Rentner nach einer Woche kaum Nebenwirkungen

Anmeldung für Corona-Impftermine sorgt weiter für Frust: HNA Melsungen begleitet Senioren

Gisela Witzel aus Melsungen  Telefon Laden Geschäft
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Nach langer Tortur hat Gisela Witzel aus Melsungen endlich einen Impftermin. Das Foto haben wir nachgestellt.

Geduld und gute Nerven waren auch am Mittwoch wieder gefragt, als die Vergaben der Impftermine in die zweite Runde ging. Denn wie schon Mitte Januar lief nicht alles reibungslos. Die HNA Melsungen begleitet zwei Rentner auf ihrem Weg zur Impfung.

Melsungen / Körle / Spangenberg – Gisela Witzel (86) aus Melsungen ist zwar froh, endlich einen Impftermin ergattert zu haben, aber bis es soweit war, hat sie das einige Nerven gekostet. Und auch Ernst Erbeck (87) aus Körle ist glücklich: Denn jetzt hat auch endlich seine Ehefrau Ingrid einen Impftermin. Wir begleiten Gisela Witzel aus Melsungen und Ernst Erbeck aus Körle stellvertretend für alle, die derzeit Anspruch auf einen Impftermin haben.

„Den ganzen Mittwoch habe ich es telefonisch versucht, aber es war kein Durchkommen“, sagt Gisela Witzel. Sie sei extra zuhause geblieben, weil im Laden wäre das nicht möglich gewesen. Da sie in ihrem Geschäft viel mit Menschen zu tun habe, sei es ihr sehr wichtig, geimpft zu werden.

Letztendlich hätte ihr Sohn dann im Internet einen Termin bekommen. „Aber es war wirklich eine Tortur“, sagt die 86-Jährige. Wenn man aus Versehen den falschen Durchwahlknopf – also die 2 statt der 1 – gedrückt hätte, sei man nicht immer freundlich behandelt worden an der Vergabehotline. Erfahrung, die nicht nur sie gemacht hätte. „Ich habe das von ganz vielen gehört“, sagt sie. Am 15. März soll Gisela Witzel den langersehnten ersten Piks nun bekommen.

Ähnliche Erfahrungen wie Gisela Witzel hat Gritt Heinze von der Stadt Spangenberg gemacht. Zwar konnte sie Impftermine für sechs ältere Spangenberger online vereinbaren, aber problemlos war das auch nicht.

„Also das ist wirklich eine Zumutung“, sagt Heinze. Telefonisch sei sie bei der 116 117 gar nicht durchgekommen. „Ich hatte zwar ein Freizeichen, bin aber dann immer aus der Leitung geflogen.“ Ein Unding findet Heinze, denn schließlich handle es sich dabei ja auch um eine Notfallnummer für andere Anliegen. Bei der Nummer 0611/505 92 888 habe sie zwar immer mal mit jemanden sprechen können, aber die Verständigung sei äußerst schwierig gewesen.

Online habe es besser geklappt, aber auch dort sei die Anmeldung äußerst umständlich und mit technischen Problemen verbunden gewesen. „Über den Browser Firefox konnte man beispielsweise die Daten nicht eingeben“, sagt Heinze. Sie befürchtet, dass es Impfberechtigte geben werde, die irgendwann einfach aufgeben, weil das Prozedere zu kompliziert sei.

„Ich kann verstehen, dass man in einen Online-Wartebereich kommt oder telefonisch nicht gleich durchkommt“, sagt Heinze. Doch so könne man das System der jetzt impfberechtigten Generation kaum zumuten.

Während sich viele bei der zweiten Impfterminvergabe noch die Finger wund wählten, ist die erste Covid-Impfung bei Ernst Erbeck aus Körle schon mehr als eineinhalb Wochen her. „Toi toi toi, ich habe gar nichts danach gespürt“, sagt der 87-Jährige. Selbst der Arm, in den er den Piks bekam, habe zu keiner zeit geschmerzt. Lediglich ein leichtes Jucken habe er ein paar Tage nach der Impfung an der Einstichstelle bemerkt. Vergleichbar mit dem Jucken bei einer Wundheilung. „Aber das ist eigentlich nicht der Rede wert“, sagt der Senior. Er fühle sich topfit. Außerdem sei er sehr froh, dass nun auch endlich seine Frau Ingrid einen Impftermin hat. Sie wird übernächste Woche in Fritzlar geimpft. Und Erbeck selbst bekommt seine zweite Impfung am 15. Februar. Für ihn geht es aber wieder ins Impfzentrum nach Kassel, wo er auch schon die erste Impfung bekam. (Carolin Hartung und Barbara Kamilsi)

Ernst Erbeck

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