbestand der Abteilungen wie Geriatrie, Innerer, Psychiatrie und Chirurgie Fragezeichen. Diese Situation wirke sich auf die Personalakquise auf.

„Wir brauchen dringend neue Mitarbeiter“, sagt Bölling. Aber wer wolle schon zu einem Unternehmen wechseln, wenn nicht klar sei, wer in wenigen Monaten der Arbeitgeber sei und ob die Abteilung überhaupt noch bestehe? (Damai Dewert)

Etwa 140 Mitarbeiter in Melsungen

Etwa 780 Mitarbeiter beschäftigen die Asklepios-Kliniken laut des Betriebsrats im Schwalm-Eder-Kreis. 140 von diesen könne man Melsungen zuordnen. Welchen Stand die Verhandlungen hätten, erfahre man nicht, kritisiert der Betriebsrat. Es gibt zwar Informationen in den Monatsgesprächen, die aber sind laut Klaus Bölling dürftig. Enttäuscht sei er außerdem, dass es vom Landkreis keinerlei Reaktion auf eine an diesen geschickte Resolution gegeben habe. 

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