Projekt aller Kommunen im Kreisteil

Historische Schätze aus Melsungen für digitales Archiv gesucht 

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Guxhagen vor 1940: Untergasse mit dem Haus von Lehmann Katz mit seinem Geschäft „Colonialwaren und Buchbinderei Lehmann Katz“. Das Haus hatte die Nummer 3 in der Untergasse, und im Hintergrund sieht man, wie von rechts nach links die heutige Poststraße (und damalige Schulstraße) verläuft. Auf der gepflasterten Straße der Untergasse fährt ein Kettenfahrzeug, das einen Mast oder anderes Gerät hinter sich herzieht. Das Foto muss aus dem großen Fachwerkhaus, in dem sich heute in Guxhagen die Sparkasse befindet, aufgenommen worden sein.

Kreisteil Melsungen. Zahlreiche historische Fotos, Videos von Schulfesten vor zig Jahren, Dutzende Dokumente – all das schlummert vermutlich in den Kellern und auf den Dachböden der Bewohner des Kreisteils.

Diese Dinge sollen nun einen neuen Platz bekommen und jedem zugänglich gemacht werden: in einem digitalen Geschichtsarchiv im Internet.

Nach dem Aufruf der Geschäftsführerin der Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal, Marion Karmann, haben alle Gemeinden Interesse an einem solchen Archiv bekundet. Die Archive für Guxhagen, Körle und Spangenberg sollen möglicherweise noch dieses Jahr an den Start gehen. Melsungen, Morschen und Felsberg sollen folgen. Das bereits bestehende Archiv von Malsfeld (wir berichteten) soll später eingebunden werden, so Karmann.

In Guxhagen scharre man schon mit den Hufen, sagt Bürgermeister Edgar Slawik. Der Kulturverein „Kult-Uhr-Zeit“ habe bereits zugestimmt, dass eine Digitalarchiv-Arbeitsgruppe unter dem Dach des Vereins gegründet werden kann. Ein erstes Treffen aller Interessierten aus Guxhagen findet kommende Woche statt.

Je mehr Leute sich einbringen, desto besser, sagt Slawik. Gesucht werden zum einen Freiwillige, die Lust haben, die Webseite mit aufzubauen und zu pflegen und zum anderen auch Menschen, die Fotos, Videos oder Dokumente haben, die ins Archiv aufgenommen werden können. „Ich bin mir sicher, dass noch vieles vorhanden ist“, sagt Slawik. Durch unseren Alltag und die vielen aktuellen Dinge, mit denen wir man sich täglich beschäftigen müsse, gerate unsere Vergangenheit in den Hintergrund, sagt er. „Und das ist wirklich schade.“ Mit einem Digitalarchiv nach Malsfelder Vorbild – die Webseite ging im Juli 2016 an den Start – könnten historische Dinge wieder einen völlig neuen Wert erlangen, ist sich Slawik sicher.

Die Zusammenarbeit mit den anderen Gemeinden bei diesem Projekt sei wichtig, sagt Slawik. „Wir wollen uns ja als Region darstellen und die Geschichte nicht an der eigenen Gemarkungsgrenze enden lassen.“

Jede Gemeinde bekomme am Ende zwar eine eigene Webseite, aber geplant ist laut Marion Karmann, alles über eine zentrale Plattform zu vernetzen. Im Idealfall könne man dann später auch kommunenübergreifende Suchanfragen starten, sagt Karmann. Ein weiterer Vorteil, wenn mehrere Kommunen im Boot sind: Dinge wie die benötigte Hard- und Software können gemeinsam angeschafft werden. Über das Leaderprogramm gibt es Fördergeld. 5600 Euro Eigenmittel muss eine Gemeinde aufbringen. Jährlich fallen pro Kommune Kosten von 360 Euro für die Bereitstellung der Webseite an. Der Antrag auf Förderung sei auf den Weg gebracht, sagt Karmann. Man warte auf die Bewilligung.

Termin: Interessierte, die am Digitalarchiv Guxhagen mitwirken wollen, sind für Donnerstag, 28. Juni, 19 Uhr zu einem Treffen eingeladen. Es findet im Sitzungssaal des Rathauses (Dachgeschoss) statt. Auch Marion Karmann ist anwesend.

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