Astrazeneca und Biontech sind verfügbar

Hausärzte im Kreisteil Melsungen impfen ab sofort gegen Corona

Endlich geht es los: Assistentin Tanja Grede wird von der Ärztin Lotta Jacob in der Praxis Sostmann/Jacob in Melsungen mit Astrazeneca geimpft.
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Endlich geht es los: Assistentin Tanja Grede wird von der Ärztin Lotta Jacob in der Praxis Sostmann/Jacob in Melsungen mit Astrazeneca geimpft.

Ab sofort impfen auch Hausärzte im Kreisteil Melsungen gegen das Coronavirus.

Melsungen – Wer sich gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, kann dies jetzt auch bei seinem Hausarzt erledigen. Manche Praxen sind Pilotpraxen und verimpfen neben dem Biontech-Impfstoff auch den des Herstellers Astrazeneca. Wie die Impfkampagne im Altkreis Melsungen abläuft, erklären uns die Ärzte Dr. Volker Iber und Lotta Jacob aus Melsungen.

Ab wann impfen die Hausärzte genau?
Ab sofort. In der Praxis Sostmann/Jacob wurde bereits am Donnerstag begonnen. Die Praxen bieten einen oder auch zwei Tage in der Woche zum Impfen an.

Welche Impfstoffe werden den Patienten gespritzt?
Die Impfkampagne läuft zweigleisig. Üblicherweise impfen die Hausärzte den Impfstoff des Herstellers Biontech. Über die Kassenärztliche Vereinigung (KV) wurden Pilotpraxen gesucht, die auch den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca impfen – die Praxen Sostmann/Jacob und Iber/Stein sind solche Pilotpraxen.

Woher beziehen die Praxen ihren Impfstoff?
Den Astrazeneca-Impfstoff erhalten die Pilotpraxen über das regionale Impfzentrum des Landkreises. Der von Biontech wird über Apotheken geordert.

Wie viele Impfdosen stehen den Apotheken zur Verfügung?
In der ersten Woche sind es in den Praxen je Impfstoff etwa 50 Dosen – also in jeder Praxis bis zu 100 Dosen. Bei Biontech ist der limitierende Faktor die verfügbare Anzahl im Apotheken-Großhandel. Astrazeneca wird über die Kassenärztlichen Vereinigungen zugeteilt.

Wie viele Patienten können in den Praxen geimpft werden?
Für die Organisation und den Ablauf sind die Praxen selbst verantwortlich. In den beiden genannten Praxen läuft es relativ ähnlich ab. In der Praxis Iber impfen zwei Ärzte vorerst dienstags nachmittags drei Stunden lang. In diesem Zeitraum sind bis zu 25 Impfungen möglich. In der Praxis Sostmann/Jacob arbeiten vier Ärzte, dort sind grundsätzlich mehr Impfungen möglich. Es wird auch am Dienstag geimpft.

Warum sind nicht mehr Impfungen möglich?
Die Impfungen müssen im Praxisalltag stattfinden. Es werden zusätzliche Sprechstunden angeboten. Für jeden Patienten muss es ein ausführliches Aufklärungsgespräch geben – Dauer etwa 15 Minuten. Nach der Impfung muss der Patient weitere 15 Minuten beobachtet werden – unter anderem wegen möglicher allergischer Reaktionen. Dazu bedarf es verschiedener Räume. Beide Praxen würden gerne weitere Impftage möglich machen und wollen das auch. Limitierender Faktor wird wohl eher der Impfstoff sein.

Der Biontech-Impfstoff muss aufwendig gelagert werden, ist das in den Praxen möglich?
Das ist nicht vorgesehen. Der Impfstoff von Biontech wird beim Großhändler angetaut auf den Weg geschickt. Er ist bis zu 120 Stunden haltbar. In diesem Zeitraum wird er in den Praxen verbraucht. Die Aufbewahrung von Astrazeneca ist unproblematisch.

Was geschieht mit möglichen Resten oder Impfstoffen von ausgefallenen Terminen?
Beide Praxen führen Nachrückerlisten mit Personen, die kurzfristig einspringen könnten.

Wer wird von den Praxen geimpft?
Es gelten die gesetzlichen Bestimmungen. Mit Astrazeneca Menschen über 60 Jahre und bei Biontech Personen aus den Priorisierungsgruppen I und II. Das gilt auch für Nachrücker. Beide Praxen wollen alles daran setzen, dass keine Dose verkommt.

Wie kommen die Praxen an die Patienteninformationen?
Die eigenen Patientendaten können nach den relevanten Kriterien gefiltert werden. Die Patienten werden von den Praxen telefonisch kontaktiert – eine Kontaktaufnahme durch den Patienten ist nicht nötig. Mehr Details auf den Internetseiten.

Wie hoch ist der Aufwand?
Der Aufwand ist immens. Wegen der noch fehlenden Softwareanbindung müssen pro Patient bis zu elf Seiten ausgefüllt, gescannt, gefaxt und eingegeben werden sowie eine Meldung an die KV geschickt werden. (Damai D. Dewert)

Gut gekühlt: Volker Iber zieht eine Spritze mit dem Astrazeneca-Impfstoff in seiner Praxis auf.

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