Coronavirus

Hilfe für Bedürftige: Medizinisches Gesundheitszentrum wird zum Versorgungsort

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Packen mit an: Wo sonst Sport getrieben wird, sortieren von links Cornelia Salzmann, Senem Postaci und Janina Kroll jetzt Lebensmittel und Hygieneartikel für Bedürftige.

Wegen des Coronavirus sind auch die Tafeln für die Essensausgabe für Bedürftige gschlossen. Um bedürftigen Menschen in der Coronakrise zu helfen, hatte Senem Postaci, Inhaberin des Medizinischen Gesundheitszentrums Melsungen, eine gute Idee.

Melsungen – Wer frisches Obst und Gemüse, Brot, Nudeln oder Hygieneartikel braucht, geht in den Supermarkt. Durch die Coronakrise ist der Wocheneinkauf in diesen Tagen für viele Menschen allerdings nicht mehr selbstverständlich. Das Geld wird knapp. Viele Menschen geraten unverschuldet in eine finanzielle Notsituation. Besonders dramatisch: Aus Sicherheitsgründen haben auch die Tafeln ihren Betrieb eingestellt. Um bedürftigen Menschen in der Coronakrise zu helfen, hatte Senem Postaci, Inhaberin des Medizinischen Gesundheitszentrums Melsungen, eine gute Idee.

Sie stellt die Räume ihres Fitnesszentrums als neue An- und Abgabestelle für Lebensmittel und Hygieneartikel zur Verfügung. „Wir wollen der Tafel keine Konkurrenz machen“, stellt Postaci klar. Es solle lediglich eine Alternative für Bedürftige sein. Mit dabei sind auch Cornelia Salzmann, Seniorenbeauftragte der Stadt Melsungen, das Team des Medizinischen Gesundheitszentrums und Renate Bänisch. Während Bänisch von zuhause Kontakte knüpft und die Menschen zum Spenden mobilisiert, sortieren Senem Postaci und ihre Mitarbeiter die Waren, die sie bekommen und verpacken sie in Papiertüten. Außerdem nehmen sie die zahlreichen Anrufe der Bedürftigen entgegen.

Es seien viele traurige und sehr emotionale Anrufe. „Die meisten Telefonate kommen von alleinerziehenden Müttern, die in der misslichen Lage sind, dass ihnen das Geld ausgegangen ist“, berichtet Postaci. Vielen sei es unangenehm, anzurufen. „Es muss niemandem peinlich sein, unsere Hilfe anzunehmen“, betont die ehrenamtliche Helferin. Viele Menschen seien glücklich über das Hilfsangebot und ganz genügsam, weiß auch Mitarbeiterin Janina Kroll. Nach telefonischer Rücksprache mit den Bedürftigen, die derzeit keinen Berechtigungsschein brauchen, werden die benötigten Lebensmittel in fertig gepackten Tüten ausgeliefert. So werden Massenansammlungen in dem Sportstudio vermieden.

„Wir haben auch mit den Melsunger Pfarrern gesprochen, die Listen von den Menschen haben, die die Dienstleistungen der Tafel in Anspruch nehmen“, sagt Cornelia Salzmann.

So könnten auch diese Menschen telefonisch von dem alternativen Angebot benachrichtig werden. Viele von ihnen seien Senioren mit einer kleinen Rente, sagt sie. Im Moment bekommen die Ehrenamtlichen viele Spenden, darunter Nudeln, Reis und Konserven von Privatpersonen.

Diese können ab sofort in die großen Boxen vor dem Sportstudio gelegt werden. Eine große Obst- und Gemüselieferung gab es jetzt von den Marktbeschickern des Melsunger Wochenmarktes, wie dem Hof Althans aus Lohfelden. Die Lieferung wurde mit Spenden finanziert.

Weitere Spenden sind willkommen. Kontakt für Bedürftige und Spender: Telefon: 0 56 61/70 81 75 oder 0 56 61/92 31 12, Email: buero@gesundesmelsungen.de.

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