HNA hilft: 

Konten-Wirrwarr bei der GEZ: Seniorin vor Gerichtsvollzieher gerettet

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Das war knapp: Magdalena Badke mit dem Vollstreckungsbescheid. Die HNA bewahrte sie vor einer Pfändung.  

Um ein Haar wäre Magdalena Badkes Eigentum gepfändet worden. Zu Unrecht, wie sich nach HNA-Recherche herausstellte.

  • GEZ-Wirrwarr: Forderungen an Seniorin aus Melsungen 
  • Magdalena Badkes sollte 500 Euro nachzahlen
  • Pfändung konnte im letzten Moment verhindert werden

Die Melsunger Seniorin Magdalena Badkes sollte mehr als 500 Euro an den Beitragsservice – ehemals Gebühreneinzugszentrale (GEZ) – zahlen. Und das, obwohl sie, so beteuerte die 81-Jährige völlig aufgelöst gegenüber der HNA, doch seit Jahrzehnten zahle. Ja, sogar eine Einzugsermächtigung habe sie erteilt.

Einen Tag vor dem Zugriff des Landkreises als Vollstreckungsbehörde informierte sie die Redaktion. Nach Überprüfung der Kontoauszüge gelang es, den Landkreis zu überzeugen den Vorgang vorübergehend zu stoppen.

HNA-Hinweis führt zu Überprüfung von GEZ-Forderungen gegenüber Seniorin

„Wir waren froh über den HNA-Hinweis“, sagt Kreissprecher Stephan Bürger. Auf den Fall angesprochen, habe die Vollstreckungsabteilung ihn erneut prüfen lassen und Kontakt mit dem Beitragsservice aufgenommen. Bei Vollstreckungsanordnungen müsse man von der Rechtmäßigkeit ausgehen, sagt Bürger. Eine Überprüfung finde üblicherweise nicht statt.

In der ersten Antwort des Beitragsservice war dieser noch von der Rechtmäßigkeit seiner Forderung überzeugt. Auf HNA-Hinweis auf die per Lastschriftverfahren eingezogenen Beiträge und den Kontonehmer, nämlich den 2005 verstorbenen Ehemann, kam Kurioses heraus. 

GEZ-Wirrwarr: Beitragsservice meldete Konto nach Tod von Ehemann ab

Mit Schreiben von November 2017 hatte der Beitragsservice die Familie Badke gebeten, die Beitragspflicht für die Wohnung des verstorbenen Richard Badke zu klären. Grundlage für das Klärungsschreiben war eine Information des Einwohnermeldeamtes der Stadt Melsungen, dass Richard Badke verstorben sei.

Warum der Beitragsservice die Information, dass Richard Badke verstorben ist, erst 2017 und damit zwölf Jahre später mitgeteilt bekommen hat, lasse sich nicht mehr nachvollziehen, heißt es von der Pressestelle. Leider hätten weder Magdalena Badke noch ihre Familie auf das Schreiben des Beitragsservice reagiert, sodass das der Beitragsservice das Konto von Richard Badke schließlich im April 2018 abgemeldet hat.

Wirrwarr um Beitragskonto für GEZ-Gebühren: Senorin verlor den Überblick

Magdalena Badke wurde nach einem Meldedatenabgleich 2018 angeschrieben und um die Klärung der Beitragspflicht gebeten. Da sie wieder nicht reagierte, wurde für sie ein Beitragskonto, rückwirkend zum 1. Januar 2016 angemeldet.

Magdalena Badke ihrerseits war verwundert, warum ihr Lastschriftverfahren gekündigt worden war. An Briefe zu Klärung kann sie sich nicht erinnern. Sie habe das eigentlich alles mit ihrem Mann vor dessen Tod geklärt.

Mit ihrer Bank vereinbarte sie dann, dass sie das Geld direkt einzahlt. Das hat sie in der Folge auch getan – auf das neue Beitragskonto. Dieses wies aber ein Saldo auf, da es ja rückwirkend zum Januar 2016 angelegt worden war.

Magdalena Badke zahlte jetzt einen aktuell offenen Betrag aus 2019 und wird wieder ein Lastschriftverfahren einrichten. Wie sich das gehöre, sagt sie noch. Der HNA sei sie sehr dankbar. Sie habe wohl etwas den Überblick verloren, der Beitragsservice aber auch.

Rubrik HNA-hilft: Im Notfall melden Sie sich bei uns

In der Rubrik die HNA hilft, bieten wir unseren Leserinnen und Lesern Hilfe in Notlagen an. Wenn Sie im Altkreis Melsungen Ärger mit Behörden oder Institutionen haben, setzen wir uns für Sie ein. Wir bemühen uns, ihren Fall zu lösen oder einen fairen Kompromiss zu finden.

Natürlich nur, wenn wir von der Rechtmäßigkeit ihres Anliegens überzeugt sind. Im Anschluss berichten wir über Ihren Fall. Kontakt: Rufen Sie uns an unter 0 56 61/70 57 15 oder wenden Sie sich per E-Mail an melsungen@hna.de und postalisch an die HNA Redaktion Melsungen, Brückenstraße 6, 34212 Melsungen.

offene Forderungen: Landkreis muss Rechtmäßigkeit nicht prüfen

Die Vollstreckungsbehörde des Landkreises wird nach dem Verwaltungsvollstreckungsgesetz tätig. Sie ist nicht verpflichtet, die Rechtmäßigkeit der Forderung zu prüfen. Bei Zwangsvollstreckungen können die Vollziehungsbeamten eine Konto- oder Lohnpfändung veranlassen und ein Richter kann eine Durchsuchung mit Türöffnung anordnen.

Der Landkreis beschäftigt zwei Mitarbeiter für den Innendienst und zwei Mitarbeiter für den Außendienst. Bevor eine Vollstreckung angeordnet wird, muss mehrere Quartale nicht gezahlt worden sein. Der monatliche Beitrag liegt bei 17,50 Euro.

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