Fast 12.000 Euro kamen zusammen

Die Hälfte ihres Körpers ist verbrannt: Melsunger spenden für Salimata aus Koudougou

Sie kann wieder lächeln: Salimata wird in einem Kinderkrankenhaus in Ouagadougou gepflegt. Dort wurde sie auch von Farid, Moussa Bangres Bruder, besucht. Er hat ihr Fladen in einer Tüte mitgebracht, die Salimata gerne isst.
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Sie kann wieder lächeln: Salimata wird in einem Kinderkrankenhaus in Ouagadougou gepflegt. Dort wurde sie auch von Farid, Moussa Bangres Bruder, besucht. Er hat ihr Fladen in einer Tüte mitgebracht, die Salimata gerne isst.

Salimatas Schicksal hat viele Menschen berührt. Die HNA hatte im November 2020 über das Mädchen aus der Melsunger Partnerstadt Koudougou in Burkina Faso berichtet, dessen Rock am Lagerfeuer in Brand geraten war.

Melsungen - Der Partnerschaftsverein hatte zu einer Spendenaktion für Salimata aufgerufen. „Und die Resonanz ist außergewöhnlich“, sagt Vorsitzender Moussa Bangre, „11 800 Euro sind mittlerweile zusammengekommen.“

Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Moussa Bangre stammt aus Koudougou. Seine Mutter ist Krankenschwester und hat Salimata monatelang im Krankenhaus betreut. 50 Prozent von Salimatas Haut sind verbrannt, von der Hüfte abwärts. Das kleine Mädchen leidet unter unvorstellbaren Schmerzen, nicht nur beim Säubern der Wunden.

Krankentransport

Durch die Spenden der Melsunger konnte Salimata vom Krankenhaus in Koudougou in eine Kinderklinik nach Ouagadougou, der Hauptstadt des Landes, verlegt werden. Das liegt 100 Kilometer entfernt, die Fahrt mit dem Bus dauert zwei Stunden. Dank der Melsunger Spenden konnte die schwer verletzte Salimata im Krankentransport in die Spezialklinik für Kinder „Charles de Gaulles“ gefahren werden.

„Das ist aber nur eine Übergangslösung“, sagt Moussa Bangre. Denn eigentlich soll Salimata nach Leo verlegt werden, einer Stadt im Süden des Landes. Diese Stadt wird regelmäßig von der Hilfsorganisation Interplast besucht. Das Team arbeitet kostenlos, Unterbringung und Material finanzieren sich aus Spenden.

Hilfe von Interplast

Ein Interplast-Team aus deutschen Ärzten und Pflegern wollte eigentlich im Januar nach Burkina Faso reisen und Schwerkranke operieren auch Salimata. Wegen der Coronapandemie musste der Besuch nun auf April verschoben werden.

Ein Teil des Geldes für Salimata wurde an Interplast gespendet, die sich über Spenden finanzieren, berichtet Alexander Schmidt, Koudougou-Beauftragter des Städtepartnerschaftsvereins. So wird gesichert, dass das Interplast-Team Salimata untersuchen und behandeln wird.

Das Mädchen braucht dringende Hilfe. Durch die Spenden aus Melsungen werden Medikamente zur Wundversorgung und -heilung geschickt. Ihre stark nässenden Wunden können damit trocknen, mittlerweile hat sich neue Haut gebildet. Dadurch sind aber Kontrakturen entstanden, also Bewegungseinschränkungen der Gelenke.

Salimata kann ihre Beine nicht strecken. Sie kann nur in gebückter Haltung stehen und liegen. Deshalb werden mehrere Operationen nötig sein, um dem Mädchen Linderung zu verschaffen.

Leben im Krankenhaus

Wie schon in der Klinik in Koudougou ist nun auch im Kinderkrankenhaus in der Hauptstadt, die Oma ständig an Salimatas Seite. Denn die Eltern des Mädchens arbeiten und leben an der Elfenbeinküste. Die Oma kocht auch für Salimata – in Burkina Faso ist es üblich, dass die Patienten von Familienangehörigen versorgt werden.

Die zehnjährige Salimata war seit dem Unglück vor knapp anderthalb Jahre nicht mehr in der Schule. Deshalb hat sie sich Bücher und Hefte gewünscht.

Trotz der Schmerzen lernt sie fleißig, liest viel und schreibt gerne in akkuraten Buchstaben. Sie zeichnet auch gerne, am liebsten ihre Oma, berichtet Moussa Bangre, der über seine Mutter Kontakt zu dem Mädchen hat.

Und Salimata hat ein großes Ziel: Sie möchte Ärztin werden, um anderen Menschen zu helfen. (Claudia Feser)

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