Melsungen: Einwohner hatten gespendet

Brandopfer Salimata aus Koudougou ist tot – Große Anteilnahme im Altkreis Melsungen

Trotz Spenden aus dem Altkreis Melsungen: Salimata Brandopfer Salimata aus Koudougou ist gestroeben.
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Trotz Spenden aus dem Altkreis Melsungen: Salimata Brandopfer Salimata aus Koudougou ist gestroeben.

Salimatas Traum, Ärztin zu werden, wird nicht wahr. Die Zehnjährige aus Melsungens Partnerstadt Koudougou ist gestorben. Viele Menschen im Melsunger Land hatte das Schicksal des Mädchens berührt.

Melsungen – Salimata hatte schwerste Brandverletzungen erlitten, und für ihre medizinische Behandlung wurden knapp 12.000 Euro gespendet. Wie jetzt bekannt wurde, ist die tapfere Salimata im April gestorben und wurde auf dem städtischen Friedhof der Hauptstadt Ouagadougou beerdigt.

Das Koudougou-Team des Melsunger Städtepartnerschaftsvereins ist traurig und bestürzt, allen voran Moussa Bangre, der aus Koudougou stammt und dessen Mutter Salamata Roamba die kleine Salimata als Intensivschwester zeitweise im Krankenhaus gepflegt hat. Bangre macht eine duale Ausbildung bei B. Braun und hatte sich früh des kleinen Mädchens angenommen.

Einen Teil seines Ausbildungsgehalts hatte er nach Koudougou geschickt, damit Lebensmittel und das Allernötigste für Salimata gekauft werden konnten. Salimata hatte ihn „Papa Moussa“ genannt. Bangres Bruder Farid und seine Mutter hatten Salimata mehrmals im Krankenhaus in der Hauptstadt von Burkina Faso besucht.

Ihr Rock fing Feuer

Im November 2019 wollte sich Salimata aus Burkina Faso am Lagerfeuer wärmen. Ihr Rock fing durch einen Windstoß Feuer. Die Haut verbannte zu 50 Prozent. Sie wurde im Krankenhaus in Koudougou behandelt, Spenden aus Melsungen finanzierten spezielle Medikamente und Verbandsmaterial. Das Mädchen ertrug fürchterliche Schmerzen und kam in die Kinderklinik in der Hauptstadt. Dort starb sie im April im Alter von zehn Jahren. 

Noch im März waren die Hoffnungen groß gewesen: Das Mädchen wurde zwei Mal operiert, und es gab eine erste Hauttransplantation. Salimata wurde von Ärzten im Krankenhaus in Ouagadougou operiert. Denn aufgrund der Coronapandemie konnte das Ärzteteam von Interplast bislang noch nicht nach Burkina Faso reisen. Salimata stand aber auf der Patientenliste für deren nächsten Besuch.

Dafür hatten auch die Spender aus dem Altkreis Melsungen gesorgt: Mit ihrer Unterstützung konnte Geld an Interplast gespendet werden. Immer an Salimatas Seite war ihre Großmutter, die eigentlich nicht ihre leibliche Oma ist. Salimatas Eltern leben und arbeiten in der Elfenbeinküste, gekümmert haben sie sich nach Aussagen des Melsunger Städtepartnerschaftsvereins kaum um ihre schwerst verletzte Tochter.

Beileidsbesuch in Salimatas Heimatdorf: Salamata Roamba (rechts), Mutter von Moussa Bangre, sprach mit einer Krankenhaus-Delegation der Großmutter von Salimata das Beileid aus.

Der Großvater hat mehrere Ehefrauen – Salimata und ihre Familie sind Moslems. Eine seiner Ehefrauen, aber nicht die leiblich Oma, hat Salimata seit dem schweren Unglück immer beigestanden. Sie lebte mit ihr im Krankenhaus, versorgte sie, tröstete sie, kochte für sie und stand regelmäßig im Kontakt mit Moussa Bangres Mutter Salamata Roamba.

Diese hatte noch drei Tage vor Salimatas Tod mit der Oma telefoniert. Zwei Tage später ging es dem Mädchen sehr schlecht. Sein über Monate geschwächter Körper konnte einer plötzlichen Infektion nicht mehr standhalten.

Nach Salimatas Tod fuhr eine Delegation aus dem Krankenhaus mit Moussa Bangres Mutter zu Salimatas Familie, in ihr Heimatdorf Imasgo, wenige Kilometer von Melsungens Partnerstadt Koudougou entfernt. An den Ort, an dem die schrecklichen Flammen den Traum der tapferen Salimata zerstörten. (Claudia Feser)

Das passiert mit den Spenden

Von den 11.800 Euro, mit denen Menschen aus dem Altkreis Melsungen Salimata unterstützen wollten, wurden 2500 Euro für Medikamente zur Brandwundenversorgung, für Verbandsmaterial und Krankentransportkosten verwendet. 3000 Euro wurden an Interplast Germany gespendet. Nach Salimatas Tod soll das restliche Geld Menschen in ähnlichen Notfällen aus Koudougou zugute kommen, teilt der Städtepartnerschaftsverein mit.

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